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Kirchenfeier in Bad Vilbel: Sankt-Nikolaus-Gemeinde feiert Wiedereröffnung ihres Gotteshauses nach Umbau

Von Es ist geschafft: Nach einem halben Jahr des Umbaus strahlt die Sankt-Nikolaus-Kirche nun in neuem Glanz. Die Gemeinde feiert die Wiedereröffnung mit einem stimmungsvollen musikalisch-poetischen Programm.
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Bad Vilbel. 

Mit einem kurzen, kraftvollen Orgelstück begrüßt Thomas Wilhelm in seiner Eigenschaft als nebenamtlicher Kirchenmusiker der katholischen Sankt-Nikolaus-Gemeinde die zahlreichen Besucher der Wiedereröffnungsfeier. Passend zum Veranstaltungsmotto „Der Sehnsucht einen Raum“ begrüßt Pfarrer Herbert Jung die Besucher mit seinem gleichnamigen Gedicht: „Für den Hunger gibt’s ein Brot. Für den Durst ein Wasserquell. Für die Sehnsucht einen Ort, der zur Weite uns verführt. Ahnend Welt allein genügt mir nicht.“

Philipp (Querflöte) und Louis (Geige) interpretierten das Veranstaltungsmotto musikalisch mit dem „Allegro“ von Georg Philip Telemann. Bild-Zoom Foto: Christine Fauerbach
Philipp (Querflöte) und Louis (Geige) interpretierten das Veranstaltungsmotto musikalisch mit dem „Allegro“ von Georg Philip Telemann.

Der Geistliche betont mit Blick auf die Aussagen des Berliner Philosophen Wilhelm Schmid: „Alle Menschen haben unabhängig von ihrem Glauben eine Sehnsucht. Sie werden so geboren. Doch auch wenn alle ihre Sehnsüchte gestillt sind, genügt dies nicht. Es bleibt die Frage nach dem Wesentlichen, das allem zugrunde liegt, ohne das also das Leben, die Liebe und alle Dinge nicht existieren können. Die Religionen wollen auf diese Sehnsucht eine Antwort finden, wollen sie stillen.“ Den passenden Raum dazu, sagt er, geben die Kirchen.

Kritik geäußert

Damit die Sankt-Nikolaus-Kirche in neuem Glanz erstrahlt, hat die Gemeinde ein halbes Jahr gebaut, denn sie war mit dem Innenraum ihrer 1970 erbauten Kirche nicht zufrieden. Zu dunkel, zu glanzlos, nicht einladend, kein passender Platz für die Figur des Namensgebers und eine schlechte Akustik gehörten zu den Kritikpunkten. Diplom-Ingenieur Raimund Maschita vom Frankfurter Architekturbüro MMZ berichtet vom langen, 2013 begonnenen Prozess, der Umsetzung der Basis-Idee. Die bestand darin, die Grundelemente des 70er-Jahre-Baus wieder zu betonen und eine Art Verbindung zum Vorgängerbau, der 1725 erbauten Barockkirche herzustellen.

Pfarrer Herbert Jung begrüßt die Besucher mit einem Gedicht. Bild-Zoom Foto: Christine Fauerbach
Pfarrer Herbert Jung begrüßt die Besucher mit einem Gedicht.

Beim Umbau 1986 und 1987 sei viel verschlechtert worden. Bei der jetzt erfolgten neuen künstlerischen Ausstattung, die mit einer technischen Modernisierung verbunden war, wurde der schlichte Charakter erhalten. Bei der Neugestaltung der Wände in Blau mit Gold rund um den Altar war die Ästhetik der Glasfenster Vorbild. Der Heilige Nikolaus fand seinen Standort links vom Altar, wo früher das Tabernakel stand. Eine neue Eingangstür, neue Fenster, Deckendurchbrüche und der von Andreas Schönwandt entworfene Stahlring mit elf Metern Durchmesser samt 72 LED-Strahlerköpfen bringen Licht in den Raum.

Erster Kirchenbau 1725 geweiht

Erste Aufzeichnungen der Pfarrei St. Nikolaus datieren nach der Reformation im Jahr 1655. Nach zwei kleineren Kapellen wurde im Jahr 1725 die erste St.-Nikolaus-Kirche eingeweiht.

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Die Werktagskapelle ist durch mit Glas hinterlegten Metallwänden, die das Muster der Glasbausteine wiederholen, optisch verbunden. Die Akustik hat sich durch den Einbau einer Zwischendecke erheblich verbessert. Und so können die Teilnehmer der Feier die Musik in vollen Zügen genießen. Zum von Thomas Wilhelm zusammenge-stellten Musikprogramm gehören ein von ihm gespieltes kurzes Orgelstück und ein großes Orgelspiel.

Orgel und Geige

Im Duett mit der Geige von Andrea Seeger erklingt die Königin der Instrumente bei der „Pastorale für Violine und Orgel“ von Joseph Rheinberger. Harfenistin Valentina Gorelov lädt zur Meditation mit dem „Tango“ von Carlos Salzedo ein. Die zwölfjährigen Zwillinge Philipp (Querflöte) und Louis (Geige) interpretieren das Veranstaltungsmotto mit dem „Allegro“ von Georg Philip Telemann. Pfarrer, Architekt, Förderverein, Pfarrgemeinderatsmitglieder und Mitarbeiter der ausführenden Firmen freuen sich über das Lob der Gäste. Zu ihnen gehören unter vielen anderen auch Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) sowie Hermann Josef Zorn, Pfarrer in St. Nikolaus von 1988 bis 1997. Die Kosten für die Erneuerung des Gotteshauses betragen 600 000 Euro. Davon trägt das Bistum Mainz 200 000 Euro, die Gemeinde 400 000 Euro aus Rücklagen und Spenden.

Spenden einzahlen

Weitere Spenden werden benötigt: Einzahlungen unter „Kirchenerneuerung St. Nikolaus“ bei der Sparkasse Oberhessen IBAN DE20 5185 0079 0027 1493 32.

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