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Kostenlose Betreuung: Kitas öffnen bald ein bisschen früher

Bei der Betreuung ihrer Kinder sparen die Eltern in Karben ab August viel Geld. Denn alle Drei- bis Sechsjährigen können dann sechs Stunden lang kostenlos in die Kita. Zugleich wird aber die Betreuung in den Krippen ein wenig teurer. Dafür gibt es aber einen guten Grund.
Heike Herrmann ist Fachbereichsleiterin für die Kinderbetreuung. Heike Herrmann ist Fachbereichsleiterin für die Kinderbetreuung.
Karben. 

Ein dickes Paket haben die Stadtverordneten durchzuarbeiten, wenn sie sich mit der neuen Kita-Gebührensatzung befassen. Es ändert sich einiges, seit die Landesregierung beschlossen hat, dass zum neuen Kita-Jahr ab dem 1. August die Betreuungsgebühren für sechs Stunden entfallen sollen.

Und nun das: Die Stadt weist die Kosten ausgerechnet für Module aus, die beitragsfrei werden sollen. „Es muss laut Gesetzgeber ersichtlich sein, welche Gebühren die einzelnen Module gekostet hätten“, sagt Heike Hermann, im Rathaus die Fachbereichsleiterin für die Kinderbetreuung. Tatsächlich würden die Eltern künftig nichts mehr zu zahlen haben.

Allerdings muss die Stadt die Zeiten ihrer Module anpassen, damit der beitragsfreie Zeitraum nicht mit dem Mittagessen kollidiert. Das Basismodul soll daher 15 Minuten früher beginnen und von 6.45 bis 12.45 Uhr dauern.

Das hat Folgen an ganz anderer Stelle: bei der Krippenbetreuung. Sie wird nämlich teurer. „Ganz einfach, weil sie eine Viertelstunde länger ist“, sagt Herrmann.

Das bedeutet: Zurzeit kostet das Frühmodul noch sechs Euro, bald dann wohl 7,50 Euro, weil es statt 60 dann 75 Minuten lang dauert, nämlich von 6.45 bis 8 Uhr. „Das ist aber keine Gebührenerhöhung“, betont Heike Herrmann.

Ab 12.45 Uhr kostet’s

Diejenigen, die ihre Kinder länger als bis 12.45 Uhr betreuen lassen wollen, müssen weiterhin Gebühren zahlen. So kosten das Mittags- und das Nachmittagsmodul ebenso wie das Spätmodul. Zudem müssen Gebühren bezahlt werden, wenn

  das Kind später abgeholt wird als vertraglich vereinbart,

  Verpflegungskosten anfallen und

  Kinder auch in den Ferienzeiten betreut werden sollen.

Allerdings bleibt es laut Herrmann dabei, dass der Anteil, den die Eltern für die Kinderbetreuung zahlen müssten, in Summe 20 Prozent der Gesamtkosten betragen. Diese Zielmarge hat das Stadtparlament vorgegeben.

Unverändert soll die Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen ab August für die sechs Stunden im Basismodul kostenfrei sein. Für die Betreuung der Kleinkinder müssten die Eltern dagegen voll bezahlen. Beispiel für Familien mit zwei Kindern: Für den Vierjährigen würden künftig nur noch Gebühren ab 12.45 Uhr fällig, für das zweijährige Geschwisterkind fielen Gebühren an wie zuvor, plus die zusätzliche Viertelstunde von 6.45 bis 7 Uhr.

Die neue Kita-Satzung ist sehr umfangreich ausgefallen. „Daran haben wir auch lange getüftelt“, sagt Hermann. Doch gehe es hier nicht nur um die Anpassung an die neue Gesetzeslage, sondern um redaktionelle Änderungen, „die wir gleich mit eingearbeitet haben“.

Welche Kosten dadurch in der Stadtkasse hängen bleiben? Herrmann bezeichnet das Ganze als „Black Box“: Niemand wisse, wie sich die Eltern nach dem August entscheiden würden. So könne es sein, dass etliche ihre Kinder für die früher beginnende Betreuung anmelden würden, um Kosten zu sparen. Die Gebührenbefreiung könne auch Auswirkungen auf die Geschwisterermäßigung haben.

Erfahrungen sammeln

Eine weitere Unsicherheit: „Auch die Auswirkungen auf die Anzahl der Eltern, die noch Einkommensnachweise bei Buchung von Zusatzmodulen abgeben, ist derzeit nicht kalkulierbar“, heißt es in der Vorlage für die Stadtverordneten. Auch wird in der Diskussion die Frage aufkommen, ob die als Entschädigung für den Gebührenausfall gedachten 135,60 Euro je Kita-Kind ausreichend sein werden, das durch die Gebührenbefreiung gerissene Loch in der Stadtkasse auszugleichen. Selbst Heike Herrmann spricht von einem „knappen Zuschuss“.

Man werde in den nächsten sechs Monaten Erfahrungen sammeln und dann die Satzung gegebenenfalls wieder anpassen müssen. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) habe dem Elternbeirat jedoch zugesagt, dass falls es 2019 zu Gebührenerhöhungen kommen müsse, diese beim Durchschnitt der vergangenen Jahre bleiben.

Herrmann beziffert die Anpassungen auf etwa drei bis fünf Prozent. „Anfang Februar werden wir weitersehen.“ Zunächst einmal müssen sich die Stadtverordneten damit befassen. Es gilt als sicher, dass die neue Satzung die Gremien angesichts der Beitragsfreiheit passieren dürfte. Danach hat die Verwaltung mächtig Arbeit: „Wir müssen zwischen 600 und 700 neue Gebührenbescheide herausschicken.“

Das dürfte angesichts der sehr frühen Sommerferien ziemlich sportlich sein. Die Schuld daran sieht die Stadt beim Land: „Die haben erst Ende April über die Gebührenbefreiung entschieden.“

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