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Partei-Fest statt Privat-Party: Karbener Naturfreunde werfen AfD raus

Der Wetterauer Kreisverband der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat sich am vergangenen Wochenende kurzfristig einen neuen Veranstaltungsort für sein Sommerfest suchen müssen.
Karben. 
1.-Mai-Feiern sind hier Tradition. Die Naturfreunde haben aber die AfD  ausgeladen.	Archivfoto: Zöllner Bild-Zoom
1.-Mai-Feiern sind hier Tradition. Die Naturfreunde haben aber die AfD ausgeladen. Archivfoto: Zöllner
  Die Karbener Naturfreunde sagten die Nutzung ihrer Hütte am Silberwiesenweg tags zuvor ab.

„Wir wurden ausgeladen!“ tönt die Wetterauer AfD beleidigt auf ihrer Internetseite. „Trotz gültigem Vertrag“ hätten die Naturfreunde am späten Freitagnachmittag „die zugesagte Nutzung“ ihrer Hütte am Samstag abgesagt. Daraufhin lud der Kreisverband die Öffentlichkeit ins Hotel-Restaurant „Goldenes Fass“ nach Friedberg ein.

„Die AfD kennt den richtigen Grund“, wundert sich Naturfreunde-Vize Andreas Riesner über diese Darstellung. Denn die als rechtskonservativ bis rechtsextrem eingestufte Gruppierung habe die Hütte gar nicht für eine Parteiveranstaltung gebucht gehabt. „Sie war von einer Privatperson für eine private Veranstaltung gemietet worden, so wie Privatpersonen die Hütte jederzeit für private Feiern mieten können“, erklärt Naturfreunde-Kassierer Jürgen Schmidt. „Dabei galt die Bedingung, dass es keine öffentliche Veranstaltung sein darf.“

Das aber habe die AfD ignoriert und stattdessen öffentlich für ihr Sommerfest bei den Naturfreunden eingeladen. „Ich bin vom Glauben abgefallen, als ich das auf einem Plakat bei mir vor der Haustür entdeckt habe“, sagt Jürgen Schmidt. Daraufhin habe der Vorstand beraten und den Mietvertrag aufgrund des Vertragsbruchs durch den Mieter kurzfristig aufgehoben.

Dass die Karbener Naturfreunde der AfD Obdach für ihr Sommerfest bieten wollte, hatte zuvor Kritik der Wetterauer Jungsozialisten provoziert. Die Nachwuchsorganisation der SPD kritisierte in einer im Internet verbreiteten Erklärung scharf, dass die Naturfreunde ihre Hütte zur Verfügung stellten. Nachdem im vergangenen Jahr 500 Karbener gegen rechte Tendenzen in der Stadt protestiert hätten, sei dies nun nicht nur „unsolidarisch [gegenüber] den Karbener Bürgerinnen, sondern auch widersprüchlich zu den selbst definierten Grundwerten der Naturfreunde“.

Haben die Naturfreunde also der AfD auf politischen Druck hin abgesagt? Das ist wohl zu viel der Ehre für die Jusos: „Unsinn“, entgegnet Kassierer Jürgen Schmidt. „Wir lassen uns von keiner Partei benutzen oder beeinflussen.“ dpg

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