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Stamm Wartbaum: Pfadfinder nehmen Jugend ernst

Von Bei den Pfadfindern des Stammes Wartbaum in Windecken tut sich viel: Neue Gruppenstunden werden angeboten, die Hütte der Pfadfinder wird seit kurzem für Veranstaltungen, Partys und Geburtstagsfeiern vermietet und die Pfadfinder stellen sich demnächst in zwei Nidderauer Grundschulen vor. Denn sie wollen Sieben- bis Neunjährige für den Stamm begeistern.
Truppleiter Jan Rode überwacht die Ausführung der „Saujagd“, einem beliebten Spiel der Wölflinge. Truppleiter Jan Rode überwacht die Ausführung der „Saujagd“, einem beliebten Spiel der Wölflinge.
Nidderau. 

Er war erst sieben Jahre alt, als er mit den Pfadfindern den ersten Kontakt hatte. Auch der Großvater und die beiden Onkels von Marcus Marohn waren Pfadfinder. Heute ist der 23-Jährige im Vorstandsteam des Stammes Wartbaum aktiv, der der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) angehört. Die DPSG wurde 1929 gegründet. Sie ist mit rund 95 000 Mitgliedern der größte katholische Pfadfinderverband und einer der größten Kinder- und Jugendverbände Deutschlands.

Marohn schätzt das Ungezwungene. „Pfadfinder sind ehrlich und offen. Es gibt keine gesellschaftlichen Zwänge“, sagt Marohn. In diesem Jahr freut er sich auf das Zeltlager im Sommer. Etwa 100 Personen reisen nach Pfünz in das Altmühltal bei Eichstätt. 131 Mitglieder gehören dem Stamm an. Um Zweitklässler für das Pfadfindertum zu gewinnen, werden noch bis Freitag (13. April) Schulbesuche in den Grundschulen Windecken und Ostheim angeboten. Mit verschiedenen Aktionen und Spielen soll Begeisterung vermittelt werden.

Draußen in der Natur

Das Programm der Pfadfinder ist vielfältig, Leistungsdruck und Prüfungen gibt es nicht. Marohn spricht einige Aktionen wie die Teilnahme der Pfadfinder am Altstadtfest in Windecken und beim Pfarrfasching an sowie Gottesdienste in Zusammenarbeit mit der Katholischen Pfarrgemeinde, Pfarrfest-Spiele oder die Teilnahme am Martinsspiel in der Katholischen Kirche Windecken. „Am meisten wird von den Kindern und Jugendlichen wertgeschätzt, draußen in der Natur zu sein und auf Bäume zu klettern“, sagt Marohn.

Kommende Termine

Termine für die Truppstunden sind für die Jüngsten dienstags von 18 bis 19.30 Uhr, Trupp Rabe donnerstags von 17.15 bis 18.45 Uhr, Jungpfadfinder mittwochs, 17.30 bis 19 Uhr und freitags 18

clearing

Der Stamm Wartbaum setzt sich aus acht Gruppen, sogenannten Trupps zusammen. Diese sind nach Alter gestaffelt. Die Sieben- bis Neunjährigen heißen Wölflinge. Die Jungpfadfinder sind zwischen neun und 13 Jahre alt, die Pfadfinder zwischen 14 und 16 Jahre. Die älteren Pfadfinder heißen Rover.

Willkommen sind Jungen, Mädchen, alle Konfessionen und auch Flüchtlinge. „Es ist wichtig, den Nachwuchs zu fördern. Wir hatten früher viele Geschwisterkinder in den Trupps. Jetzt gibt es viele Familien mit nur einem Kind“, sagt Steffen Presse, Vorsitzender des Stammesvorstands. Beobachtet hat er, dass die Eltern großes Interesse daran haben, dass Bewegung und Beschäftigung ihrer Kinder mit Gleichaltrigen stattfindet.

Spuren lesen lernen

Wichtig sei den Erwachsenen, dass die Kinder lernen, Verantwortung für sich und in der Gruppe zu übernehmen. Dabei kann jedes Kind die Fähigkeit einbringen, die es am besten kann. So gibt es den Taschenmesser-Führerschein oder das Schnitzen am Feuer. „Wir singen gerne Pfadfinderlieder. Dabei wird das Gefühl der Nähe und Wärme vermittelt“, sagt Presse.

Im Sommerlager werden Praktiken wie das Schärfen eines Messers, Spuren lesen, Orientierung in der Natur oder Baumbestimmung geübt. Neben vielen praktischen Tipps für den Alltag, sind auch Nachhaltigkeit, Ökologie und Umweltschutz sowie politisches Verständnis wichtige Pfadfinder-Themen. Das Interesse wird über verschiedene Aktionen, wie den Müllsammel-Tag geweckt. Auch Hilfsbereitschaft wird bei den Pfadfindern großgeschrieben.

Während der Gruppenstunden ist kein Handy erlaubt und im Sommerlager kein elektronisches Gerät. „Das Wichtigste ist, dass man Kinder und Jugendliche ernst nimmt“, sagt Presse. Bei den Pfadfindern treffen Hauptschüler auf Gymnasiasten, Einzelkinder auf Geschwisterkinder, Muslime auf Katholiken. Das Besondere sei, dass sich alle gegenseitig unterstützten. Vieles in den Trupps passiere im Unterbewusstsein und nebenbei.

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