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Sozialpreis an Antifaschistische Bi vergeben: Manche sehen falsches Signal

Für ihr demokratisches Engagement wurde die Antifaschistische Bildungsinitiative (Antifa Bi) in einer Feierstunde im Kreishaus mit dem Sozialpreis des Kreises ausgezeichnet. Das ruft Kritiker auf den Plan.
Bei der Preisvergabe (von links): Landrat Joachim Arnold mit Tobias Gniza, Nora Zado, Andreas Balser vom Antifa- Bi-Vorstand und Erstem Kreisbeigeordneten Helmut Betschel.	Foto: Jürgen W. Niehoff Bei der Preisvergabe (von links): Landrat Joachim Arnold mit Tobias Gniza, Nora Zado, Andreas Balser vom Antifa- Bi-Vorstand und Erstem Kreisbeigeordneten Helmut Betschel. Foto: Jürgen W. Niehoff
Friedberg. 

„Für uns ist die Auszeichnung eine Aufforderung zum Weitermachen. Dieser Preis ist die erst nicht-parteiliche Auszeichnung, die wir erhalten. Wir sehen darin eine Aufwertung unserer politischen Arbeit“, bedankte sich am Ende der Feierstunde der Sprecher der Wetterauer Antifa-Bewegung, Andreas Balser.

Nach der Nachbarschaftshilfe Bad Vilbel im Jahr 2010, der Frauenselbsthilfegruppe gegen Krebs aus Friedberg und Hubertus Ellerhusen für sein Engagement bei der Schuldnerberatung im Jahr 2011, der Eltern-Kind-Initiative Wölfersheim im Jahr 2012 sowie dem Verein Grüne Damen Wetterau für ihren Einsatz in Krankenhäusern, Altenheimen und für Flüchtlinge, wurde der mit 2000 Euro dotierte Preis diesmal zum sechsten Mal verliehen.

 

Betschel: Zeichen setzen

 

Der Vorschlag, als Preisträger die Antifa Bi auszuwählen, sei von den Fraktionen SPD, Grüne und FDP abgegeben worden und ohne Gegenstimme anschließend von einem Findungsgremium akzeptiert worden, meinte Kreisbeigeordneter Helmut Betschel (Grüne) zufrieden. „Mit der Auswahl wollten wir ein Zeichen setzen“, begründete er die Auswahl.

Hintergrund: Menschenfeindlichkeit im Fokus

Die Antifaschistische Bildungsinitiative sieht sich als „demokratischer und gemeinnütziger Verein, der sich für eine offene Gesellschaft ohne Diskriminierung“ einsetzt.

clearing

Denn die Antifa Bi sei in vielen Schulen unterwegs und leiste im Angesicht steigender Flüchtlingszahlen und damit zusammenhängender Aktivitäten rechtsgerichteter Kreise eine wertvolle Aufklärungsarbeit. Der Marburger Erziehungswissenschaftler Professor Benno Hafeneger, der die Laudatio für den Preisträger hielt, warnte davor, das rechte Lager zu unterschätzen. Zwar seien die organisierten Kräfte in diesem Bereich, wie die NPD, überschaubar und von demokratischen Kräften auch ohne Weiteres im Zaum zu halten, doch es gebe eine starke Strömung rechtsgerichteten Gedankenguts, das bis weit in die Mitte der Gesellschaft reiche. Dem gelte es Widerstand zu leisten. Und das bewerkstellige man am besten mit Aufklärung und Bildung.

Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Sympathien für das rechte Gedankengut vor allem in bildungsfernen Bevölkerungsgruppen immer stärkeren Anklang fänden. Die Antifa Bi habe deshalb ein Bildungskonzept für Schulen entwickelt. Sie wolle verhindern, dass Arbeitslosigkeit, Armut und Wohnungsnot von Rechten aufgegriffen, als nationale Frage umgedeutet und die Ursache Ausländern und Asylbewerbern zugeschoben werde. Diesem „menschenverachtenden Mechanismus“ setze die Antifa Bi Aufklärungsarbeit entgegen.

 

Hospizdienst auf der Liste

 

Die Preisverleihung ist allerdings nicht unumstritten. Vor allem die Freien Wähler und die Alternative für Deutschland (AfD) aus der Wetterau kritisieren die Auswahl des Preisträgers. So beanstandet die Sprecherin der Wetterauer AfD, Christiane Gleissner, der Kreis habe mit der Verleihung dieses Preises an eine „einseitig orientierte politische Initiative“ ein falsches Signal gesetzt. „Das ehrenamtliche Engagement im Sozialbereich wird so nicht gefördert“, erklärt Gleissner.

Die Freien Wähler sind „überrascht“, denn nach der Richtlinie zur Preisvergabe solle „beispielhaftes Handeln im sozialen Bereich“ ausgezeichnet werden. Es habe dazu nicht an Vorschlägen gemangelt. So soll der Hospizdienst Wetterau zum wiederholten Male auf der Vorschlagsliste gestanden haben.

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