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Wohnungsbau: In Karben sollen günstige Wohnungen entstehen

Von Noch mehr günstige Wohnungen sollen in den nächsten Jahren in Karben entstehen. Um das zu erreichen, soll sich die Stadt potente Partner für den Wohnungsbau suchen. Das will die CDU erreichen – und sie ändert dafür ihre jahrelange Stoßrichtung.
Rege Bautätigkeit herrscht in Karben. Auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft beteiligt sich daran, wie hier der Neubau von Mehrfamilienhäusern in Groß-Karben zeigt. Foto: Dennis Pfeiffer-Goldmann Rege Bautätigkeit herrscht in Karben. Auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft beteiligt sich daran, wie hier der Neubau von Mehrfamilienhäusern in Groß-Karben zeigt. Foto: Dennis Pfeiffer-Goldmann
Karben. 

Recht ruhig ist es dieser Tage an der Waldhohl in Groß-Karben. Noch im Rohbau stehen die beiden neuen Mehrfamilienhäuser am Rand des Baugebiets Kalkofen. Wegen der Minusgrade sind nur vereinzelt Bauarbeiter und Handwerker zu sehen. 35 Wohnungen lässt die städtische Wohnungsbaugesellschaft hier errichten. Zehn Millionen Euro stemmt die kommunale Wohnungsbaugesellschaft dafür. Das größte Vorhaben ihrer Geschichte. Die Wobau ist im Vergleich zu anderen Unternehmen ihrer Art in größeren Städten ein Winzling.

Die große Investition ist nur möglich, weil Ehrenstadtrat Otmar Stein (CDU) eine kluge Lösung fand: Die Wohnungen in einem der beiden Häuser werden als Eigentum verkauft – und der Erlös daraus finanziert den Bau des anderen Gebäudes teilweise mit. Dort drinnen gibt es Mietwohnungen, die die Stadt via Wobau recht günstig vermieten – und dauerhaft in ihrem Eigentum behalten will.

Druck nimmt zu

Dieser Bau sowie der eines weiteren Mehrfamilienhauses in Burg-Gräfenrode reiche aber nicht aus, findet CDU-Chef Mario Beck. „Der Druck auf dem Wohnungsmarkt im Rhein-Main-Gebiet macht es weiterhin notwendig, dass die Stadt den Wohnungsmarkt entlastet.“ Auch bezahlbar müsse das Wohnen für die Bürger bleiben.

Genug Flächen für weitere Häuser habe die Stadt, betont Beck. Ebenso seien die Finanzlage der Kommune solide und die Zinsen niedrig. Es fehlten aber „weitere Ressourcen“, sagt der Christdemokrat – und erwähnt Planung, Bauüberwachung und Know-how. Dafür will die CDU gerne Partner ins Boot holen. Mario Beck denkt daran, beispielsweise auf Vorhaben bezogen gemeinsame Gesellschaften zu gründen. Als mögliche Partner nennt er öffentlich oder kommunal „geprägte Unternehmen“ wie die Nassauische Heimstätte oder Frankfurts städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG.

Einen Prüfungsauftrag hat die CDU dafür vorgelegt. Stimmt das Stadtparlament zu – davon ist angesichts der absoluten Mehrheit der CDU auszugehen –, soll Bürgermeister Guido Rahn (CDU) die Machbarkeit untersuchen. Faktisch dürfte dieser auch sogleich mit der Umsetzung beginnen.

Früherer Vorschlag

Der Vorschlag der Christdemokraten ruft bei SPD-Fraktionschef Thomas Görlich spontan ein lautes Lachen hervor. „Sehr interessant, dass die CDU endlich diesen Vorschlag von uns aufgreift.“ Denn schon 2013 hatten die Sozialdemokraten erstmals vorgeschlagen, dass die Stadt einen großen Partner beteiligen solle, um beim Wohnungsbau deutlich mehr tun zu können. „Das hätten wir schon viel früher haben können“, ärgert sich Görlich. Längst könnten die ersten Häuser stehen, schon Menschen darin wohnen – beispielsweise im Burg-Gräfenröder Baugebiet Sohlweg II.

Jetzt auch noch eine Prüfung vorschalten zu wollen, sei unnötig, findet der SPD-Fraktionschef. „Das Geld und die Grundstücke sind doch da, worauf wird noch gewartet?“ Im Prinzip seien sich die politischen Kräfte nach dem Umschwenken der CDU ja nun weitgehend einig. Denn wichtig ist für Thomas Görlich auch, dass die Stadt bei den Projekten stets im Boot bleibt, selbst baut und damit Werte für die Zukunft schafft.

Diskussion im Stadtparlament

Über dieses Thema wird im Karbener Stadtparlament diskutiert am 23. Februar (Freitag) ab 20 Uhr im Bürgerzentrum, Rathausplatz 1.

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