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Kita-Gebühren in Nidderau: 96 Euro mehr im Monat

Von Vom 1. August an gilt eine neue Beitragssatzung für die Kinderbetreuung in Nidderau. Unter anderem müssen dann Eltern für die Betreuung unter Zweijähriger deutlich mehr zahlen. Das lässt den Stadtelternbeirat und die CDU Sturm laufen.
Erzieherinnen leisten viel, wie hier bei einer Aufführung der Kita in Eichen. Das will fair bezahlt sein.  Archivfoto: Georgia Lori Erzieherinnen leisten viel, wie hier bei einer Aufführung der Kita in Eichen. Das will fair bezahlt sein. Archivfoto: Georgia Lori
Nidderau. 

Es sind erhebliche Kosten, die der Stadtelternbeirat (SEB) vorrechnet: 96 Euro mehr im Monat müsse ab dem 1. August etwa für die Betreuung eines Kleinkinds unter zwei Jahren inklusive aller Zusatzmodule gezahlt werden. Das seien 24 Prozent mehr als bisher: „Für Alleinerziehende und Eltern stellt das zum Teil eine untragbare Belastung dar“, warnt der Elternbeirat.

Vorsitzende Andrea Godeau ist besorgt. „Wenn jemand sein Kind in die U2-Betreuung steckt, dann sind die Eltern auch darauf angewiesen“, betont sie. Da könnten die zusätzlichen 96 Euro für viele nur schwer zu verkraften sein.

Gesetz im Eilverfahren

Dass die Kosten steigen, ist für Godeau nicht das Problem: „Die letzte Kostenevaluation ist vier Jahre her“, erklärt sie. Seitdem seien diverse Kosten für die Stadt teurer geworden. Unter anderem haben in der Zwischenzeit die Erzieher für ein besseres Gehalt gekämpft. Allerdings irritiert sie die Höhe der gestiegenen Preise. Zu gerne würde sie diese Kostenentwicklung im Detail nachvollziehen können.

Doch das ist gar nicht so einfach. So wurde die aktuelle Beitragssatzung im Eilverfahren entworfen. Ursache dafür ist ein Programm der hessischen Landesregierung, das eine kostenlose Kita-Betreuung für sechs Stunden täglich vom dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt ermöglicht. Das hatte die Landesregierung im April eilig beschlossen. Um diese Förderung vom 1. August an einstreichen zu können, musste auch Nidderau zügig eine Umsetzung erarbeiten. „Uns war erst mal wichtig, diese Beitragsbefreiung garantieren zu können“, betont Nidderaus Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne). Nach der Sommerpause, so verspricht er, werde sich der Sozialausschuss die Kostensatzung aber noch einmal vornehmen.

Denn bisher schmückt die Befreiung einiges, was CDU und Eltern mächtig irritiert. So erstattet das Land den Gemeinden vom 1. August an 135,60 Euro pro Kind. In Nidderau scheint das die Kosten aber nicht zu decken. Die Differenz muss die Stadt an anderer Stelle ausgleichen. Obwohl die Eltern eigentlich entlastet werden sollten, seien so nun die Kosten für die Nachmittagsbetreuung im Kita-Bereich gestiegen, erklärt Godeau.

„Das passiert alles im gesetzlichen Rahmen“, sagt Vogel. Zudem wehrt er sich gegen den Vorwurf, die Kosten für die Betreuung seien zwischen den Altersgruppen querfinanziert worden: Jedes Betreuungsangebot sei individuell berechnet worden. Dabei liege es in der Natur der Sache, dass eine Kleinkindbetreuung höherere Kosten aufwerfe als die im Kindergarten.

Erstere Kosten seien nun zwar gestiegen, dafür könnten durch die gesetzliche Entlastung Eltern ihre Kinder von drei Jahren an nun für lediglich 120 Euro im Monat für zehn Stunden täglich betreuen lassen. „Es wird also eigentlich günstiger“, sagt Rainer Vogel. Da die Kindergarten-Betreuung nun günstiger sei, fielen die gestiegenen Krippen-Kosten einfach mehr ins Auge.

Gutes Grundvertrauen

Die CDU gibt sich damit nicht zufrieden. „Wir wollen nicht infrage stellen, dass das alles richtig gerechnet ist, aber uns kommen die Kosten zu hoch vor“, erklärt deren Parteivorsitzender Otmar Wörner.

Ihm fehlt eine nachvollziehbare Erklärung zu den Zahlen: „Wir bekommen die einfach so vorgelegt, aber wir würden die Zahlen auch gerne verstehen.“ Das wünscht sich auch Andrea Godeau. Eigentlich hat sie ein gutes Grundvertrauen in die Stadt Nidderau. Doch die Elternvertreterin beklagt: „Ob die Zahlen richtig sind, können nur noch Verwaltungsexperten sagen.“

Godeau fordert eine verständliche Erklärung – auch für die Eltern, die keine Expertise in Rechnungswesen haben. „Es findet schon jetzt eine intensive Kommunikation mit den Eltern statt“, sagt Vogel. Er bietet an: „Unsere Fachleute im Rathaus helfen da gerne.“

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