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Karben: So war das Fest am Selzerbrunnen

Von Viele hundert Menschen haben am Sonntag bei hochsommerlichen Temperaturen das Fest am Selzerbrunnen „Born to be in Karben“ besucht. Sie erlebten Kultur zum Anfassen und ein abwechslungsreiches Programm mit Bildhauer-Werkstatt, Musik, Pantomime und Aktionen für Kinder.
Am Ton-Mischpult: Robert Conrad (links) und Martin Schuster von der Kulturscheune. Am Ton-Mischpult: Robert Conrad (links) und Martin Schuster von der Kulturscheune.
Karben. 

Schön kühl war es im Jugendcafé und viel Platz gab es, denn nicht allzu viele Menschen zog es am frühen Mittag zu den „Singern und Songwritern“. Doch die, die da sind, klatschen umso begeisterter, als zuerst Yannick Di Mari und dann Frank Albersmann ihre Lieder singen und dazu auf der Gitarre spielen. „Ich finde die Musik echt schön und mir gefällt, wie die Singer-Songwriter ihre eigenen Emotionen einbringen“, sagt Besucherin Tanja Matthes aus Rendel. Schon in den Vorjahren habe sie gerne zugehört. Deshalb sei sie wieder da.

Gefühlvoll singen die beiden Wetterauer Künstler ihre selbst geschriebenen Lieder, in denen es um die großen und kleinen Dinge des Lebens geht. Auftritte auf größeren Bühnen kennen beide schon, doch auch die kleine Bühne beim Selzerbrunnenfest hat ihren Reiz. Hingebungsvoll lauschen die Besucher, als Albermann eine bluesig-rockige Variante von „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ erzählt und in eine Liebesgeschichte umwandelt. Den Refrain „La lalala“ singen alle mit in tiefer und rauer Tonlage.

Sehr gut beworben

Musik bestimmt auch das Geschehen auf dem großen Rasenplatz vor dem historischen Selzerbrunnenhaus, in dem die Jugendarbeit Karben und die Musikschule Karben und Bad Vilbel ihre Räume haben. Gemeinsam mit der Kulturscheune Karben (KSK) und der Kultur Initiative Karben (KIK) gestalten die vier Partner das vierte Sommerfest am Selzerbrunnnen „Born to be in Karben“. Ziel ist es, Kultur und Kunst an einem außergewöhnlichen historischen Ort in Karben zu gestalten und für Besucher erlebbar zu machen.

„Wir bespielen unser geniales Gelände mit einem Programm, bei dem für jeden etwas dabei ist“, erklärt Michael Langenbach vom Jukuz-Team. „Es ist ein tolles Miteinander und ich habe mich gefreut, in der Vorbereitung alle Akteure kennenzulernen“, sagt Thomas Frühauf, der seit Anfang des Jahres die städtische Jugendarbeit leitet.

Ein dickes Lob spricht Stadtrat Sebastian Wollny (CDU) den Veranstaltern aus: „Sie arbeiten Hand in Hand und stellen ein tolles kulturelles Fest auf die Beine, das sie sehr gut bewerben – mit Plakaten, einem Logo und eigener Webseite.“

Musik ertönt schon um elf Uhr auf der Freilichtbühne, die auf dem großen Rasenplatz vor dem historischen Selzerbrunnenhaus aufgebaut ist. Musikschulleiterin Claudia Hölbling kündigt die Gruppen an. Unter dem Dach der Pavillons spielt die Little Big Band Groove- und Soul-Jazz aus den 60er Jahren bis zur Gegenwart. Mittags zeigt das Duo Mimikry seine „Visual Short Stories“ und lädt ein.

Später geht es weiter mit Bands der Musikschule, den „Kellerkindern“, Quibble und PM6, was die Besucher entspannt genießen.

Für den Nachwuchs ist gesorgt, denn Spiel und Spaß bietet die Abenteuer AG mit Stockbrot und Lagerfeuer. Die Holzwerkstatt ist geöffnet und für die Kleinsten gibt es Spielgeräte wie Seile, Bälle und Drehschüsseln. „Mir gefällt es und die Kinder können hier auf dem schönen Freizeitgelände viel machen“, sagt Ellen Tuengerthal, die mit ihrer Familie aus Okarben herbeigeradelt ist.

In Tonkrüge abgefüllt

Erst seit kurzem wohnt die junge Familie in Okarben. Sie war neugierig auf das Fest mit seinen Akteuren. Mit Tochter Leonore (5) im Schlepptau steigt Ellen Tuengerthal auch die Holzstufen zu den Probenräume der Musikschule hinauf. Dort probiert die Kleine unter Aufsicht der Lehrkräfte Musikinstrumente aus: „Ein schönes Angebot.“

Zurück zu den historischen Anfängen des Selzerbrunnengeländes führen Hans Puchtinger, Ehrenstadtrat von Karben, und Herbert Goetz, vormaliger Leiter des JuKuz’. Sie schlagen den Bogen zum Motto des Festes „Born to be in Karben“, denn „born“ weist als mittelalterliches Wort auf den „Born“ hin, das Quellwasser, das aus dem Untergrund aufsteigt, einst in Tonkrüge abgefüllt und verkauft wurde.

Mit einer Gruppe Interessierter stehen Puchtinger und Goetz vor dem Sauerbrunnen, der sich unter der „Juice Factory“ befindet: dem denkmalgeschützten Fachwerkhaus, das seit 1996 zur Kelterei Rapp’s gehört. Das Wasser wird seit 1988 durch eine unterirdische Rohrleitung nach Bad Vilbel geleitet, wo es der Wasserbetrieb Hassia abfüllt. Doch gefeiert wird immer noch am Selzerbrunnen – so wie vor 200 Jahren, als aus den Stadtteilen alle zum Brunnen kamen.

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