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Wut auf Busunternehmer: Mutter zum Busverkehr: "Kinder haben keine Lobby"

Von 50 Schüler aus Bad Vilbel pendeln jeden Tag mit der Buslinie 551 nach Frankfurt in die Schule. Nun werden Klagen laut, dass es auf der Strecke immer wieder Probleme gibt. Eltern monieren, dass der Bus gar nicht oder zu spät kommt – und das niemand die Verantwortung dafür tragen will. RMV und Busunternehmer lassen das nicht auf sich sitzen.
Buslinie 551 am Bahnhof Bad Vilbel Buslinie 551 am Bahnhof Bad Vilbel
Bad Vilbel. 

Mutter Beate Schneider ist sauer. Unter der Woche ist ihre Tochter Kim auf den Linienbus 551, der um 7.10 Uhr vom Vilbeler Nordbahnhof zur Schule am Ried in Bergen-Enkheim fährt, angewiesen. Aber: „Immer wieder kommt es vor, dass der im halb-stündigen Takt fahrende Bus, der die Strecke Bad Vilbel – Fechenheim – Offenbach bedient, nicht kommt“, klagt Schneider. „Schüler und alle anderen Fahrgäste, die den Bus regelmäßig nutzen, werden nicht informiert.“

Sie hat Buch geführt: Seit Schulbeginn sei dies montagmorgens jeweils am 13. und 20. August, am 3, September am Nordbahnhof sowie am Freitag, 21. September um 12.36 Uhr an der Haltestelle Marktstraße in Bergen-Enkheim der Fall gewesen. Dies sei ärgerlich, sagt Schneider, besonders für die Kinder, die regelrecht in Panik gerieten, wenn in der ersten Schulstunde eine Arbeit geschrieben wird.

„Das war im letzten Schuljahr mehrmals der Fall. Da hat meine Tochter verzweifelt angerufen. Da ich zu Hause war, konnte ich sie fahren“, berichtet Beate Schneider. Dies sei jedoch nicht immer möglich, da sie berufstätig und um diese Uhrzeit meist selbst auf dem Weg zur Arbeit ist.

In der Frankfurter kooperativen Gesamtschule Schule am Ried, die im Stadtteil Bergen-Enkheim, in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes „Enkheimer Ried“ liegt, ist das Problem bekannt. Betroffen sind derzeit von den Bus-Ausfällen der Line 551 insgesamt 50 Schüler aus Bad Vilbel und weitere aus Fechenheim, die den Bus ebenfalls zum Pendeln nutzen.

Kaum Plätze frei

Hinzu komme, dass der Bus oft auch überfüllt ist und keine Fahrgäste an den Haltestellen mehr einsteigen können. Die Probleme gibt es nicht nur morgens um 7.45 Uhr, sondern auch bei Schulende, das in der Regel je nach Stundenplan um 15.30 Uhr oder 17 Uhr liege. Wütend ist Beate Schneider nicht nur wegen der Ausfälle, sondern auch wegen der Informationspolitik des RMV und des Busunternehmens – und darüber, dass keiner die Verantwortung übernehmen will. „Der RMV teilte mir mit, dass ich eine Beschwerde einreichen könne, allerdings könnten sie nicht weiterhelfen“, erzählt die Familienmutter. Die Verkehrsgesellschaft habe die Verantwortung auf das Busunternehmen geschoben, berichtet sie. „Die Zehn-Minuten-RMV-Garantie gilt bei Linienbussen nicht. Zudem gebe es keine Verpflichtung für die Schulkinder Abhilfe zu schaffen“, hieß es ihr gegenüber. „Da es ein Linienbus ist, brauche man auch keinen Ersatzbus innerhalb von 15 Minuten zu stellen,“ gibt Schneider wieder.

Befahren wird die Route Bad Vilbel – Bergen-Enkheim – Fechenheim durch die Stroh Busverkehrs GmbH in Altenstadt in Kooperation mit der Firma Balser in Büdingen und Eberwein in Karben. Direkte Nachfragen Schneiders beim Busunternehmen Balser scheiterten. „Dort habe ich mehrfach versucht anzurufen und wurde aber vertröstet“, sagt sie.

Schneider fühlt sich „ganz schön machtlos“. Am meisten stört sie, dass Schüler und Arbeitnehmer, die auf den Bus angewiesen sind, einfach ignoriert werden. „Kinder haben sowieso keine Lobby und müssen so viel hinnehmen. Ich finde es unglaublich. Alles ist geregelt, aber mit Schulkindern kann man es ja machen“, schimpft sie. Im vergangenen Jahr habe sie für das Ticket noch 700 Euro und in diesem Jahr dank des Hessen-Tickets 365 Euro bezahlt.

Garantie gilt weiter

Zu den Angaben sagt Busunternehmer Friedel Stroh: „Einen Ersatzbus, um diese Uhrzeit während der Rush Hour zu stellen macht keinen Sinn, da es eine halbe Stunde dauert, bis der Bus vor Ort ist.“

Die Auswertung der GPS-Daten an den genannten Tagen und Uhrzeiten habe Folgendes ergeben: Am 13. August habe der Bus drei Minuten, am 20. August vier Minuten und am 21. September sieben Minuten Verspätung gehabt. „Der Bus kommt von Gravenbruch und fährt über Offenbach nach Bad Vilbel“, so Stroh weiter. Tatsächlich ausgefallen sei einzig der Bus am 3. September aufgrund eines technischen Defektes.

Komme ein Bus aufgrund von Verkehrsstaus oder Unfällen zu spät, können sich die Fahrgäste an den RMV wenden und einen Erstattungsauftrag senden. „Die Pünktlichkeitsgarantie von zehn Minuten gilt auch für Linienbusse“, versichert Stroh.

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