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Ermittlung: So will die Polizei per Drohne Verbrecher jagen

Drei Drohnen sind hessenweit bis Ende Juli bei der Polizei im Testbetrieb. Eine davon ist bei der Autobahnpolizei in Butzbach stationiert.
Sind jetzt Drohnenexperten: Jörg Kurzkurt (links) und Dirk Bepler von der Butzbacher Autobahnpolizei. Foto: BRUNO RIEB Sind jetzt Drohnenexperten: Jörg Kurzkurt (links) und Dirk Bepler von der Butzbacher Autobahnpolizei.
Butzbach. 

Das orangefarbene Fluggerät mit seinen sechs Rotoren fängt an zu surren, hebt ab und fliegt auf die im Hintergrund liegende Puppe zu. Im Hof der nagelneuen Autobahnpolizeistation in Butzbach ist ein Tatort simuliert. Die Polizei demonstriert ihre neueste Errungenschaft: eine Drohne. Sie soll helfen, Verbrechen aufzuklären und Verkehrsunfälle zu dokumentieren.

Bei den Drohnen, die nun hessenweit im Einsatz sind, handelt es sich um Hexacopter, also sechsflüglige Drohnen, des Typs „Yuneec Typhon H520“, die laut Hersteller speziell für Inspektions-, Strafverfolgungs-, Sicherheits-, Bau-, Vermessungs- und Kartierungseinsätze entwickelt wurden. Sie sind mit hochauflösenden Kameras ausgestattet. Die 1,5 Kilogramm schweren Fluggeräte können bis zu 25 Minuten in der Luft bleiben. Rund 2500 Euro kostet eine Drohne.

Klein, mobil, günstig

Sieben hessische Polizeibeamte wurden zu „Luftfahrzeugführern“ ausgebildet, so die bürokratische Bezeichnung der Drohnenpiloten. Unter ihnen sind die beiden Polizeihauptkommissare Dirk Bepler und Jörg Kurzkurt von der Autobahnpolizei Mittelhessen. Sie paukten zwei Wochen lang Drohnentypen, Aerodynamik, Luftrecht, Datenschutz, Navigation und die Technik der Drohne, absolvierten schließlich eine theoretische, eine Flugsimulations- und eine praktische Prüfung. „Es ist klein, es ist mobil, es ist günstig zu betreiben“, schwärmt Polizeipräsident Bernd Paul von dem neuen Fluggerät.

Während der sechsmonatigen Testphase darf die Drohne nicht höher als 50 Meter geflogen werden. Es sind nur Sichtflüge bei Tag erlaubt, Menschenansammlungen dürfen nicht überflogen werden, und verdeckte Ermittlungen sind verboten. Auch bei der Suche von Vermissten dürfen die Drohnen vorerst nicht eingesetzt werden. Es gebe dafür eingespielte Hubschrauberteams, die auch Wärmebildkameras verwenden können, erläutert Polizeipräsident Paul.

Einsatz im Ernstfall

Den Startschuss für die Drohnen-Testphase hat Staatssekretär Werner Koch (CDU) Ende Januar bei der Polizeifliegerstaffel Egelsbach gegeben. Seit dem 5. Februar ist die Butzbacher Drohne „im Echtbetrieb“, sagt Bepler. Am 22. Februar hatte sie einen Einsatz im Ernstfall: Auf der Autobahn hatte es einen Unfall gegeben, in den drei Autos und ein Lastwagen verwickelt waren. Die Unfallstelle wurde mit der Drohne abgeflogen. „Wir konnten aus der Luft den Unfallverlauf sehr gut sehen“, sagt Bepler.

„Wir sind noch in den Kinderschuhen bei der polizeilichen Anwendung“, sagt sein Kollege Kurzkurt. Die Drohnen könnten neben der Dokumentation eines Unfallverlaufs etwa auch eingesetzt werden, um Umweltfrevel in Naturschutzgebieten zu erkennen. Normalerweise dürfen Drohnen Naturschutzgebiete nicht überfliegen. „Wir haben eine Art Sonderwegerecht in der Luft“, sagt Kurzkurt. Totalaufnahmen von Tatorten könnten dazu dienen, Fußabdrücke festzustellen. Bei Bränden könne die Drohne in Kooperation mit der Feuerwehr eingesetzt werden, um versteckte Brandherde aufzuspüren.

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