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Bad Vilbeler Burgfestspiele: Neuinszenierung der Komödie „Außer Kontrolle“ kommt gut an

Von Die Neuinszenierung der Komödie „Außer Kontrolle“ feierte am Dienstag ihre umjubelte Premiere bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen. Einige Kritiker gibt es aber doch – wenn auch wenige.
Begeistern das Publikum mit ihrer Schauspielleistung (von links): Alice von Lindenau, Sebastian Zumpe, Thomas Dehler, Andreas Krämer und Felix Bold. Begeistern das Publikum mit ihrer Schauspielleistung (von links): Alice von Lindenau, Sebastian Zumpe, Thomas Dehler, Andreas Krämer und Felix Bold.
Bad Vilbel. 

Bei der Premiere der Neuinszenierung „Außer Kontrolle“ stimmte einfach alles: Das Ambiente in der festlich beleuchteten Wasserburg, das gut gelaunte Publikum, das mit viel Herzblut und sichtlichem Spaß spielende Profi-Ensemble, die humorvolle, pointen- und szenenreiche Handlung und das Wetter. Bevor die turbulente Komödie alle Zuschauer in ihren Bann zog, begrüßte Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) das Premierenpublikum in der Quellen- und Festspielstadt.

Die Burgfestspiele gehen nunmehr in die 32. Saison: Über 200 Vorstellungen lockten zuletzt mehr als 100 000 Besucher in die historische Spielstätte. Die Bandbreite des Programms reicht von Opern für Familien und Kindertheater über Komödien, Musicals, klassische Theaterstücke und Matineen bis zu Aufführungen im Theaterkeller. Zum Gelingen des abwechslungsreichen Programms tragen über 200 Personen vor auf und hinter der Bühne bei.

Es kommt zum Gerangel: George Pigden (Felix Bold, rechts) und Richard Willey (Thomas Dehler). Bild-Zoom
Es kommt zum Gerangel: George Pigden (Felix Bold, rechts) und Richard Willey (Thomas Dehler).

Wie Stöhr betont, investierten Stadt, Förderverein, Sponsoren und das Land Hessen in den vergangenen Jahren viele Millionen Euro, um aus der historischen Burgruine eine funktionale Spielstätte mit hoher Aufenthaltsqualität, Erfahrbarkeit von Geschichte und Kultur zu schaffen. „Weitere Investitionen stehen für die nächste Saison in den Burggraben und für ein neues Bühnendach wieder an“, informiert Stöhr.

Michael Döricht, seit 2015 Vorsitzender des Fördervereins der Burgfestspiele, berichtet, dass in diesem Jahr die Infrastruktur mit einer neuen Beleuchtung rund um die Burg und auf der Brücke zur Alten Mühle für 40 000 Euro verbessert werden soll.

Förderer gesucht

Finanziell engagieren sich im 1998 gegründeten Förderverein, der unter anderem in der achten Saison den Theaterpädagogen finanziert und durch den Sozialfonds 2000 Kindern den Besuch der Festspiele ermöglichte, 40 Firmen und 100 Privatleute. „Das sind in einer Stadt mit über 30 000 Einwohnern zu wenige. Unterstützen Sie die Burgfestspiele Bad Vilbel, indem sie dem Förderverein beitreten“, ermutigte Döricht.

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Noch 17 mal steht die Neuinszenierung der turbulenten Komödie „Außer Kontrolle“ auf dem Spielplan. Wer leichte Kost liebt und Spaß an einem souverän konstruierten Verwirr- und Verwechselspiel mit

clearing

Claus-Günther Kunzmann feiert in der 32. Festspielsaison indes seine 20. Spielzeit als Intendant. Er erinnerte daran, dass der Soziologe und Nationalökonom Max Weber einst von der „Entzauberung der Welt“ gesprochen habe. Kunzmann versprach: „Wir wollen ihnen mit den Burgfestspielen in Bad Vilbel ein bisschen von diesem Zauber zurückbringen.“

Danach hatte das Publikum nur noch Augen und Ohren für „Außer Kontrolle“: Schnelle Abfolgen, turbulente Verwicklungen und rasch wechselnde Szenen verlangten den Schauspielern einiges ab. Gespielt wird in einer Londoner Hotelsuite mit großem Kronleuchter und einem Fenster, das einen Blick auf die Themse und den Big Ben zeigt. Bühnenbildnerin Kathrin Kegler hat die Burgmauern hinter Tapete versteckt.

Es gibt auch Kritiker

Bereits in der Pause ist das Urteil der Zuschauer gespalten: Die Mehrheit des Premierenpublikums ist von der Neuinszenierung der Komödie begeistert. Die Lachmuskeln werden fleißig trainiert, das grandios aufspielende Ensemble mit Zwischenapplaus, anerkennenden Pfiffen und anhaltendem Schlussapplaus gefeiert.

Joern Hinkel, neuer Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, lobt: „Ich habe mich bisher köstlich amüsiert, ein tolles Stück mit vielen Schauspielern. Es ist herrlich in einen Zuschauerraum zu blicken, wo so viele Menschen so herzlich lachen.“ Einer Minderheit der Festspielbesucher ist die Komödie zu plump inszeniert, die Handlung teilweise zu klamaukhaft. „Alle Facetten einer politischen Sexkomödie werden ausgereizt.“ Doch selbst die Kritiker loben das Ensemble für sein ausgezeichnetes Spiel und schwärmen vom Ambiente des Spielortes, der mit Kultur und Kulinarik zum Verleben einer schönen Sommernacht an der Nidda einlädt. Lesen Sie unsere Rezension des Stücks auf Seite 25.

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