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Projekt „Mini-Feuerwehr“: Kinder zeigen Einsatz für andere

Von Der 7. Mai 2008 war der Startschuss für das Projekt „Mini-Feuerwehr“ in Niederdorfelden. Ziel war es, die Kinder statt mit zehn Jahren, bereits mit sechs Jahren für die Feuerwehr zu begeistern und so den Nachwuchs in der Einsatzabteilung sicherzustellen. Ein Plan, der aufging.
Keine reine Männersache: In der Mini-Feuerwehr Niederdorfelden sind ebenso viele Mädels wie Jungs am Start, wenn es darum geht, anderen zu helfen. Keine reine Männersache: In der Mini-Feuerwehr Niederdorfelden sind ebenso viele Mädels wie Jungs am Start, wenn es darum geht, anderen zu helfen.
Niederdorfelden. 

Es ist Mittwoch, 16.30 Uhr. In voller Montur tummeln sich kleine behelmte Feuerwehrmädchen und -jungen vor dem Gerätehaus in Niederdorfelden, denn heute haben sie „Übung“. Doch schon wird es unverhofft aufregend. Eine Ölspur ganz in der Nähe wird gemeldet. Freiwillige Feuerwehrleute kommen angedüst, mit Martinshorn fahren die Einsatzfahrzeuge raus.

Die Kinder stehen mit großen Augen am Rand und schauen zu. „Ich liebe das, wenn die so rennen“, ruft Pia (9) begeistert. Seit drei Jahren ist sie schon bei der Mini-Feuerwehr dabei – und gänzlich Feuer und Flamme. „Ich finde es toll, was wir hier alles lernen. Und außerdem macht hier einfach alles Spaß“, sagt sie.

Spielerisch lernen

Alle 14 Tage kommen die Feuerwehrkids zusammen und lernen dabei nicht nur, wie man den Schlauch richtig hält oder woher das Wasser kommt. „Wir versuchen den Kindern auf spielerische Art und Weise die gesamte Arbeit der Feuerwehr näher zu bringen“, sagt Katja Ohl. Seit der ersten Stunde leitet sie die Mini-Feuerwehr mit voller Begeisterung.

„Die Kinder machen hier einen kindgerechten Erste-Hilfe-Kurs, sie lernen, wie man einen Notruf absetzt, lernen aber auch, wie Unfälle im Alltag vermieden werden können und vieles mehr“, berichtet die 49-Jährige. Dass es gut und wichtig sei, sich für andere einzusetzen, nicht wegzuschauen, dort, wo Hilfe benötigt wird, das sei eine ganz wesentlicher Aspekt, den man den Kindern vermitteln wolle, sagt Ohl.

Bevor es die Mini-Feuerwehr gab, war es deutlich schwieriger, den Nachwuchs zu rekrutieren. „Mit zehn Jahren waren die Kinder dann oft schon in anderen Vereinen aktiv“, berichtet Daniel Christ (49), Gemeindebrandinspektor und Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Niederdorfelden. Als sich dann vor elf Jahren die Gesetzeslage dahingehend veränderte, dass nun schon Sechsjährige in der öffentlichen Gemeinde aktiv sein dürfen, habe man in Niederdorfelden nicht lange gezögert.

„Wir haben uns informiert und das Ganze intern diskutiert. Dann war die Entscheidung schnell da“, sagt Christ. Mit Katja Ohl, die mittlerweile seit 31 Jahren bei der Feuerwehr Einsatzabteilung dabei ist und vor der Mini-Feuerwehr schon viele Jahre in der Brandschutzerziehung aktiv war, fand sich eine ideale Besetzung als Betreuerin für die kleinsten Feuerwehranwärter.

Alle Plätze besetzt

Doch auch ihre Stellvertreterin Kristina Schneider und überhaupt das ganze sechsköpfige Betreuerteam ist mit Leidenschaft und Zusammenhalt bei der Sache. Wahrscheinlich einer der Gründe, warum sich die Kinder in der Niederdorfeldener Mini-Feuerwehr so pudelwohl fühlen.

15 Plätze stehen zur Verfügung. „Und diese 15 Plätze sind auch eigentlich immer besetzt“, berichtet Daniel Christ stolz. Mittlerweile rücken schon Mini-Feuerwehrkinder der ersten Stunde in die Einsatzabteilung nach. Luca Sperzel ist inzwischen 18 Jahre alt. Von der Mini-Feuerwehr bis hin zur Einsatzabteilung war seine Begeisterung für die Feuerwehr immer ungebrochen. „Der Teamgeist, die Ausflüge, alles was man so lernt“, es sei „einfach cool“, in der Kinder- und Jugendfeuerwehr, sagt der 18-Jährige begeistert. Außerdem mache es ihn stolz, dass er der einzige Feuerwehrmann in seiner Familie sei.

Auch alljährliche Traditionen und Höhepunkte kommen in der Mini-Feuerwehr nicht zu kurz. So gibt es neben Weihnachtsbäckerei und Osterbastelei auch jedes Jahr eine gemeinsame Übernachtung im Gerätehaus der Feuerwehr.

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