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Pionier in der Pflegeausbildung: Schule am Bad Nauheimer Krankenhaus feiert 20-jähriges Bestehen

Sie zählte bundesweit als einer der erste Einrichtung dieser Art für die Ausbildung im Gesundheitswesen. Jetzt feierte die Krankenpflegeschule am Bad Nauheimer Hochwaldkrankenhaus ihr 20-jähriges Bestehen.
Wiedersehen nach 20 Jahren: Andreas Rocholl (links), Dirk Fellermann (Zweiter von rechts) mit Petra Schönwolf und Marcus Mossmann, Auszubildende des ersten Jahrgangs . Wiedersehen nach 20 Jahren: Andreas Rocholl (links), Dirk Fellermann (Zweiter von rechts) mit Petra Schönwolf und Marcus Mossmann, Auszubildende des ersten Jahrgangs .
Bad Nauheim. 

Pflegekräfte sind rar, und seit Jahren suchen Politiker ebenso wie Verantwortliche in den Krankenhäusern nach Ideen, um dem sich kontinuierlich verschärfenden Mangel abzuhelfen. Eine ähnliche Situation herrschte vor knapp 30 Jahren, und sie führte unmittelbar zur Gründung der Theodora-Konitzky-Krankenpflegeschule, einer der ersten Verbundkrankenschulen Deutschlands, wie Landrat Joachim Arnold in seinem Grußwort zum 20-jährigen Bestehen der Einrichtung hervorhob.

Extra: 120 Plätze für junge Leute

Die Bad Nauheimer Krankenpflegeschule bietet 120 Ausbildungsplätze. Jährlich legen hier 40 junge Frauen und Männer nach ihrer dreijährigen Ausbildung ihre staatliche Prüfung ab.

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Neben dem Rückblick standen die Perspektiven der Schule im Fokus der Feierstunde im Wolfgang-Potinius-Facharzt- und Servicezentrum. Unter ihrem neuen Namen Theodora-Konitzky-Akademie und in neuer Trägerschaft solle sie zum Bildungszentrum mit erweitertem Aus- und Weiterbildungsangebot ausgebaut werden und 2020 ihren neuen Campus in Badehaus 5 des Sprudelhofs Bad Nauheim beziehen, erläuterte Bürgermeister Armin Häuser (CDU).

Frühe Kooperation

Ende der 1980er Jahre unterhielt im westlichen Wetteraukreis lediglich das damals kreiseigene Bürgerhospital Friedberg eine Krankenpflegeschule mit 54 Plätzen, häufig mussten Pflegekräfte von weither angeworben werden. Am Hochwaldkrankenhaus entwickelte der seinerzeitige Verwaltungsdirektor und spätere GZW-Geschäftsführer Wolfgang Potinius die Idee zur Gründung einer einrichtungsübergreifenden Verbundkrankenpflegeschule. „Die Idee war fast eine kleine Sensation, denn ein Zusammenschluss von Krankenhäusern, wie wir ihn heute haben, lag noch in weiter Ferne“, berichtete Arnold.

Mit Genehmigung der Landesbehörden und im eigens hergerichteten ehemaligen Isolierhaus des Hochwaldkrankenhauses ging die 120 Ausbildungsplätze bietende Schule 1997 an den Start, seither wurden etwa 1000 Gesundheits- und Krankenpfleger und Praxisanleiter nach erfolgreich absolvierter Ausbildung feierlich verabschiedet.

Den Blick in die Zukunft unternahm Bürgermeister Häuser. Zum Jahresende 2016 habe der Eigenbetrieb Hochwaldkrankenhaus der Stadt Bad Nauheim die Krankenpflegeschule aus seiner Obhut entlassen. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung firmiere unter dem Namen Theodora-Konitzky-Akademie, habe mit dem GZW (55 Prozent) und der Kerckhoff-Klinik (45 Prozent) zwei Gesellschafter und werde sich zum Bildungszentrum weiterentwickeln mit bis zu 150 Ausbildungsplätzen für Gesundheits- und Krankenpfleger, zusätzlichen Weiterbildungsangeboten und studienbegleitenden Ausbildungsgängen etwa in der „Intensiv- und Anästhesiepflege“ in Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen.

„Eine weitere wichtige Veränderung: Standort der Akademie wird künftig eine der Premiumadressen Bad Nauheims sein, Badehaus 5 im Sprudelhof“, betonte Häuser. Noch in diesem Jahr solle dort mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden, spätestens 2020 die Akademie dann umziehen.

Pflege muss ernähren

Mit neuen Trends in der Pflegeausbildung beschäftigte sich Dr. Holger Thiemann von der Technischen Hochschule Mittelhessen. Deutschland und Österreich seien die einzigen Länder in Europa mit Ausbildung statt Studium auf diesem Sektor. Dies bedinge eine starke Trennung zu den akademischen Berufen und eine geringe Quote an fachweitergebildeten Pflegekräften.

Einen Ausweg aus der Mangelsituation sieht Dr. Thiemann in einer Kombination aus einer wie bisher dreijährigen Basis-Ausbildung mit studienbegleitender Weiterbildung in den Bereichen Management (Bachelor-Studiengang Pflegeorganisation) sowie Anästhesie und Intensivpflege (ebenfalls als Bachelor-Studiengang). Grundsätzlich müsse die Pflege eine Familie ernähren können, bis zur Rente auszuüben sein und Aufstiegschancen bieten, forderte Dr. Thiemann.

GZW-Geschäftsführer Dirk M. Fellermann erinnerte an das Bürgerengagement beim Bau des Bürgerhospitals Friedberg vor über einhundert Jahren und die Innovationskraft, die zur Gründung der Krankenpflegeschule und des Krankenhausverbundes GZW geführt hatte. Auch künftig benötigten die regionalen Krankenhäuser Unterstützung durch die Kommunen.

(fnp)
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