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Zehn Jahre: Jäger Werner Propheter macht weiter

Werner Propheter aus Rendel ist leidenschaftlicher Jäger. Deshalb ist die Verlängerung des Pachtvertrages für das Niederdorfelder Jagdgebiet um weitere zehn Jahre für ihn auch eine Selbstverständlichkeit.
Niederdorfeldens Jagdpächter Werner Propheter Niederdorfeldens Jagdpächter Werner Propheter

Trotz seiner 77 Jahre ist der Rendeler Hobby-Waidmann Werner Propheter fast täglich in seinem Wald unterwegs. Da er die 520 Hektar große Jagd seit 28 Jahren gepachtet hat, nennt er sie sein Eigen. Dabei gehört das Jagdgebiet in Niederdorfelden, bestehend aus 50 Hektar Wald- und 470 Hektar Feldfläche, mehreren Eigentümern, darunter die Gemeinde Niederdorfelden.

Die sind kraft Gesetzes zu einer Jagdgenossenschaft zusammengeschlossen. Da die Jagdgenossenschaften in der Regel ihr Jagdrecht nicht selber ausüben, verpachten sie das auf ihrem Gebiet an einen Jäger. Der ist für die Hege und Pflege des Wildbestandes zuständig. „Das bedeutet regelmäßige und umfangreiche Arbeit“, erzählt Propheter.

So müssen alle drei Jahre die Abschussquoten festgelegt werden. Dafür begutachten der Förster und der Jagdpächter ein etwa 100 Quadratmeter großes Waldstück. Dabei stellen sie die Wildschäden durch Verbiss an Pflanzen und Bäumen fest. Danach wird die Quote bestimmt und der Unteren Jagdbehörde gemeldet.

Abschussquoten

„Ich muss jährlich 24 Rehe abschießen. Das ist viel zu viel, und hier in der unmittelbaren Nähe zu einer Großstadt gar nicht machbar“, berichtet der Jäger über seine Pflichten. Das recht kleine Waldgebiet von Niederdorfelden habe keine Anbindung zu größeren Wäldern in der Umgebung und sei außerdem von verkehrsreichen Straßen eingekreist. Hinzu komme, dass Rehe, die auf der Straße bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen, nicht von der Quote abgezogen werden dürfen. Diese Tiere dürfen auch nicht für den Verzehr verwendet werden, sondern müssen in der Abdeckerei entsorgt werden.

„Große Sorge bereitet uns aber zurzeit die Wildschweinseuche“, ergänzt Friedrich Still, stellvertretender Jagdgenossenschaftsvorsitzender. Da es kaum Winter gebe – das Nahrungsangebot für diese Tiere also übers Jahr ausreichend groß sei – würden viele Bachen zweimal im Jahr Junge bekommen. So komme es zu der übergroßen Population – mit der Folge, dass die Wildschweine Schäden im Wald und auf den Feldern anrichteten.

„Als ob das nicht schon genug Scherereien mit den Landwirten mit sich bringt. Die verlangen vom Jagdpächter für die verwüsteten Felder Schadensersatz. Nun kommt noch die afrikanische Schweinepest hinzu. Wenn die auf Hausschweine in den Ställen der Bauern überspringt, müssen die Bestände in dieser Gegend getötet werden“, berichtet Propheter von seinen Sorgen. Zwar haftet für die Schäden im Jagdrevier grundsätzlich die Jagdgenossenschaft als Grundstückseigentümer, doch kann dies im Pachtvertrag individuell geregelt werden. Für Propheter sieht sein Vertrag mit der Jagdgenossenschaft vor, dass er jährlich 2600 Euro Pacht zahlen muss und sich außerdem mit 500 Euro pauschal an den Wildschäden beteiligen muss.

Keine Treibjagden mehr

„Bis in die 1980er Jahre konnte der Pachtzins über den Verkauf von geschossenem Wild wieder eingenommen werden. Das klappt heute nicht mehr, es gibt kaum noch Treibjagden. Erlegtes Wild findet kaum Abnehmer“, berichtet Still.

Gut zehn Jahre ist die letzte Treibjagd in Niederdorfelden her. „Für mich ist die Jagd inzwischen zum Hobby geworden, mit viel Arbeit, aber auch Freude“, sagt Propheter. Und erzählt von den Sonnenunter- und -aufgängen, die er auf seinen Hochsitzen miterleben durfte. Einmal habe er einen prominenten Gast auf seiner Jagd gehabt, nämlich das Ehepaar Vissmann von der gleichnamigen Heizungsbaufirma. „Herr Vissmann hat bei mir seinen ersten Hasen geschossen“, erzählt Propheter und lacht. Seine Pflichten aus dem neuen Pachtvertrag – die Hege und Pflege der Tiere – möchte Propheter möglichst lange erfüllen, auch wenn sein Gebiet bald kleiner wird. Zu der Feldfläche zählt das neue Baugebiet Im Bachgange, bei dem demnächst die Archäologen mit den ersten Arbeiten beginnen.

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