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Restaurierung schreitet voran

Von Seit mehr als 50 Jahren arbeitet der Verein Freunde des Herrnhags für den Erhalt des einzigartigen Baudenkmals. Mit der Bewilligung von 200 000 Euro Fördermitteln von Bund und Land erfuhr diese ehrenamtliche Arbeit jetzt eine Würdigung.
Schwesternhaus (links) und Lichteburg zeugen noch von der florierenden Siedlung der Herrnhuter Brüdergemeine. Das Brunnenhaus hatte der Verein der Freunde des Herrnhaags bereits in den vergangenen Jahren Stück für Stück nach Originalplänen rekonstruiert.	Fotos: Oliver Potengowski Schwesternhaus (links) und Lichteburg zeugen noch von der florierenden Siedlung der Herrnhuter Brüdergemeine. Das Brunnenhaus hatte der Verein der Freunde des Herrnhaags bereits in den vergangenen Jahren Stück für Stück nach Originalplänen rekonstruiert. Fotos: Oliver Potengowski
Büdingen. 
Sascha Mebs zeigt Hausschwammbefall im Gebälk der Burg. Bild-Zoom
Sascha Mebs zeigt Hausschwammbefall im Gebälk der Burg.

Im vergangenen Frühjahr hatte sich der Bundestagsabgeordnete Peter Tauber (CDU) mit dem Verein auf dem Herrnhaag getroffen und ihm Hinweise zur Beantragung der Fördermittel gegeben. Dabei stand insbesondere das Problem des Brandschutzes unter Wahrung der Substanz und des Erscheinungsbildes des Denkmals im Mittelpunkt der Gespräche.

Schon damals hatte Tauber, der promovierter Historiker ist, auf die besondere Bedeutung des Herrnhaags weit über die Region hingewiesen. Es handele sich bei den zwei verbliebenen Gebäuden der einstigen Siedlung um ein Denkmal von nationalem Rang. Diese Vorgespräche haben mit der Bewilligung der Fördermittel jetzt Früchte getragen. Die herausragende geschichtliche Bedeutung ist Voraussetzung für die Förderung mit Denkmalschutzgeldern des Bundes, betonte Tauber bei der Übergabe des Bescheids. Er wies auf die Kooperation von Bund und Land hin. Beide geben bei diesem Programm, dessen fünfte Auflage laufe, zu gleichen Teilen Gelder. Dem Land obliege die Beurteilung, welche Projekte förderungswürdig seien.

 

Anstoß für Sanierung

 

Jan Nikolaus Viebrock sei ein gerngesehener und häufiger Gast in der Region, spielte Tauber darauf an, dass er bereits mehrere Projekte gemeinsam mit dem kommissarischen Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege in die Förderung gebracht habe. „Wir beide sind ein eingespieltes Team“, lobte auch Viebrock die Zusammenarbeit. „Wir wollen eine kleine Serie starten.“ Er schilderte, dass durch die Aufnahme in das gemeinsame Förderprogramm von Bund und Land auch die Eigentümer von Baudenkmalen einen Anstoß bekämen, die oft umfangreichen notwendigen Maßnahmen zu beginnen. Das werde beim Herrnhaag deutlich. Auch die jeweils 100 000 Euro aus Bundes- und Landesmitteln könnten mit den 80 000 Euro Eigenmitteln des Vereins, zu denen er noch Eigenleistung von 80 000 Euro investiere, nicht genügen, um den Herrnhaag komplett zu restaurieren.

Diese gemeinsame Investition sei aber ein wesentlicher Schritt, um die beiden verbliebenen Gebäude für die Zukunft zu erhalten. Wie notwendig die Unterstützung sei, habe sich nochmals bei den Voruntersuchungen gezeigt. An vielen Holzbauteilen sei erheblicher Hausschwammbefall festgestellt worden.

Samuel Waas, Vorsitzender der Freunde des Herrnhaags, dankte für die Fördermittel, die er auch als Anerkennung der in den letzten Jahrzehnten geleisteten Arbeit verstehe. „Ich finde es beachtlich, dass ein Verein hier seit 51 Jahren ehrenamtlich wirkt und es geschafft hat, in diese Förderung reinzukommen.“ In ehrenamtlicher Arbeit seien zunächst die Dächer der beiden verbliebenen Häuser repariert und anschließend das Schwesternhaus restauriert worden.

Seit inzwischen 30 Jahren ist das Gebäude wieder bewohnt. „Es wird hier langsam gearbeitet, aber stetig.“ Bürgermeister Erich Spamer (FW) dankte Tauber, der die Förderung eingefädelt habe. „Wir kamen zu spät“, bedauerte er, dass Büdingen mit seinen Festungsanlagen nicht auch über das Programm gefördert werde. Jedoch habe Tauber ihn auf die nächste Auflage des Programms hingewiesen.

Spamer dankte zugleich für die Fördermittel, die Büdingen in den letzten Jahrzehnten erhalten habe. Die Stadt habe mit Sicherheit eine der besterhaltenen Festungsanlagen in Europa. „Es ist eine Herkulesaufgabe, und wir haben schon viel geschafft“, resümierte er. „Wenn wir fertig sind, fangen wir wieder von vorne an.“ Sascha Mebs von den Freunden des Herrnhaag gab einen Überblick über die anstehenden Arbeiten. Vor allem beim Brandschutz gehe es darum, angemessene Lösungen für die Gebäude zu finden, sagte er.

Graf Ernst Casimir gewährt Glaubensgemeinschaft Zuflucht

Der Herrnhaag wurde laut Online-Lexikon Wikipidia im Jahre 1738 durch den Grafen von Zinzendorf gegründet, der hier mit seiner Herrnhuter Brüdergemeine, einer lutherisch-pietistischen

clearing

Sorge um Brandschutz

 

Diese skizzierte der Brandschutzingenieur Andreas Rieser. Er wies darauf hin, dass durch Lehmfüllungen in Balken schon die Erbauer des Herrnhaags sich um den Brandschutz gesorgt hätten. Bei dem jetzt entwickelten Konzept liege der Schwerpunkt auf der frühzeitigen Erkennung durch eine Brandmeldeanlage. Außerdem würden zwei Fluchtwege besonders gesichert. Für die Sicherheit der Feuerwehrleute sei es notwendig, dass das Gebäude auch nach 30 Minuten Brand noch standsicher sei.

Der Statiker Ulrich Thümmler erklärte, dass sein Büro seit 20 Jahren Schlösser und Denkmäler betreue. Doch etwas so beeindruckendes wie den Saal auf dem Herrnhaag habe er noch nicht gesehen. „Man fragt sich, wie passt der in das Gebäude hinein“, bewunderte er die Baumeister des 18. Jahrhunderts. Allerdings zeigten sich die Folgen der gewagten Konstruktion an dem Gebäude. Das schwere Dach beispielsweise drücke die Pfeiler der Fassade nach außen.

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