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Schulzentrum in der Saalburgstraße: Schulwege in Bad Vilbel werden zu Müllkippen

Achtlos weggeworfene Kaugummis, Zigarettenstummel und Verpackungsreste: Etliche Anwohner des Schulzentrums in der Saalburgstraße beobachten eine Zunahme dieser Umweltverschmutzung auf dem Weg zwischen den Schulen und dem Nordbahnhof.
Einfach mal den Müll in die Landschaft zu werfen, das scheint auch gegenüber dem Eingang zur Kennedyschule ein (schlechter) Trend zu sein. Einfach mal den Müll in die Landschaft zu werfen, das scheint auch gegenüber dem Eingang zur Kennedyschule ein (schlechter) Trend zu sein.
Bad Vilbel. 

„Für uns als Schule ist so etwas natürlich immer schwierig“, sagt die Schulleiterin des Georg-Büchner-Gymnasiums (GBG) Claudia Kamm zur Aussage einiger Anwohner, dass sich auf dem Schulweg immer wieder Müll sammeln würde. „Wir wissen nicht, welche Schüler da ihren Müll wegwerfen, letztendlich können wir den Weg ja nicht überwachen.“

Davon, dass die Sensibilität für das Müllproblem geschärft werden könnte, ist sie aber überzeugt. „Wir tun ja schon viel dafür. Mittelstufenschüler räumen zum Beispiel bei uns nach den großen Pausen den Schulhof auf. Sie gehen mit Müllgreifern und einer Mülltonne einmal über den Schulhof und sammeln etwa weggeworfene Verpackungsreste ein.“ Ziel ist es dabei, den Schulhof direkt sauberzuhalten. „Letztendlich halten sie sich ja auch dort auf. Ich glaube, die Wenigsten wollen daher, dass dort überall Müll liegt“, sagt Kamm.

„Sicher nicht mutwillig“

„Ähnlich verhält sich das dann auf dem Schulweg. Die Schüler gehen diese Strecke fünf Mal die Woche. Wenn dann in den Grünflächen Plastikschnipsel herumliegen, ist das ja alles andere als schön.“ Mutwillig würden die Schüler sicher keinen Müll wegwerfen, ist die Schulleiterin überzeugt. „Ich glaube, die Wenigsten denken darüber nach. Da wird auf dem Heimweg ein Bonbon gegessen und anstatt das Verpackungspapier einzustecken und in den nächsten Mülleimer zu werfen, wird es beiläufig über die Schulter geworfen. Vielleicht fällt das Papier auch aus Versehen runter und es wäre dann ,uncool’, sich danach zu bücken – Gruppenzwang also.“

Hier könnte auch die Schule noch mehr tun, ist Kamm überzeugt. „Die Schüler sollen und wollen in einer sauberen Umwelt leben, aber sie müssen eben auch etwas dafür tun. Ich denke, das ist den wenigsten bewusst und hier könnten wir helfen, die Schüler dazu zu erziehen, ihre Umwelt besser wahrzunehmen.“

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Kommentar

Den Müll nicht mutwillig wegwerfen? Wie soll das gehen? Wer eine leere Flasche, eine Fastfood-Verpackung einfach fallen lässt, schafft das ja kaum „unabsichtlich“.

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Ähnlich beurteilt das auch der Schulleiter der John-F.-Kennedy Schule, Markus Maienschein. „Umwelt, erneuerbare Energien und Mülltrennung sind zwar Themen im Unterricht, etwa in der siebten Klasse. Aber das Problem ist leider auch immer, wie es die Schüler aufnehmen“, sagt er. „Es wird immer mehr für Umweltthemen sensibilisiert, aber bei der persönlichen Umsetzung hapert es dann bei vielen.“

Der Schulleiter wundert sich aber auch, von den Anwohner-Beschwerden im Vorfeld nichts erfahren zu haben. „Wir haben eigentlich ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn. Sollte es Probleme mit den Schülern geben, dann müssen wir das auch wissen, damit wir reagieren können. Als es früher mal Probleme mit Rauchern gab haben wir ja auch schnell etwas dagegen getan. Mittlerweile ist das Rauchen unter den Jugendlichen stark zurückgegangen.“

Genug Abfallbehälter

Auch die Stadt hat das Problem mit dem Müll im Blick, sagt Stadtpressesprecher Yannick Schwander. „Rechtlich gesehen ist in diesem Fall die Stadt gefordert, solange der Müll sich im öffentlichen Bereich befindet. Auf dem Schulweg sind natürlich auch unsere Kehrmaschinen unterwegs. Dass dort aber mehr Müll liegen würde als anderswo ist uns neu. Genug Mülleimer gibt es dort auch – aber die müssen eben auch benutzt werden.“

Derzeit gebe es nahe von Schulen zwar immer wieder Dreck und Müll, diese kämen aber „vom Bahnausbau, nicht von den Schülern. Da trägt die Bahn jedoch die Verantwortung und nach meinen Informationen wird das dann auch schnell weggeräumt“, sagt Schwander.

Eine Müllproblematik gebe es in Bad Vilbel nicht nur auf Schulwegen, ist Schulleiterin Kamm überzeugt. „Schauen sie sich die Flächen um die Wasserburg, am Rand des Stadtwaldes oder den Kurpark an. Dort kommen kaum Schüler hin, aber trotzdem liegt dort Abfall. Das geht alle an. Eltern sollten als Vorbild vorangehen.“

Das sieht auch Schwander so: „Es gibt zwar kein Müllproblem, aber besonders im Winter lässt sich schon beobachten, dass an einigen Stellen immer wieder illegal Müll entsorgt wird, teilweise sogar in großen Mengen. Der Quellenpark oder Ränder von abgelegenen Grünflächen sind besonders betroffen. Das ist aber nicht nur in Bad Vilbel, sondern in allen Kommunen zu beobachten. Hier können wir nur immer wieder an die Bürger appellieren: Werfen sie ihren Müll nicht einfach in die Landschaft!“

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