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Wetterauer Breitbandausbau: Langer Weg zum schnellen Netz

Von einer schnellen und vor allem flächendeckenden Internetverbindung hatte der Wetterauer Landrat Joachim Arnold (SPD) in seinem ersten Landrats-Wahlkampf im Jahr 2008 gesprochen. Sechs Jahre sind inzwischen ins Land gegangen. Und ein Teil der Wetterau-Bewohner muss sich weiter in Geduld üben.
Surft bereits schnellstmöglich: Schöneck-Büdesheim im Main-Kinzig-Kreis. Die Gemeinde hat sich im Oktober 2014 per Knopfdruck dem dortigen M-Net angeschlossen.
Archivfoto: Privat Surft bereits schnellstmöglich: Schöneck-Büdesheim im Main-Kinzig-Kreis. Die Gemeinde hat sich im Oktober 2014 per Knopfdruck dem dortigen M-Net angeschlossen. Archivfoto: Privat
Friedberg. 

Bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres ist offensichtlich: Es wird vorerst nichts aus dem für 2015 von der Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen (Bigo) angekündigten Start des Ausbaues für eine schnelle Datenübertragung von 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) Vor mehr als einem Jahr, im Dezember 2013, hatte der Wetteraukreis als zunächst alleiniger Gesellschafter die Bigo aus der Taufe gehoben.

Welche Möglichkeiten die Städte und Gemeinden haben

Beim Ausbau des Breitbandnetzes haben die Kommunen neben dem eigenverantwortlichen und sehr teuren Ausbau zwei weitere Möglichkeiten.

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Zuvor waren die Städte und Gemeinden vom Kreis über die geplante Strategie beim Breitbandausbau informiert worden. Mit Ausnahme der Städte Bad Vilbel, Bad Nauheim, Karben und Rosbach sowie der Gemeinde Altenstadt, die bereits über ein zumindest in großen Teilen ihres Gebietes schnelles Internet verfügen und wo große Telefon- oder Kabelgesellschaften den weiteren Ausbau bereits planen (die FNP berichtete), sind die restlichen 20 Wetterauer Kommunen der Einladung des Kreises zur Teilnahme an dem Projekt erst einmal gefolgt.

 

Schon Geld vom Land

 

Gemeinsam mit dem Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) und den 17 Kommunen des Vogelsbergkreises wurde die Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen gegründet, die das Projekt realisieren soll. Doch statt mit den Ausschreibungen für die bevorstehenden Arbeiten zu beginnen, werde bei der Bigo noch geplant, gerechnet und verhandelt, wie ihr Geschäftsführer Manfred Göring auf FNP-Anfrage betont. Er teilte mit, es habe bereits einen ersten Zuschuss des Landes Hessen in Höhe von 200 000 Euro gegeben.

Bei dieser Lage scharren einige Kommunen inzwischen mit den Hufen, etwa Hirzenhain. Es dauert ihnen alles viel zu lange. Deshalb überlegen Gemeinden, die Gesellschaft demnächst wieder verlassen zu wollen. So wird in Niddatal beispielsweise inzwischen offen darüber diskutiert, sich entweder an das kreiseigene Main-Kinzig-Netz (M-Net) anzuschließen wie dies der Schönecker Ortsteil Büdesheim im Oktober 2014 tat, oder aber Anschluss an das Netz der Telekom in der Stadt Karben zu suchen.

Auch in den Rathäusern von Büdingen und Kefenrod wird erwogen, ein eigenes Netz aufzubauen. Wie Büdingens Rathauschef Erich Spamer (FWG) mitteilt, könnte man so möglicherweise bereits im gerade begonnenen Jahr mit dem Ausbau beginnen. Mittel stünden bereit, außerdem sparte man Geld.

Auch in der Gemeinde Glauburg hat die Euphorie für das gemeinsame kreisweite Projekt spürbar nachgelassen. „Wir rechnen die unterschiedlichen Möglichkeiten gerade durch, haben dabei aber bei der Telekom auch schon angeklopft“, sagt Glauburgs Bürgermeister Carsten Krätschmer (SPD). Seine Gemeinde dürfte zwar nach Krätschmers Einschätzung für die Telekom nicht besonders attraktiv sein, da zu klein und außerdem noch weit auseinandergezogen, doch unterhalte das Unternehmen mitten im Ort einen bedeutenden Knotenpunkt, durch den sich der Anschluss von Glauburg an das Netz vielleicht doch rechnen könnte.

Noch können die Kommunen der Bigo den Rücken kehren, ohne dabei schadenersatzpflichtig zu werden. Doch für die anderen Kommunen im Solidarverbund könnte der Ausbau zum schnellen Internet dadurch immer teurer werden. Zwischen 50 und 70 Millionen Euro müssen die beiden Kreise sowie die (derzeit) 37 Wetterauer und Vogelsberger Kommunen in die Hand nehmen, schätzen Experten.

 

Was wird’s kosten?

 

Weil die Breitbandgesellschaft aber nur in jenen Orten tätig werden kann, in denen die Privatwirtschaft bisher noch nicht tätig geworden ist und die Versorgung des Gebietes mit einem Breitbandnetz deshalb noch aussteht, ist Eile geboten. Deshalb läuft zurzeit ein Verfahren, mit dem der Bedarf des Marktes erkundet werden soll, so die Bigo-Geschäftsführung. Noch in diesem Monat solle, wie es von dort weiter heißt, neu gerechnet werden und den beteiligten Kommunen mitgeteilt werden, was sie der Ausbau tatsächlich kosten wird. Bislang beruhten die Zahlenangaben nur auf Schätzungen.

Eile scheint auch aus einem anderen Grund geboten. Denn die Konkurrenz kalkuliert mit einer viel höheren Übertragungsgeschwindigkeit. 100 oder 200 MBit/s – und nicht 50 Megabit, wie sie Bigo bieten will.

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