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Kleine Sensation an der Orgel

Von Er hat für die Dänische Königin Margarete II. von Dänemark Orgel gespielt, für Gorbatschow ebenso wie bei der Traumhochzeit von Kilius-Bäumler. Anton Guggemos ist seit 40 Jahren Organist der hochbarocken Wieskirche in Steingaden südwestlich von München. Nun beehrte der weltweit tätige und berühmte Organist wieder einmal St. Bardo in Petterweil. Eine kleine Sensation.
Eine Freundschaft, die Petterweil bereits zum dritten Mal ein hochkarätiges Konzert beschert hat: Anton Guggemos kurz vor dem Konzert am Samstag in der Kirche St. Bardo mit seinem Freund Professor Jürgen Milnik im Hintergrund. Foto: Hannes 

G. Mathias Eine Freundschaft, die Petterweil bereits zum dritten Mal ein hochkarätiges Konzert beschert hat: Anton Guggemos kurz vor dem Konzert am Samstag in der Kirche St. Bardo mit seinem Freund Professor Jürgen Milnik im Hintergrund. Foto: Hannes G. Mathias
Karben. 

Im Oktober 1976 war der 67-jährige studierte Theologe und Lehrer Anton Guggemos schon einmal hier, traktierte die alte Orgel auf der Empore und erregte in Petterweil sofort Aufsehen mit seinem energischen, kraftvollen wie einfühlsamen Spiel. Dann kam er im Jahr 2011 wieder und gab als einer der ersten ein Konzert auf der neuen Mebold-Orgel.

Jetzt kam er wieder mit „Heiterer Orgelmusik à la Mozart“. Um es vorweg zu nehmen: Dass sich der Organist, der sich in der berühmten „Wallfahrtskirche zum gegeißelten Heiland auf der Wies“ vor einem regelrechten Panorama aus drei Manualen und einer Überfülle von Registern einschließlich Glockenspiel ausleben kann, nun an die relativ kleine Mebold-Orgel mit zwei Manualen und einer bescheidenen Anzahl von Registern setzt, geschieht nicht durch Zufall.

Fast ohne Mozart

Wiederum ist es der umtriebige Katholik und Petterweiler Senior Professor Jürgen Milnik, den die Jahre lange Freundschaft mit dem Bayern verbindet und ihn nun schon zum dritten Mal nach Petterweil locken konnte.

Und der fand hierher trotz Bahnstreik. Wenn er auch erst nach Stunden Wartezeit einen ICE von München nach Frankfurt erwischte und hier schließlich auch noch eine der wenigen S-Bahnen.

Dass er ein Mozart-Konzert ohne, oder doch fast ohne den Wolfgang Amadeus gab, hat eine besondere Bewandtnis. Ein Leben lang, so berichtete kürzlich eine Zeitung zu seinem 40-jährigen Jubiläum in der „Wies“, sammelt Guggemos musikalische Raritäten. So viele, dass er „ein zweites Leben brauchte, um alle zu spielen“. Aus diesem gewaltigen Fundus hat er für St. Bardo Werke ausgewählt, die von Zeitgenossen des „Wolferl“ mit weithin unbekannten Namen wie Martin Vogt, Niccolo Moretti, Isfrid Kayser oder Jan Krtitel Kuchar komponiert sind.

Wie eine Wundertüte

Wie die Namen schon ahnen lassen, kamen hier Werke aus Deutschland, Frankreich, England, Böhmen, Italien, dem Elsass oder Venetien zusammen. Leopold Mozart war mit Stücken „für das Hornwerk der Festung Hohensalzberg“ zu vernehmen, Sohn Wolfgang mit seinem Glockenspiel aus der Zauberflöte. Was wie eine „Wundertüte“ anmuten mag, war genau genommen ein Lehrstück.

Jene alten Sonaten, Ouvertüren, Menuette oder Toccaten zeigten, wie eng die Musik des Genies Mozart in die weltliche wie geistliche Musikproduktion im Europa seiner Zeit eingebettet war.

Und doch: Alles, was Guggemos darbot, es hätte bei oberflächlicher Betrachtung von Wolfgang Amadeus sein können. Wieder was gelernt!

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