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Naturfreunde: So setzen sich Bad Vilbler für die Honigbiene ein

Die Honigbiene ist eines der wichtigsten Nutztiere. Doch das allgemeine Insektensterben macht über die Hälfte der deutschen Bienenarten zu einer bedrohten Spezies. Die Bienengruppe der Naturfreunde Bad Vilbel setzt sich für die kleinen, aber überaus bedeutungsvollen Tierchen ein.
Bei der ersten Informationsveranstaltung der Naturfreunde Bad Vilbel in diesem Jahr klärt Holger Hinrichsen über die Aufgabenverteilung in einem Bienenstock auf. Bei der ersten Informationsveranstaltung der Naturfreunde Bad Vilbel in diesem Jahr klärt Holger Hinrichsen über die Aufgabenverteilung in einem Bienenstock auf.
Bad Vilbel. 

Die Bienengruppe der Naturfreunde Bad Vilbel bietet über das gesamte Jahr theoretische und auch praktische Veranstaltungen im Zeichen der Biene an. Den Auftakt machte Holger Hinrichsen mit einer Einführung in die Welt der Honigbiene. „Das Bienenvolk besteht aus einer Königin, den Arbeitsbienen und den Drohnen“, erklärt Holger Hinrichsen.

„Die Königin legt die Eier und die Arbeiterbienen übernehmen alle Aufgaben im Bienenstock.“ Die Lebenserwartung einer Arbeiterbiene variiert nach der Jahreszeit – sind es im Sommer nur drei bis sechs Wochen können es im Winter sechs Monate werden. „Das ist damit zu erklären, dass die Sommerbiene einer viel stärkeren Belastung ausgesetzt ist.“

Königin farblich markieren

In ihrer Funktion als Bestäuber ist sie unersetzbar. Der Honig sei eigentlich nur ein Nebenprodukt. „In den USA werden die Bienen beispielsweise nur zum Bestäuben der Mandelblüten eingesetzt, der Honig wird weggeworfen“, erklärt Hinrichsen. Das läge einfach dem Geschmack zugrunde.

Der volkswirtschaftliche Nutzen der Biene in ihrer Funktion als Bestäuber sei um das zehn- bis 15-fache höher im Vergleich zur Honigproduktion. Die Königin hat eine Lebenserwartung zwischen drei und fünf Jahren. „Es kann sein, dass sich das Bienenvolk für eine neue Königin entscheidet und dann wird die alte Königin nicht mehr mit Essen versorgt.“

Die Imker codieren die jeweilige Königin mit einem Farbpunkt, der auf ihren Panzer geklebt wird. So wissen die Imker, wie alt die Königin im Bienenstock ist. „Die Farbe rot markiert das Jahr 2018“, erklärt Hinrichsen.

In ihrer Regentschaft fliegt die Königin zu einem Begattungsflug aus. Bei diesem „Hochzeitsflug“ wird sie von circa 30 Drohnen, den männlichen Bienen begattet. Aus dem Publikum ist die Frage zu hören, warum die Königin dafür überhaupt ausfliegen muss. „Das ist notwendig, um die genetische Vielfalt zu erhalten“, erklärt Holger Hinrichsen. Ansonsten würde in dem Bienenstock Inzucht herrschen. Je mehr Drohnen die Königin begatten, umso höher sei die genetische Varianz.

In ihrem Bienenstock legt die Königin dann täglich Eier. „Die befruchteten Eier reifen zu Weibchen heran und die unbefruchteten Eier zu Drohnen“, so Hinrichsen. Eine Drohne hat eine Lebenserwartung von vier bis acht Wochen in dem Zeitraum zwischen März und August. Im Winter gäbe es keine männlichen Bienen, da sie schlichtweg nicht benötigt werden.

Zu erkennen seien die Drohnen bereits an ihrem Summen: „Es ist viel tiefer, als das einer Arbeiterbiene.“ Die Aufgaben einer Arbeiterbiene sind nach dem Alter gestaffelt.

Fünf verschiedene Aufgaben

Im Alter von einem bis zu fünf Tagen übernimmt sie das Putzen, anschließend wird sie zur Arbeiterbiene. Ab dem zwölften Tag wird sie zur Baubiene, die die Bienenwaben baut. Vorher wäre das auch nicht möglich, da die Biene erst ungefähr ab dem zehnten Tag vollständig entwickelte Wachsdrüsen besitzt. Ab einem Alter von 15 Tagen wird die Arbeiterbiene zur Wächterbiene und ab dem 21. Tag zur Sammelbiene, die das Futter sammelt.

„Der Honig ist ein echtes Bienenprodukt, da die Biene die Nektarsäfte von Blütenpflanzen mit körpereigenen Stoffen anreichert und verdaut“, beschreibt Hinrichsen. Im Winter werden die Bienen mit Zuckerwasser gefüttert. „Das Produkt darf allerdings nicht als Honig verkauft werden.“

 

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