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Zuzug nicht kompensierbar?: Karben soll dichter bauen

24 Hektar für Wohnungsneubauten weist die Stadt Karben momentan aus. Rechnerisch können auf diesen Flächen in den kommenden Jahren rund 960 neue Wohneinheiten entstehen. Aber reicht das?
Während der Sitzung des Ausschusses Stadtplanung und Infrastruktur (von links):  Thomas Horn, Ausschussvorsitzender Oliver Feyl und Bürgermeister Guido Rahn. Bilder > Während der Sitzung des Ausschusses Stadtplanung und Infrastruktur (von links): Thomas Horn, Ausschussvorsitzender Oliver Feyl und Bürgermeister Guido Rahn.
Karben. 

Reicht der Bauplatz, der in Karben noch zur Verfügung steht? Auf diese Frage erwarten die Mitglieder des städtischen Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur eine Antwort von dem Beigeordneten des Regionalverbandes Frankfurt/Rhein-Main, Thomas Horn (CDU). Denn trotz einer aktuell deutlich zunehmenden Neubautätigkeit prognostizieren Fachleute für Deutschland einen jährlichen Wohnungsbedarf von rund 400 000 Wohnungen.

Info: Stadt wächst und wächst

Nach Angaben des Planungsverbandes Frankfurt / Rhein-Main wird der Einwohnerzuwachs im Teil des Wetteraukreises, der zum Planungsverband gehört, bis zum Jahr 2030 um fast 10 Prozent auf 220 000

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Vor allem der Wohnungsmarkt in den Verdichtungsräumen und großen Städten wie etwa Frankfurt war in den letzten Jahren von einer hohen Dynamik gekennzeichnet. Auch wenn die Bautätigkeit in Karben in den vergangenen Jahren nach Aussage Horns leicht rückläufig war, so würden im Durchschnitt doch 64 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt. Um den vom Planungsverband errechneten Bedarf von insgesamt 1 200 für Karben im Zeitraum von 2013 bis 2030 decken zu können, müsse die Stadt jedoch zulegen.

Dafür müsse ein Durchschnitt von jährlich 69 Wohneinheiten erreicht werden. „Das Potenzial hat Karben auf jeden Fall. Denn auf dem im regionalen Flächennutzungsplan ausgewiesenen 24 Hektar für Wohnzwecke können nach den Berechnungen des Planungsverbandes rund 1 000 Wohneinheiten entstehen. Dazu kommen noch einmal acht Hektar von Flächen aus dem innerstädtischen Bereich mit weiteren 200 Wohneinheiten“,

Eine große Unbekannte

rechnet Horn den Ausschussmitgliedern vor. Somit stehe einem voraussichtlichen Bedarf von 1200 Wohneinheiten auch ein tatsächliches Potenzial von ebenfalls 1200 Wohnungen gegenüber. Eine Punktlandung für Karben, lobt der CDU-Politiker, der noch in diesem Jahr an die Spitze des Planungsverbandes rücken wird, die städtischen Gremien. Allerdings gibt es da nach seiner Ansicht eine große Unbekannte und zwar die übergroße Nachfrage aus der Stadt Frankfurt heraus. Obwohl die Mainmetropole 284 Hektar für Wohnbebauung vorgesehen habe, sei der Bedarf an Wohnraum dort riesig. „Und woran es vor allem mangelt, ist bezahlbarer Wohnraum“, so Horn weiter. Durch den Austritt Englands aus der Europäischen Union habe sich die Situation noch zugespitzt, denn seither sei ein deutlicher Zuzug von gutverdienenden Bankmitarbeitern zu verzeichnen, die für anziehende Mieten sorgen.

Das betrifft mit Verzögerung auch das Umland, zu dem Karben zählt. Deshalb sollte schon recht bald in den politischen Gremien zum einen darüber nachgedacht werden, ob ein Teil der im Flächennutzungsplan für Karben vorgesehenen Fläche von 43 Hektar für Gewerbezwecke nicht doch lieber für weiteren Wohnungsbau verwendet werden sollte. Zum anderen müssten seitens der Stadt vorsorglich aber auf jeden Fall weitere Anstrengungen bei der Mobilisierung von Innenentwicklungsflächen unternommen werden.

Auf Mischung achten

Deshalb der Ratschlag des Beigeordneten: Ein dichteres Bauen in Stadt und Umland ist anzustreben. Darüber dürfe dann aber nicht der Ausbau der Infrastruktur vergessen werden. Ein Mehr an Wohnungen bedeute auch gleichzeitig ein zusätzlicher Bedarf an Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen. „Vor allem aber müssen sie auf eine ausgewogene Mischung bei der Schaffung von Wohnraum achten, damit auch Normalverdiener zukünftig in Karben noch ein adäquates Zuhause finden können“, mahnt Horn. In Frankfurt geschehe dies mittels städtebaulichen Verträgen, mit denen die Investoren verpflichtet würden, bei mindestens 30 Prozent ihrer Neubauten sozialverträgliche Mieten zu verlangen. Diese Vorgehensweise sollte man sich auch für Karben überlegen.

Denn Karben sei durch seine Nähe zu Frankfurt und seine sehr gute verkehrliche Anbindung an S-Bahn und Schnellstraße geradezu prädestiniert für neue Wohnbaugebiete. Das zeige auch die schnelle Vermarktung der Grundstücke in den Neubaugebieten Sohlweg in Burg-Gräfenrode, Sauerborn und Am Hang in Kloppenheim und Am Kalkofen in Groß-Karben.Den Karbener Bürgern gab Horn den Tipp: „Achten Sie darauf, dass ihre politische Spitze im Rathaus stets mitzieht und mitgestaltet und nicht nur verwaltet. Dann bleibt Karben auch weiterhin attraktiv“.

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