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Kunstschule: Mit dem Pinsel gegen Alltagsgrau

Von „Kunst stärkt“ ist ein neues Projekt des Kunstvereins Bad Vilbel, gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, im landesweiten Modellprojektes „Kulturkoffer“. Es bietet Jugendlichen ab zwölf Jahren die Möglichkeit zur Betätigung bei Fassadenmalereien, zur Aktionskunst und gibt Gelegenheit zu Experimenten mit Farben und Materialien – und es hat noch einen ganz anderen Hintergrund.
Jugendliche arbeiten über drei Gerüststockwerke verteilt, um gemeinsam die Fassade gegenüber der Stadtschule zu bemalen. Jugendliche arbeiten über drei Gerüststockwerke verteilt, um gemeinsam die Fassade gegenüber der Stadtschule zu bemalen.
Bad Vilbel. 

Die Fassade an der Baugasse gegenüber der Stadtschule ist mittlerweile fertiggestellt. Doch nun geht es weiter, mit Bühnenbild und Raumdesign. Mit welchem Eifer die Jugendlichen unter Kursleitung von Nicole Wächtler und Ingrid Strohkark bei der Sache gewesen sind, zeigen die Fotos. Zwar ist das Projekt abgeschlossen, doch Prozesse finden aktuell statt. Die Fassade, die mit Acryl-Wandfarbe und Pinsel gestaltet worden ist, ist ein Hingucker. Passanten bleiben stehen. Das „Life-Painting“ zeigt nicht nur die Faszination der gemeinsamen Mal-Sessions und ein Stück urbanes Lebensgefühl.

Es hat auch etwas mit den jungen Künstlern gemacht, deren Selbstwertgefühl und ihren Teamgeist gestärkt. Genau das will das Projekt „Kunst stärkt“ des Bad Vilbeler Kunstvereins erreichen. Junge Menschen haben sich kreativ ausprobiert, zeigen über drei Gerüststockwerke Kunst ohne Konventionen, mit Symbolen, die für ihre Jugend stehen.

Das Gerüst hat der Frankfurter Gerüstbauer Paul unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Jugendlichen haben den Entwurf in der Kunstschule gestaltet. „Die Form erinnert an einen abstrakten Wasserstropfen als Ausschnitt eines Ganzen der Brunnenstadt Bad Vilbel“, erklärt Ingrid Strohkark. Innerhalb der Form sei das Leben der Jugendlichen dargestellt. Blätter symbolisierten die Natur, Klaviertasten stünden für Hobbys und Freiheit. Sonnenaufgang, Regenbogen und Vernetzung sind wichtige Elemente.

Eigenständig arbeiten

Ein Hinweis auf die Stadtschule findet sich in Form von Kästchen. „Hinter der Abstraktion steht eine Geschichte, die zum Ort passt“, sagen Strohkark und Wächtler. Ein Logo sei entwickelt worden, eine Spirale, die überall in den Projekten sichtbar sei. „Ich finde es schön, dass Jugendliche in Bad Vilbel eigenständig arbeiten durften. Es gibt viel Graffiti in der Stadt, doch das war mal etwas anderes“, sagt Lilly Kuhl (12) aus Bad Vilbel. Lillys Vater Friedemann Kuhl sieht in dem Projekt eine super Chance für den Nachwuchs: „Jugendliche können sporadisch teilnehmen. Das ist ein tolles Kennenlern-Angebot, um selbst künstlerisch tätig zu werden.“

Nicole Wächtler bestätigt, dass sich Jugendliche aus allen Schichten beteiligen könnten. „Kunst hat auch eine Verantwortung“, erklärt die Künstlerin, die Design in Darmstadt und Mailand studiert hat. Durch Farbe würden Orte verändert, seien Jugendliche zu Gruppen zusammengewachsen, hätten gelernt, zu diskutieren und Selbstbewusstsein erfahren, indem sie sich etwa getraut hätten, Pinselstriche auf eine weiße Wand zu malen.

Bühnenbild gestalten

Siim Jalvis Lieblingsfarbe ist Rot. Der Elfjährige aus Bad Vilbel gestaltet gerne, ist handwerklich sehr geschickt. Er hat kräftige Streifen auf die Fassade gemalt. Ideen entwickeln, Sägen, Bauen und Gestalten sind die Schwerpunkte für die Projekte Bühnenbild und Raumdesign. Bis Ende Dezember soll als zweites Projekt ein Bühnenbild für die Tanzschule Bäppler-Wolf in Bad Vilbel entstehen. Es dient als Kulisse für die Deutsche Meisterschaft des Steptanzes der Junioren

„Die zwei Holzplatten von ein mal zwei Meter Größe zeigen eine Wand in Backsteinoptik mit Formen und Schrift“, sagt Wächtler, passend zur Hinterhofromantik der Geschichte. Dringend gesucht würden weitere freie Flächen, wie Hausfassaden, Mauern oder Stromkästen. Eigentümer könnten sich im Herbst gerne melden.

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