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Umgestaltung: Ludwigsbrunnen zwischen Groß-Karben und Burg-Gräfenrode strahlt in neuem Glanz

Lange Zeit war der Groß-Karbener Ludwigsbrunnen verwahrlost. Nun ist aus dem Ort ein neues Kleinod für Karben geworden.
Hier lässt man sich gern nieder: Der vordere Bereich des Ludwigsbrunnens bietet Platz zur Entspannung. Bilder > Hier lässt man sich gern nieder: Der vordere Bereich des Ludwigsbrunnens bietet Platz zur Entspannung.
Karben. 

Große Büsche, stehendes Wasser auf den Steinplatten: Bis vor einem halben Jahr war der Ludwigsbrunnen zwischen Groß-Karben und Burg Gräfenrode nicht gerade für seine Schönheit oder zum Verweilen einladenden Sitzmöglichkeiten bekannt. „Wenn man hier vorbeikam, standen zwar häufig Autos hier, aber die haben entweder das gesunde Wasser vom Brunnen geholt oder waren mit dem Hund spazieren“, erinnert sich Groß-Karbens Ortsvorsteher Gerd Hermanns noch sehr gut. „Lange bleiben wollte hier niemand.“

Dies soll sich jetzt ändern: Rund 60 000 Euro hat die Stadt Karben in die Hand genommen, um aus dem verwahrlostem Areal um den alten Brunnen etwas neues zu machen. Dort wo früher Hecken standen, stehen nun Bänke bereit, Pflanzen sollen das ganze optisch besser gestalten, im Sommer sollen die Pflanzen auch Bienen an den Brunnen locken. „Angefangen haben wir hier vor Ort am 11. Juni“, erklärt Faik Iseni, Inhaber der Gartenbaufirma Schmidt, die die Umbauten durchführte.

Neue Flächen davor

„Zuerst haben wir die Arbeiten am Brunnen selbst gemacht, dann die neue Fläche davor. Den letzten Pflasterstein haben wir dann am 28. Juni verlegt.“ Durch die enorme Hitze konnten die Pflanzungen dann erst später durchgeführt werden. Und noch ist auch nicht alles erledigt: Im November sollen noch neue Bäume dazukommen. Trotzdem kann sich das Ergebnis bereits jetzt sehen lassen. „Bei der Planung wollten wir die bisher vor Ort existierenden Eigenschaften beibehalten, aber dem Ganzen einem modernen Dreh geben“, erklärt Architektin Cynthia Nebel, die sich im Auftrag der Stadt um die Planung des Areals gekümmert hat. „Die Pflastersteine sollen optisch etwas hergeben und die Bänke einfach zum Verweilen einladen. Für Radfahrer und Spaziergänger ist es also ein idealer Platz für eine kleine Pause und um von dem gesunden Wasser aus dem Brunnen zu trinken.“ Besonders wichtig war die Erhaltung der Quelle an sich, bei der sich auf den ersten Blick wenig verändert hat. „Schon aus Respekt vor dem ursprünglichen Architekten wollten wir da nicht viel ändern“, erklärt Nebel. „Also gab es nur einige Korrekturen. Viele Besucher haben sich zum Beispiel beschwert, dass immer wieder Wasser auf den Steinplatten stehe. Also hat die Baufirma die Platten rausgenommen und so angepasst, dass das Wasser jetzt wieder richtig ablaufen kann. Dafür wurden aber die gleichen Platten verwendet wie zuvor.“

Stärker ins Auge fällt eine andere Veränderung: Die großen Betonsäulen der Quelle wurden in unterschiedlichen Blautönen frisch gestrichen und große Schriftzeichen mit den Inhaltsstoffen darauf geklebt. „Wir haben dabei darauf geachtet, dass die Höhe der Säulen im Verhältnis zur Menge im Wasser steht“, sagt Nebel und zeigt auf die größte Säule, die groß mit Hydrogencarbonat beschrieben ist. Wie viel genau von welchen Stoffen im Wasser des nach faulen Eiern riechenden, aber für die Gesundheit wohl guten Wassers enthalten ist, soll man bald auf der Homepage der Stadt nachlesen können.

Dass am Brunnen selbst so wenig verändert wurde, liegt auch am überzeugenden Konzept, dass 1972 umgesetzt wurde. Die Karbener Architekten Klaus und Ruth Langhammer kamen damals auf die Idee mit dem Rondell und den Betonsäulen. Auch über 50 Jahre danach ließen es sich die beiden nicht nehmen, zur Wiedereröffnung vorbeizuschauen. „Die Säulen sollen den Brunnen aus der Landschaft hervorheben“, erklärt Langhammer und zeigt auf eine Originalskizze von 1972.

Konzept beibehalten

„Dass das Kernkonzept auch bei der Neugestaltung beibehalten wurde, finde ich gut“, sagt er. „Zu zeigen, was für Mineralien in dem ja nicht gerade sehr anregend riechendem Wasser drin sind, finde ich eigentlich eine tolle Idee. Aber ein kleines Schild hätte es da vielleicht auch getan.“ Auch Bürgermeister Guido Rahn (CDU) freut sich. „Viele Karbener schwören auf das gesunde Wasser, als kleiner Bub’ musste ich das auch ein paar mal trinken. Aber die Quelle war bisher nie etwas, wo man gerne auch länger Zeit verbracht hat.“

„Ich erinnere mich noch gut, als wir die Pflastersteine ausgesucht haben, dass das alles dann so schnell geklappt hat ist ja nichts Selbstverständliches“, sagt Rahn. „Hier ist ein Ort entstanden, der zum Verweilen einlädt, an dem man im Sommer die Sonne und den Blick ins Naturschutzgebiet genießen kann. “

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