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Zoff um antisemitische Tendenzen und Veranstaltung: Linke und Antifa streiten

Normalerweise agieren die Linkspartei und die Mitglieder der antifaschistischen Bildungsinitiative gemeinsam gegen rechtsgewirkte Esoteriker, Holocaust-Leugner und Flüchtlingsfeinde. Doch nun gibt es Zwist. Anlass ist eine für morgen geplante Veranstaltung mit der Linken-Bundestagsabgeordneten Annette Groth in Friedberg.
Die antifaschistische Bildungsinitiative wirft Annette Groth antisemitische Tendenzen vor. Foto: Renate Blanke (Deutscher Bundestag/ Renate Blan) Die antifaschistische Bildungsinitiative wirft Annette Groth antisemitische Tendenzen vor.
Friedberg. 

Die antifaschistische Bildungsinitiative (Antifa-BI), die eigentlich mit der Linkspartei auf einer Wellenlänge liegt, fordert die Absage einer Linken-Veranstaltung mit deren Bundestagsabgeordneten Annette Groth. Jene spricht auf Einladung des Linken-Kreisverbandes Wetterau am morgigen Donnerstag (14. Juli) ab 19.30 Uhr im „Roten Laden“ an der Ecke Usagasse und Alte Bahnhofstraße in Friedberg. Das Thema des Abends: „Antisemitismus bei der Linken? Antideutsche und ihre Ziele.“

Für die Antifa-BI ist das nicht in Ordnung – denn Annette Groth zeige selbst antisemitische Tendenzen, so BI-Sprecher Andreas Balser. Das Simon-Wiesenthal-Center, das sich auf die Thematik des Holocausts spezialisiert hat, habe Groth vor zwei Jahren als Antisemitin bezeichnet. Er selbst sehe das auch so, sagt Balser. Annette Groth hatte 2014 im Bundestag eine Israel-kritische Veranstaltung just für den Pogrom-Gedenktag am 9. November mitorganisiert. Nachdem Linken-Chef Gregor Gysi sie absagte, verfolgte die ausgeladene Referentin den Spitzenpolitiker schreiend bis auf die Toilette. Das Video darüber machte bundesweit Furore. Später entschuldigte sich Annette Groth für den Vorfall.

Einladungstext verärgert

Auch auf der Facebook-Seite von Annette Groth seien antisemitische Tendenzen zu erkennen, meint Balser. Besonders ärgert sich die Antifa-Bi über den Einladungstext zur Friedberger Veranstaltung. Da heißt es: „Immer wieder geistern Behauptungen durch die Medien, die der Linken Antisemitismus vorwerfen. Was ist dran an diesem Vorwurf?“ Und weiter: „Darf es keine Kritik an der Gaza-Politik Israels geben?“ Vor allem die letzte Frage werde meistens von Rechtsextremen plakativ gestellt, so Balser.

Natürlich dürfe man die Politik der israelischen Regierung kritisieren. Doch mit dieser Frage tue man so, als sei in Deutschland Kritik an den Juden verboten. Und das, befanden beim Plenum am vorigen Mittwoch die Mitglieder der Antifa-BI, erfülle die Kriterien für Antisemitismus.

Faulhaber ist verwundert

An die Adresse der Linken richtet die Antifa-BI die Warnung: „Eine Partei, die antisemitische und antiisraelische Ressentiments schürt, hört auf, antifaschistisch zu sein.“ Falls Annette Groth am Donnerstag komme, werde man im und vor dem Lokal seine Meinung sagen.

Die Veranstalterin und Linken-Kreisvorsitzende Gabi Faulhaber reagiert am Montag verwundert, „dass uns die Antifa-BI einen Abschied von antifaschistischer Überzeugung unterstellt.“ Die Wetterauer Linke werde gar mit der extremen Rechten und deren Demagogie zur Holocaust-Leugnung verglichen. Faulhaber: „Es erschließt sich uns nicht, wieso es politisch unkorrekt sein sollte, sich mit unterschiedlichen Meinungen zu einem schwierigen Thema auseinanderzusetzen.“

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