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Schwimmbadbetrieb: Keine Legionellen mehr: Nidderbad hat wieder geöffnet

Von Das Nidderbad ist ab Samstag heute wieder für den Schwimmbadbetrieb freigegeben. Nach der schockierenden Nachricht des Fresenius-Institutes einer positiven Wasserprobe war es seit dem 27. Dezember geschlossen. Um eventuell vorhandene Keime abzutöten, wurde dem Wasser in den vergangenen Wochen ein höherer Anteil an Chlor zugeführt. Erleichterung macht sich breit.
Die Probe wird mit einer Messlösung auf den Chlorgehalt überprüft. Die Probe wird mit einer Messlösung auf den Chlorgehalt überprüft.

Sachte bewegt sich die Wasseroberfläche im Schwimmerbecken. Ein Zeichen, dass die Umwälzanlage läuft. Robert Weniger, stellvertretender Betriebsleiter des Nidderbades, kniet am Beckenrand. In der Hand hält er einen kleinen Messbecher, wirbelt das Wasser auf und taucht mit dem Arm unter die Oberfläche, um eine Probe zu ziehen. Das Wasser überprüft er im Büro mit Hilfe einer Messlösung und einem Analysegerät auf den Chlorgehalt. Die klare Flüssigkeit verfärbt sich dunkelrosa. „Üblicherweise ist sie hellrosa. Das zeigt, dass der Chlorgehalt derzeit deutlich höher ist“, erklärt Weniger.

Das ist gut so. Denn direkt nach dem Fax im Dezember mit dem positiven Befund der Probe ist das Nidderbad für den Badebetrieb geschlossen worden. „Wir haben sofort eine Stoßchlorung vorgenommen“, berichtet Weniger. Normalerweise liegt der Chlorgehalt zwischen 0,35 und 0,6. Bei der Messung an diesem Morgen liegt der Wert bei 0,9.

Chlor als Allheilmittel

Chlor ist im Schwimmbadbetrieb wichtig, es zieht Schmutzpartikel an und dient der Desinfektion. „Es ist ein Allheilmittel. Das einzige, das uns im Bad zur Verfügung steht“, sagt der Meister für Bäderbetriebe. Neben dem Chlorwert sind weitere Messungen elementar. Jeden Tag werden mindestens zwei Mal Wasserproben gezogen, die Temperatur wird gemessen, der Ph-Wert festgestellt, der zwischen 6,5 und 7,6 liegen sollte, und die Redoxspannung.

Letztere wird ermittelt, um die Keimtötungsgeschwindigkeit zu erfahren. Ist sie zu gering, sind mehr Keime möglich. Gewünscht ist daher eine hohe Spannung. All diese Werte bekommt Weniger auch über die elektrische Anlage über einen Monitor im Aufsichtsraum im Schwimmbad, die 24 Stunden läuft. „Wir verlassen uns nie allein auf die Anlage, weil es zu Fehlmessungen kommen kann.“

Früher wurden durchs Gesundheitsamt Kontrolluntersuchungen vorgenommen. Inzwischen hat dies das unabhängige Institut Fresenius übernommen, das von der Stadt Nidderau bezahlt werden muss. „Im Schnitt passiert die unangemeldete Kontrolle alle zwei Monate“, schätzt Weniger. Ist alles in Ordnung, kommen die Ergebnisse rund zehn bis 14 Tage später per Post. Getestet wird unter anderem auf Keime, was vor Ort nicht möglich wäre. Gibt es Abweichungen, informiert das Institut per Fax die Stadt und das Gesundheitsamt.

Die auf Legionellen positive Probe im Dezember ist die erste in der Geschichte des Nidderbades, das 1972 eröffnet wurde. Positiv war dabei nur die Probe aus dem Schwimmerbecken. Der Saunabetrieb war davon nicht betroffen und ist weiterhin geöffnet. Legionellen befinden sich laut Weniger immer im Süßwasser, also auch im Trinkwasser.

Erlösende Nachricht

In niedriger Konzentration verursachen sie keine Beschwerden. Ist die Konzentration der Bakterien hoch, können sie grippeähnliche Symptome bis hin zur Lungenentzündung auslösen.

Die Infektion ist unter dem Namen Legionärskrankheit bekannt. Dabei hatte das Nidderbad erst im September zur jährlichen Reinigung zwei Wochen geschlossen. Umso weniger kann sich der stellvertretende Betriebsleiter den Fall erklären, sieht aber von Spekulationen ab. Gerade in den Ferien hatte das Bad auf Besucher gehofft. Weniger geht von Einbußen in einer Höhe von mindestens 12 000 Euro aus.

Direkt nach der Stoßchlorung veranlasste die Stadt eine zweite Beprobung durch das Institut. Am Freitagmorgen kommt endlich die erlösende Nachricht, auf die alle gewartet haben: Die Keimbelastung ist bei null, das Bad darf wieder öffnen. „Jetzt können wir den Chlorgehalt wieder senken, so dass wir am Samstag wie gewohnt öffnen“, freut sich Weniger, dem ein großer Stein vom Herzen fällt. Die Zeit hatten die Mitarbeiter derweil für Reinigungsarbeiten genutzt und um die Fugen in den Duschen und Toiletten zu erneuern.

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