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Bauprojekt: Hotel Nummer fünf entsteht

Von Hotelstadt Bad Vilbel: Konkrete Formen nimmt das Bauprojekt eines Bad Vilbelers an. Der wollte eigentlich schon vor Jahren einen Beherbergungsbetrieb in Dortelweil-West bauen. Doch die jetzt hinzukommende Konkurrenz stört ihn nicht.
Bald soll es losgehen: Robert Tutus sitzt über seinen Plänen für das Hotel, das in Dortelweil entstehen soll. Fotos/Repro: Thomas Kopp Bilder > Bald soll es losgehen: Robert Tutus sitzt über seinen Plänen für das Hotel, das in Dortelweil entstehen soll. Fotos/Repro: Thomas Kopp
Bad Vilbel. 

Täglich wartet Robert Tutus aus Bad Vilbel auf Post vom Wetteraukreis. Denn ihm juckt es in den Fingern. Endlich will er mit dem Bau eines Hotels in Dortelweil beginnen. Das soll an der Friedberger Straße auf einer Brache zwischen dem Ago-Seniorenheim und dem Ingenieursunternehmen Lahmeyer entstehen. Bereits im März 2016 berichtete diese Zeitung über Tutus’ Pläne, auf dem Grundstück, das wegen des darauf befindlichen Erdaushubs und des nach Stürmen immer wieder umgestürzten Bauzauns immer wieder zum Gegenstand von Diskussionen wird, ein Hotel zu errichten. Doch jetzt sind seine Pläne viel konkreter, als sie es damals waren.

Rund 40 Meter lang soll des Gebäude werden, über eine Tiefgarage und fünf Stockwerke darüber verfügen und damit eine Höhe wie Lahmeyer nebenan erreichen. Das oberste Stockwerk wird dabei etwas zurückgezogen, um den Bauvorschriften für dieses Gebiet zu genügen. Diese Regeln für das Baugebiet haben Tutus auch schon vor Jahren einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Ich hätte da auch sechs Häuser hingesetzt“, sagt der 47-Jährige, der das Grundstück mit einer Größe von 1660 Quadratmetern plus einem Zufahrtsstreifen zur Tiefgarage mit 110 Quadratmetern im Jahr 2011 gekauft hat. Doch in der vordersten Reihe an der Friedberger Straße sind Sondernutzungen vorgesehen, auch um die Wohnhäuser dahinter von der Straße abzuschotten.

Anwohner beruhigen

Deswegen riet man ihm auch zum Hotel. 2016 hatte er seine Pläne letztmals der Bad Vilbeler Politik vorgestellt und das Projekt so auf den Weg gebracht. Doch dann ließ sein Architekt eine Frist beim Bauamt des Kreises verstreichen, die Genehmigung blieb aus. Nun befindet er sich also im zweiten Anlauf. Der scheint besser zu klappen, denn man habe ihm signalisiert, dass einer Genehmigung nur noch wenig im Wege stehe. Tutus rechnet mit einer Bauzeit von maximal anderthalb Jahren. Hätte es im ersten Anlauf geklappt, würde sein Bau mit 58 Zimmern, Gastronomie und Geschäften also jetzt schon stehen. „Ich wäre der erste gewesen“, sagt Tutus, der sich nun einer geballten Konkurrenz gegenüber sieht. Denn nur wenige Hundert Meter weiter in Nachbarschaft zum Rathaus soll immerhin ein Hotel chinesischer Investoren entstehen. Hinzu kommen das Hotel der Stadthalle, das des Kombibads und ein Boarding House (Appartements mit Selbstversorgungsmöglichkeiten), das in der Homburger Straße geplant ist.

Mehrere Hundert neue Gästezimmer also. Hätte er das gewusst, hätte er das Projekt wohl begraben. Doch Tutus ist trotzdem jetzt nicht bange. „Wir werden einen Vier-Sterne-Standard anbieten, von den Preisen aber viel günstiger sein“, verrät er jetzt schon sein Konzept, das er vor allem Frankfurter Messegästen offerieren will. Auch den Anwohnern will Tutus mögliche Sorgenfalten nehmen. Sie hätten immer gewusst, dass ein mehrstöckiges Haus vor ihren Häusern entstehen könnte, das sehe der Bebauungsplan auch so vor. Und wenn die Baugenehmigung vorliege, komme auch der Erdhaufen weg, der dort bereits wohl seit der Gründung von Dortelweil-West liege.

Bad Vilbeler Muttererde zu verschenken

Auf etwa 50 Lastwagen-Ladungen Erde schätzt Robert Tutus den Umfang, der vom jetzigen Erdhaufen und dem Aushub für die Tiefgarage entstehen wird.

clearing

Ihn jetzt zu entfernen koste nur Geld für eine Extra-Genehmigung und Baugeräte. Viel sinnvoller sei es, die Erde im Zuge der Bauarbeiten für das Hotel zu entfernen. Auch der immer wieder umkippende Bauzaun ärgert Passanten und Anwohner. Doch Tutus kontert: „Immer wieder werden am Zaun Plakate angebracht. Wenn dann ein Sturm kommt, lassen diese den Zaun umkippen. Ich bin’s leid!“ Jetzt lässt er den Zaun liegen, hat ihn dafür auf sein Grundstück gekippt und somit vom Bürgersteig weg. Verpflichtet sei er ohnehin nicht, das Grundstück einzuzäunen.

Von Hand gefräste Steine

Doch später will Tutus Passanten und Anwohnern optische Anreize bieten. Denn außen wie innen sollen Steine dominieren, die so auch schon in der syrisch-orthodoxen Kirche in Massenheim zu sehen sind, erläutert der aramäische Christ, der nach dem Mord an seinem Vater vermutlich durch Kurden seine Heimatstadt Idil in Südostanatolien 1993 verlassen hat und sich seitdem in Bad Vilbel engagiert. Auch beim Bau der syrisch-orthodoxen Kirche, die im vergangenen Jahr mit einer großen Feier eingeweiht wurde. Hier hat er von Hand gefräste Steine eingebracht. Und auch beim Hotel will er türkische Steinmetze einfliegen lassen, die sich auf diese Technik verstehen.

Ein Hingucker wird das Hotel, ist sich Tutus sicher. Auch die Finanzierung kommt aus der Türkei. Denn in Istanbul betreibt Roberts Bruder Kennedy Tutus eine Baufirma, Robert vertritt das Unternehmen in Deutschland. Zwei Millionen Euro werden vom Bosporus nach Bad Vilbel transferiert, um den Bau zu ermöglichen. Betrieben werden soll das Gästehaus zunächst in Eigenregie, ob Familie Tutus später einen professionellen Betreiber übernehmen lassen wird, das ist jetzt noch offen.

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