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Neu-Rechter haucht „Projektwerkstatt“ Leben ein

Karben. 

Das habe nichts mit der „Identitären Bewegung“ zu tun oder der Neuen Rechten – hatte Andreas Lichert, Betreiber der „Projektwerkstatt“ in Karben vergangenes Jahr mehrfach beteuert. Nun hat er einen Gastredner genau aus diesen Reihen einen Vortrag in seinen Räumen halten lassen.

So sprach einer der führenden Köpfe der intellektuellen Neuen Rechten in Deutschland am vergangenen Freitagabend in dem zu einem Veranstaltungsraum umgebauten Ladenlokal an der Bahnhofstraße in Groß-Karben. „Die ,Identitäre Bewegung‘ hatte dort eine Sitzung“, schätzt die Wetterauer Polizei die Situation laut ihres Sprechers Jörg Reinemer ein. Die Polizei sei im Umfeld mit einem größeren Aufgebot an Uniformierten und zivilen Kräften gewesen. „Das ist schon eine sensible Sache, da müssen wir genau drauf schauen.“

Mit der islamischen Ditib-Gemeinde aus dem Nachbarhaus habe die Polizei im Vorfeld ein Gespräch geführt, sagt Reinemer, damit diese sich weiter sicher fühlen könne.

Der Abend sei „ohne besondere Vorkommnisse verlaufen“ und habe „nicht so viele Besucher gehabt“. Es sei um die „Projektwerkstatt“, so Reinemer, „zuletzt recht ruhig“ gewesen. Das mag Karbens Kulturstadtrat Philipp von Leonhardi (CDU) nicht bestätigen: „Wir hatten keinen Eindruck, dass dort Ruhe herrscht.“ Allerdings sei die „Projektwerkstatt“ offenkundig insofern gefloppt, „dass die Karbener ihr den Rücken zukehren“.

Das habe sich auch am Freitagabend gezeigt: „Da sind Leute aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet angereist.“ Das Antifaschistische Info-Büro Rhein-Main wertet den Vortrag als Zeichen dafür, dass die Projektwerkstatt gezeigt habe, „wo sie politisch steht“. Das schreibt das Info-Büro auf seiner Internetseite. Demnach seien auch rechtsextreme Besucher, darunter der Vizevorsitzende der hessischen NDP, Daniel Lachmann aus Büdingen, ausdrücklich willkommen geheißen worden.

Mit dem Referenten arbeitet Andreas Lichert in einem bundesweiten Kreis neu-rechter Intellektueller zusammen. Seine „Projektwerkstatt“ hatte Lichert 2013 als Treffpunkt für die rechte „Identitäre Bewegung“ eröffnet, sich kurz danach aber davon distanziert, unter anderem in der FNP. „Hinter dem Betreiber stehen exponierte Rechtsextreme“, erklärt Stadtrat von Leonhardi. Licherts Freundeskreis reicht auf der anderen Seite bis in die Spitze der Wetterauer FDP.

Ein breites Bündnis aus Vereinen, Gruppen, Kirchen, Politik, Schule und Einzelpersonen stellt sich Licherts Vorgehen entgegen. „Wir zeigen das offene Karben und haben viel Zuspruch“, freut sich Stadtrat von Leonhardi, einer der Koordinatoren. Das mangelnde Interesse der Karbener an Licherts Vorstoß habe die „Projektwerkstatt“ enttarnt: „Seine Strategie, der nette Rechtsextreme von nebenan zu sein, geht aber nicht auf.“ dpg

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