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Luther-Linde ein Denkmal setzen: Petterweiler Ortsbeirat will stählerne Baumskulptur aufstellen

Der alten Luther-Linde in Petterweil, die aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste, wird ein Denkmal gesetzt. Just an deren Standort am Ortseingang soll eine stählerne Erinnerung errichtet werden. Und es gibt noch ein kleines Trostpflaster.
Diese alte Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt die mächtige Luther-Linde vermutlich in den 1970er-Jahren. Repro: Anne-Rose Dostalek Diese alte Schwarz-Weiß-Aufnahme zeigt die mächtige Luther-Linde vermutlich in den 1970er-Jahren. Repro: Anne-Rose Dostalek
Karben. 

Die Überraschung war allenthalben ebenso groß wie die Empörung: Im März ließ die Landesstraßenbehörde „Hessen Mobil“ die jahrhundertealte Luther-Linde am Ortseingang von Petterweil fällen (diese Zeitung berichtete). Zu wenig standsicher war der Baum geworden, dessen Stamm viele Jahre ohnehin nur noch durch metallene Stützen gehalten werden konnte. Baumexperten schätzten das Alter der Linde auf 450 bis 600 Jahre.

Da der Baum dicht an der Alten Heerstraße, der Landesstraße 3352, stand, war „Hessen Mobil“ zuständig. Von dort hieß es, man habe den Baum zwar in regelmäßigen Abständen gepflegt. Aber im März habe ein Baumgutachter festgestellt, die Schäden seien so groß, dass „akuter Handlungsbedarf“ bestehe. Am 8. März rückten dann Arbeiter an und zerlegten den Baum bis auf den Stumpf.

Als Naturdenkmal war der Baum zwar nicht eingetragen, aber für die Petterweiler Ortseinfahrt hatte er doch einen prägenden Charakter. Deswegen war die Empörung groß. Mittlerweile hat man sich in Petterweil aber mit den Notwendigkeiten abgefunden und blickt nach vorne.

Das tut auch der Magistrat, wie Erster Stadtrat Friedrich Schwaab (CDU) sagt. „Wir wollen den Bereich dort pflegeleicht machen“, laute das Ziel. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats präsentierte er einen Entwurf der Burg-Gräfenröder Künstlerin Cynthia Nebel.

Sie hat eine rund 1,50 bis zwei Meter hohe Skulptur entworfen, die aus Cortenstahl gefertigt werden soll. Der jetzige Baumstumpf soll bis auf den Boden verkürzt und versiegelt werden. Darauf soll dann die Skulptur errichtet werden. In diese Baumskulptur sollen die Jahreszahlen 1675 bis 2018 eingefräst werden.

Symbolträchtig

Wie Ortsvorsteher Adolf Koch (SPD) sagt, sei die Luther-Linde ein Symbol für Petterweil. „Deswegen wollen wir dort auch etwas symbolträchtiges hinsetzen.“ Zudem hat der Ortsbeirat die Idee, in der Nähe noch eine Informationstafel anbringen zu lassen, auf der in Kurzform die Geschichte der Luther-Linde zu lesen ist.

Offenbar können auch die Petterweiler damit leben. Zumindest die 30 Bürger, die in der Ortsbeiratssitzung waren, zeigten sich einverstanden. Als sinnvoll und gut wurde auch der Vorschlag befunden, die Baumskulptur von unten dezent anzustrahlen. So wurde am Ende einstimmig ein ergänzter Antrag der SPD verabschiedet: Darin heißt es, der Ortsbeirat bitte den Magistrat, mit „Hessen Mobil“ Kontakt aufzunehmen, damit der Baumstumpf bodennah abgefräst und versiegelt werde. Anschließend wolle man darauf die Skulptur errichten. Dieser für manche umständlich erscheinende Weg hat aber seinen Grund: Die Landesstraßenbehörde hat hier das Sagen. Von ihr hängt es schlussendlich ab, ob Stadt und Ortsbeirat den Plan für ein Lutherlinden-Denkmal tatsächlich umsetzen können.

Zu viel Laub

Für die Petterweiler gibt es außerdem eine Ersatzpflanzung. Das hat der Ortsbeirat angeregt. Der Standort soll nach Angaben von SPD-Ortsbeirat Ralf Schreyer im Bereich Steingasse/Alte Haingasse 26 sein. „Dort existiert noch ein altes Baumgitter von einem anderen Baum, der da früher einmal gestanden hat“, erklärt er in der Ortsbeiratssitzung. Ortsvorsteher Koch kündigt an: „Es wird aber keine Linde sein.“ Die werfe zu viel Laub ab, worüber sich die Anwohner ärgern.

Übrigens gab es im alten Petterweil gleich zwei große Linden: Eine soll schon kurz nach der Durchreise Luthers zu seinen Ehren gepflanzt worden sein. Angeblich hat diese erste Linde zwar den Dreißigjährigen Krieg nicht überlebt. Doch war den Petterweilern ihre Luther-Linde so wichtig, dass später ein neuer Baum gepflanzt wurde.

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