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Zwischenbilanz: Projekt Mehrgenerationenhaus: Ein mühsames Geschäft

Ein Selbstläufer ist das Projekt Mehrgenerationenhaus nicht. Eher ein „zähes Geschäft“, wie die Verantwortlichen des Mütter- und Familienzentrums (Müze) Karben sagen. Dennoch sind erste kleine Erfolge sichtbar beim Bemühen, Jung und Alt häufiger zusammen zu bringen. Eine Zwischenbilanz.
Sie ziehen eine Zwischenbilanz (von links): Ute Heckmann und Gabriele Ratazzi-Stoll. Sie ziehen eine Zwischenbilanz (von links): Ute Heckmann und Gabriele Ratazzi-Stoll.
Karben. 

Der Name Mehrgenerationenhaus ist eigentlich irreführend, weil man denken könnte, hier handele es sich um ein Wohnprojekt. Vielmehr geht es jedoch um ein Projekt, bei dem Menschen verschiedener Generationen sich zu bestimmten Anlässen treffen sollen. Damit entsprechende Angebote koordiniert werden können, bedarf es einer zentralen Planungsstelle. Das ist in Karben das Mütter- und Familienzentrum.

Genau hier hat man bereits reichhaltige Erfahrung. Beispiel: das Repair-Café. „Da kommen sogar Kinder mit ihrem Kassettenrekorder zum Reparieren“, sagt Gabriele Ratazzi-Stoll, Vorsitzende des Müze und Koordinatorin für das vom Bund mit 30 000 Euro geförderte Mehrgenerationenprojekt. „Während des Wartens kommen die Leute ins Gespräch.“ Ein weiteres positives Beispiel sei das Angebot „Familienfreunde“ mit Hilfen für junge Familien.

Während diese Angebote gut laufen, drohen andere einzuschlafen. Ratazzi-Stoll und Vorstandsmitglied Ute Heckmann nennen das „Café Miteinander – Füreinander“. Das Vorstandsteam des Müze hat die Erfahrung gemacht, dass erst dann, „wenn es um eine konkrete Sache geht, mehr Leute kommen“.

Mittagstisch für alle

Als problematisch für das Mehrgenerationenhaus erweist sich, dass es „in Karben für fast alles einen Verein gibt“. Generationenprojekte liefen dort am besten, wo es soziale Brennpunkte gebe – was in Karben aber nicht der Fall sei.

Die Müze-Vorsitzende weiß das genau, denn dreimal pro Jahr tauscht sie sich im Rahmen des Förderprojektes mit den Aktiven anderer Mehrgenerationenhäuser in Hessen aus. Von dort bringt sie auch die eine oder andere Anregung mit. „Und dann haben wir auch noch viele eigene Ideen“, erklärt sie.

So starten die Verantwortlichen in Kürze ein Angebot, das man schon dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) bei dessen Besuch im Jahr 2013 angekündigt hatte: Ein Mittagstisch soll einmal pro Monat Jung und Alt zusammenkommen lassen.

„Viele Ältere vor Ort sind daran interessiert“, hat Ratazzi-Stoll bei einer Umfrage festgestellt. Erster Termin ist der 24. Juli (Dienstag): Der Ober-Wöllstädter Caterer, der gerade die evangelische Kita im Ort beliefert, hat sich bereiterklärt, für den Mittagstisch zu kochen. Ein zusätzliches Angebot startet gleichfalls in diesem Monat: Ab 19. Juli (Donnerstag) gibt es das „Frühstück 50 plus“. Hier soll gefrühstückt und ein wenig auf das Tagesgeschehen geblickt werden.

Viel Bürokratie

Während zwei neue konkrete Angebote starten, kommt das Müze mit anderen Projekten nicht recht voran. „Ideen gibt es viele, aber die Umsetzung scheitert oft, weil sich nicht genug Leute engagieren.“ Das spürten die Vereine sehr stark, die wiederum wünschten sich eine Belebung durch das Mehrgenerationenhaus des Müze. „Aber wir haben nicht die Kapazität, um überall mitzumachen“, sagen die beiden Müze-Vorstandsfrauen.

Man wolle vielmehr die Ideen und Aktivitäten der Vereine koordinieren. Das aber sei oft leichter gesagt als getan. Die Planung koste viel Zeit, hinzu komme viel Bürokratie. Ratazzi-Stolls Zwischenbilanz: „Wir sind sehr euphorisch gestartet, dann auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen worden.“

Kontakt aufnehmen

Mehr Informationen zum Karbener Müze, Berliner Straße 12 in Burg-Gräfenrode, gibt es auch im Internet unter www.mueze-karben.de oder unter Telefon (0 60 34) 5 09 89 74.

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