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Sein Thema ist Gerechtigkeit: Linken-Bundestagskandidat Julian Eder (19) wirbt für die Ziele seiner Partei

Von Die heiße Phase im Bundestagswahlkampf ist in vollem Gange. An seinem Wahlkampfstand in Friedberg stand am Samstag auch Julian Eder (19) aus Nieder-Wöllstadt, der als Direktkandidat für die Linken antritt. Was sagen die Passanten zu den Zielen der Partei?
An seinem Wahlkampfstand, hier in Friedberg an der Kaiserstraße, wirbt Bundestagskandidat Julian Eder (19) für die Ziele der Linken. Foto: Petra Ihm-Fahle An seinem Wahlkampfstand, hier in Friedberg an der Kaiserstraße, wirbt Bundestagskandidat Julian Eder (19) für die Ziele der Linken.
Friedberg. 

Samstagvormittag, Julian Eder hat seinen Wahlkampfstand an der Friedberger Kaiserstraße aufgebaut. Viel ist nicht los, obwohl das Wetter gut ist. Am Elvis-Presley-Platz wäre vielleicht mehr Publikum unterwegs, doch die Stadt hat dem 19-Jährigen diesen Platz zugewiesen. „Damit nicht alle Parteien auf einem Haufen stehen“, sagt er. Mit der Linken-Zeitung in der Hand steht Eder da, bietet den Passanten ein Exemplar an. Viele winken ab, teilweise wird das Angebot aber angenommen, und es kommt für Eder auch zu einigen erfolgreichen Gesprächen.

Linke Ziele sind beispielsweise die Mindestsicherung von 1050 Euro im Monat, Umverteilung der Gewinne, Zugang zu Bildung für alle inklusive mobiler Endgeräte als Teil der Bildungsausstattung, ein 120-Euro-Milliardenprogramm für die Daseinsfürsorge und öffentliche Infrastruktur, mehr tariflich und sozial regulierte Arbeitsplätze, Abschaffung der Geheimdienste und Senkung der Rüstungsausgaben. Doch was halten die Bürger davon?

Für den Frieden

Ein 71-Jähriger aus Friedberg erklärt: „Dinge, die ich für interessant halte, sind, dass die Bundeswehr in keinem Auslandseinsatz mehr etwas zu tun haben soll.“ Die Friedenspolitik der Linken sei in Ordnung, die Haltung zum Thema Flüchtlinge finde er allerdings zu lax: „Da hat die Merkel Mist gebaut, und die Linken wollen sie auch alle reinholen.“ Das hält der Mann für nicht sinnvoll, er befürchtet eine Überlastung der sozialen Sicherungssysteme.

Dass die Friedenspolitik eins der zentralen Themen der Partei ist, erkennt man bei Bundestagskandidat Eder auf den ersten Blick an seinem T-Shirt mit dem Motiv einer Friedenstaube. „Wir sind die Friedenspartei – das zeige ich damit ganz klar“, erklärt er. Die Linken seien die einzigen, die ein Verbot der Rüstungsexporte forderten, „das ist unser Alleinstellungsmerkmal“. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: „Wir sind die einzige Partei, die eine klare Haltung gegen die neoliberalen Positionen der Agenda 2010 hat und sich auch an ihre Grundsätze halten wird.“ Eine Gruppe junger Leute nimmt das Faltblatt, geht aber weiter, obwohl sie „nicht verkehrt“ finden, was die Linken wollen. „Aber nicht umsetzbar“, weist eine 25-Jährige auf den „zu großen finanziellen Aufwand“ hin. Ihre 27-jährige Begleiterin ist unschlüssig, „ich muss mir das erst erlesen“.

Wie Michael Hedtke aus Friedberg meint, seien die Themen der Linken grundsätzlich in Ordnung. „Aber in den schlimmen Zeiten mit Trump und Erdogan wirkt es wie eine Botschaft aus dem Märchen“, meint er. Er werde die Linke nicht wählen. Der Wahlausgang spiele für ihn im Grunde keine große Rolle, sagt der Mann, er könne mit allem leben – bloß nicht mit der AfD. Ein Ehepaar aus Wöllstadt lässt sich die Wahlwerbung geben, lobt, dass bei der „allgemeinen Politikverdrossenheit“ ein so junger Mensch für den Bundestag kandidiert. „Andererseits ist Lebenserfahrung auch ein wichtiger Punkt“, meint der Mann. Die Position zur sozialen Gerechtigkeit findet das Paar gut, fürchtet aber, dass viele Ziele nicht finanzierbar wären.

800 Euro im Monat

Vereinzelt sind Passanten ernsthaft interessiert und aufgeschlossen. „Vorhin war jemand da, der erklärt hat, die große Koalition verarsche alle“, schildert Eder. Dieser Mann lebe von 800 Euro im Monat, finde es schwer, über die Runden zu kommen. „Er wählt uns, weil für ihn alles andere nicht in Frage kommt“, freut er sich.

Nun tritt eine Seniorin an den Stand, unterhält sich lange. „Würden Sie die Linken auch wählen?“, erkundigt sich Eder, worauf die Dame nickt. „Ja, ich wähle die Linken. Das Programm entspricht am meisten meinen Positionen – vor allem die Haltung zu Kriegseinsätzen und Waffenlieferungen“, sagt sie. Eine weitere Passantin ist ebenfalls angetan. „Ich wähle die Linke“, bestätigt sie. Das Thema soziale Gerechtigkeit könne nur von den Linken gelöst werden.

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