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Psychologe Matthias Ennenbach: Mehr Erfolg durch Achtsamkeit

Von Immer höhere Anforderungen, immer mehr Stress am Arbeitsplatz – Auswege aus diesem Hamsterrad zeigt der Psychologe und Mediziner Dr. Mathias Ennenbach in einem Seminar im Dortelweiler Golfhotel. Er schildert, wie Alltagsroutinen zur lähmenden Falle werden.
Das Gehirn hat viel mehr Möglichkeiten, als in der Praxis genutzt werden, erläutert Matthias Ennenbach. Es gelte, vertraute Pfade zu verlassen. 
Foto: Deul Das Gehirn hat viel mehr Möglichkeiten, als in der Praxis genutzt werden, erläutert Matthias Ennenbach. Es gelte, vertraute Pfade zu verlassen. Foto: Deul
Bad Vilbel. 

Im Seminarraum des Golfhotel Lindenhof sitzen 40 Teilnehmer – Banker, Ärzte, Steuerberater haben 160 Euro bezahlt, um den Berliner Mediziner, Psychologen und Coach Dr. Matthias Ennenbach zu hören und dessen Tipps zu „effektiver Selbststeuerung für Leistungsträger“. Dazu eingeladen hat Uwe-Peter Hastedt, der Geschäftsführer des Eschborner Projektentwicklers MHB-Gruppe.

Ihm ist die Mitarbeiter-Motivation ein Anliegen, nur stabile Mitarbeiter seien leistungsfähig. Oft aber setzten sich erfolgreiche Menschen von innen zu stark unter Druck. Kämen dann noch äußerliche Ereignisse wie die Finanzkrise hinzu, „dann wird man als Einzelperson mächtig durcheinandergewirbelt“. Mit seiner Partnerin, der Bad Vilbeler Zahnärztin Annette Bigalke, hat Hastedt ein Konzept entwickelt, das „Retreat-Center“, einen Rückzugsort im Büroalltag.

Im Urlaub oder bei einer After-Work-Party zu entspannen sei einfach, aber nachhaltiger wirke, wenn es im Arbeitsalltag Gelegenheit zu mentalem Fitnesstraining gebe, „um den Geist zu stärken – nicht erst dann, wenn die Überforderung da ist“.

 

Stärken entdecken

 

In diese Kerbe schlägt auch Referent Ennenbach, der seine Zuhörer auf eine Mut machende Entdeckungstour durch die Erkenntnisse der Neurowissenschaft nimmt. Sein Ziel ist die achtsame Selbstkontrolle, das Erkennen und Stärken eigener Potenziale. Nervenzellen können sich bis ins hohe Alter hinein neu verknüpfen, betont er. Auch Senioren können aktiv sein, „und nicht nach der Rente nur noch für den Dackel leben“, merkt er herausfordernd an. Doch dafür müssten Hürden überwunden werden.

Die größte Falle sei die Alltagsroutine. 95 Prozent der Handlungen liefen automatisch ab, vom Zähne putzen über das Auto fahren bis hin zu Reaktionsmustern im Arbeitsalltag. Ennenbach zeigt ein Labyrinth, das an einer Stelle blockiert ist. Nicht diese eine Hürde sei das Problem, sondern das Labyrinth selbst, weil die Menschen dazu neigten, sich stets auf gewohnten, vorgegebenen Pfaden zu bewegen.

Deswegen will Ennenbach die Achtsamkeit wecken, eine Mischung aus Konzentration und Aufmerksamkeit. Das wiederum aktiviere die Neuroplastizität, die die Eigenschaft von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich in Abhängigkeit von der Verwendung in ihren Eigenschaften zu verändern, betreffe. Eine stete Herausforderung, weiß der Referent, „denn wir lieben die Gewohnheit, das gibt uns Sicherheit“. Eine erste Stufe, um Neues zu entdecken, sei die Ruhe. Eine Minute lang sollen die Teilnehmer ihre Augen schließen, sich an Details der Raumausstattung erinnern.

 

Gewohnheiten bekämpfen

 

Das falle schwer, bei der Wahrnehmung rausche vieles durch. Ennenbach setzt noch eines drauf, hält ein 800-Seiten-Buch hoch, Symbol fürs Buch des Lebens. Schnell blättert er durch, das Leben im Zeitraffer. Zwischendrin ist eine besondere Seite, auf die man sich freut: Urlaub, Geburtstag, doch schnell wird weitergeblättert – bis die letzte Seite kommt. Dagegen rät Ennenbach zu Übungen, die auf buddhistischer Meditation („aber areligiös“), psychotherapeutischer Selbstwahrnehmung und neurowissenschaftlichen Fakten basierten. „Man muss die Leute da abholen, wo sie sind.“ Gastgeber Hastedt rät: Führungskräfte sollten sich im Büro mal 15 Minuten zum Meditieren zurückziehen.

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