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Probleme bei der Qualität: Kostenfreie Kitaplätze: Städte skeptisch

Von Die Nachricht kam überraschend: Hessen will kostenfreie Kita-Plätze einführen und bereits im Haushalt 2018/2019 Geld dafür bereitstellen. Was sagen die Kommunen dazu? Diese Zeitung hakte nach und erfuhr: Die Neuerung stößt auf ein geteiltes Echo.
Das Angebot der kostenfreien Kita-Plätze gilt für Kinder über drei Jahren. Foto: Petra Ihm-Fahle Das Angebot der kostenfreien Kita-Plätze gilt für Kinder über drei Jahren.

Zurückhaltend gibt sich die Stadt Bad Vilbel in Sachen kostenfreier Kita-Plätze. „Da haben wir intern noch kein abgeschlossenes Meinungsbild“, sagt Stadtspecher Yannick Schwander. Die Stadt kenne die Ankündigung der Landesregierung, „wir warten aber erst einmal ab, bis konkrete Verlautbarungen mit Zahlen an die Kommunen geschickt werden“. Anschließend könne geschaut werden, wie die Kostenfreiheit für Bad Vilbel umsetzbar sei.

In Karben dagegen herrscht bereits Skepsis, denn dort beträgt die Durchschnittsgebühr innerhalb eines gestaffelten Systems 157,25 Euro. Das Land wolle aber nur 136 Euro pro Kind ausgeben, erklärt Pressesprecher Hans-Jürgen Schenk.

Weiterer Punkt: Bei einer Kostenfreiheit für sechs Stunden dürften die Kinder, die bislang von 8 bis 12.30 Uhr im sogenannten Grundmodul bleiben, die Einrichtung künftig eineinhalb Stunde länger besuchen. Das werde zu einer stark steigenden Nachfrage nach Mittagessen führen – und dafür seien die Kitas in Karben nicht ausgerichtet. Auch werde die Stadt mehr Personal benötigen.

Entlastung wird begrüßt

Die Karbener Verwaltung schlägt vor, eine Gebührenbefreiung für nur fünf Stunden zu gewähren, gleichzeitig aber die U 3-Kinder mit zu berücksichtigen, was aktuell nicht vorgesehen ist: Dann käme die Stadt mit 136 Euro als Pauschale besser hin.

Die Karbener Freien Wähler sprechen von einem „Taschenspielertrick“ des Landes, da das Geld zu 50 Prozent aus dem kommunalen Finanzausgleich verwendet werde: „Damit wird zum einen die Kommune entlastet, und auf der anderen Seite wird ihnen das Geld wieder weggenommen“, bemängelt Vorsitzender Thorsten Schwellnus.

In Friedberg ist die Lage ähnlich, Rathauschef Michael Keller (SPD) sieht das Vorhaben kritisch, auch wenn er „ganz klar“ eine Entlastung der Eltern begrüßt, die allerdings eine wahlpolitische Ursache habe. „Die dringend nötige Entlastung für die Kommunen kommt nicht.“ Was er ebenfalls vermisse, sei die Qualitätsverbesserung, „auch das wird an den Kommunen kleben bleiben“. Der Bad Nauheimer Bürgermeister Armin Häuser (CDU) freut sich, da die Förderung im kleinsten Kindesalter nicht vom Portemonnaie der Eltern abhängen dürfe.

Auch er räumt ein: „Die Kommunen haben die Infrastruktur im Wesentlichen aus originären eigenen Mitteln hergestellt, man muss sehen, dass Qualität weiter hergestellt wird und Kommunen auch entlastet werden.“ Ein Wahlgeschenk sei es aber nicht – die Kommunen hätten einen Ausgleich durch den reformierten kommunalen Finanzausgleich und Investitionsprogramme bereits gehabt.

Kaum Informationen

Wie sich die Gebührenfreiheit gestalte, wird die Stadt laut Peter Krank, Fachbereichsleiter Soziales, abwarten. „Da warten wir noch auf die Empfehlung unserer Verbände, man muss anschauen, wie es in der Realität geklärt werden kann.“

Ähnlich sieht es Holger Nix vom Familienzentrum Nidderau: „Außer diesen Ankündigungen gibt es noch überhaupt noch keine Informationen.“ Es müsse abgewartet werden, um nicht ins Blaue zu planen. Auch in Nidderau könne es passieren, dass künftig die Mittagsmahlzeiten stärker nachgefragt würden.

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