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Petterweiler Hofgut: Sie rüsten sich gegen das Bienensterben

Von „Erfahrung macht den Meister“, erklärt Albrecht Gauterin. Der leidenschaftliche Bienenfreund ist vor drei Jahren mit seinem jüngeren Bruder Florian unter die Hobby-Imker gegangen. In Internetforen haben die Brüder recherchiert und sich mit Büchern und YouTube-Videos die Grundlagen selbst beigebracht. Seitdem haben sie fünf Völker großgezogen, Tendenz steigend. Eines davon wollen sie nun abgeben.
Florian und Albrecht Gauterin (von links) mit ihren Bienen auf dem Hofgut Gauterin in Petterweil. Bilder > Florian und Albrecht Gauterin (von links) mit ihren Bienen auf dem Hofgut Gauterin in Petterweil.
Karben. 

„Am Anfang kann der Aufzuchtkasten gerne bei uns stehen bleiben“, erklärt Albrecht. Auch ihre Erfahrung teilen die beiden Brüder gerne mit Neueinsteigern. „Wir wollen andere Leute für die Imkerei begeistern und freuen uns auf die gemeinschaftliche Bienenarbeit“, so der 27-Jährige.

Ihren ersten Brutkasten haben die beiden Gauterin-Brüder 2015 von ihrem Onkel geschenkt bekommen. Das junge Volk der Carnica, auch Kärntner Biene genannt, eine sehr zahme Unterart der Westlichen Honigbiene, hatte erst frisch „geschwärmt“. „Wenn sich die Bienen im Frühjahr, also zwischen April und Mai, vermehren, dann spaltet sich ein Volk mit einer neuen Königin ab“, erklärt Albrecht.

Einige Jahre wird diese alt und produziert am Tag mehrere Tausend Eier. 50 000 Bienen können in einem großen Stock hausen. Doch nach dem sogenannten „Schwärmen“ braucht das junge Volk eine neue Bleibe. Die Brutwabe mit der „Weiselzelle“, der Königinnenkammer, wird abgebrochen und mit einigen Honigwaben in eine neue Kiste umgezogen.

Nach Asien importiert

Die steht momentan mit den vier anderen vor der Haupthalle an der Hofeinfahrt, unter mehreren Obstbäumen. Zweimal im Jahr, im Juli und September, betäuben Florian und Albrecht dort die Bienen mit Rauch, um an die prallgefüllten Honigwaben zu kommen. Der Honig wird in einer Schleudermaschine aus den Waben gepresst und anschließend gefiltert.

Das Ergebnis – 54 Kilogramm im vergangenen Jahr – kann sich schmecken lassen. „Unser Opa isst unseren Honig jeden Tag zum Frühstück“, betont Florian. Auch nach Asien wurde ihr Honig schon exportiert. „Ein Besucher hat ein Glas gekauft und es mit nach Hause genommen“, erinnert sich
Florian.

Je nach Vorliebe der Bienen für Obstpollen oder Raps wird der Honig weiß oder gelb, mild oder kräftig. „Wir haben beides auf unserem Hofgut und sogar extra Saatfelder mit einer bunten Blumenmischung angelegt, ideale Bedingungen also“, betont Florian. Das Ernten sei allerdings nicht ganz ungefährlich.

„Ich bin allergisch gegen Bienen und schon mehrfach gestochen worden, trotz Gesichtsschutz“, gibt Florian Gauterin zu und schmunzelt. Bei gutem Wetter sind die Bienen normalerweise friedlich. „Man hört es am Summen. Je lauter es ist, desto aggressiver sind die Bienen, und man muss vorsichtig sein“, so der 25-Jährige. Das richtige Equipment für den sicheren Umgang mit den fliegenden Tieren bekommt man im Bienenfachgeschäft oder online.

Ein Volk gestorben

„In der Woche sind wir insgesamt um die anderthalb Stunden mit unserem Hobby beschäftigt“, so Florian, der wie sein Bruder in Frankfurt studiert. Trotz intensiver Pflege ist vergangenen Winter ein Volk gestorben.

Das passiert vor allem bei großer Kälte, wenn die Bienen erfrieren, obwohl sie im Stock zusammenrücken und mit ihren Flügeln schwingen, um sich warm zu halten. „Trotz dieses Verlustes werden wir demnächst zehn Völker besitzen“, sagt Albrecht stolz.

Das weitreichende Bienensterben habe ihn und seinen Bruder motiviert, selbst Imker zu werden. „Der Bestäubungsprozess ist immens wichtig, auch wirtschaftlich“, sagt Albrecht. Von der Verkehrsinsel über Friedhöfe bis hin zur Landwirtschaft reicht der Einfluss der Bienen.

„In China gibt es bereits eine Region, in der die Bauern mit Pipetten die Pflanzen bestäuben müssen, weil es durch die Umweltverschmutzung dort keine Bienen mehr gibt“, erklärt Florian.

Kontakt zu den Gauterins

Weitere Informationen und Kontakt zu Albrecht und Florian Gauterin finden Interessierte im Internet auf
www.hofgut-gauterin.de.

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