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Deutsches Rotes Kreuz: Hinter jedem Blutspendetermin steckt viel Arbeit

Zwölfmal pro Jahr organisiert das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Bad Vilbel Blutspendetermine, immer im Kultur- und Sportforum Dortelweil. Für die Spender ist die Prozedur unproblematisch – und mit dem guten Gefühl verbunden, damit Menschenleben zu retten. Obendrein gibt es noch eine süße Überraschung.
Auch die Fußballer Jakob Assheuer (links) und Marcel Bittner vom SC Dortelweil machen beim Blutspendetermin des DRK Bad Vilbel mit. Auch die Fußballer Jakob Assheuer (links) und Marcel Bittner vom SC Dortelweil machen beim Blutspendetermin des DRK Bad Vilbel mit.
Bad Vilbel. 

Eine Zahl nennt Silke Zuschlag besonders gern: Mit einer Blutspende, sagt die Bereitschaftsleiterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bad Vilbel, kann man bis zu drei Menschenleben retten. Denn daraus könne man bis zu drei Blutpräparate herstellen, um Kranken und Schwerverletzten zu helfen. So gesehen, sind beim jüngsten Blutspendetermin des DRK in Dortelweil die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, um 417 Menschen das Weiterleben zu sichern. An diesem Tag haben sich im Kultur- und Sportforum nämlich 139 Freiwillige auf die blauen Liegen gelegt, den hauptamtlichen Helfern vom DRK-Blutspendedienst ihren rechten oder linken Arm präsentiert und sich jeweils 500 Milliliter Blut abzapfen lassen.

Menschen wie Gerhard Radgen, der diesmal zum 20. Mal gespendet hat. „Ich bin vor einigen Jahren dazugekommen, weil mir damals jemand gesagt hat, dass man Blut nicht künstlich herstellen kann“, sagt der Karbener. Dankbar ist er dafür, dass andere ebenso denken wie er: „Meine Mutter hat schon in diversen Operationen Blutkonserven bekommen.“

DRK-Ehrenamtliche wie Regine Walkenhorst (links) kümmern sich auch um das leibliche Wohl der Blutspender. Ab Herbst soll sie die Organisation der Blutspendetermine von Bereitschaftsleiterin Silke Zuschlag (rechts) übernehmen. Bild-Zoom
DRK-Ehrenamtliche wie Regine Walkenhorst (links) kümmern sich auch um das leibliche Wohl der Blutspender. Ab Herbst soll sie die Organisation der Blutspendetermine von Bereitschaftsleiterin Silke Zuschlag (rechts) übernehmen.

Auch deshalb kommt er normalerweise immer zu den Spendeterminen, wenn er eine Einladung erhält und sich gesund fühlt. Und freut sich auch über einen süßen Bonus, den die DRK-Freiwilligen am Ende für alle Spender bereithalten: eine Tafel Schokolade. „Die ist wichtig“, lacht er. Stimmt, bestätigt Silke Zuschlag schmunzelnd, die darauf achtet, dass genügend Vorräte vorhanden sind: „Wehe, Zartbitter ist aus.“

Aber nicht nur Süßigkeiten warten auf die Spender im Kultur- und Sportforum, sondern auch leichte Snacks wie belegte Brötchen, heiße Würstchen, Kuchen – und vor allem Getränke. Viel trinken, das sei bei einer Blutspende wichtig, sagt Silke Zuschlag. Schließlich müsse der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen werden. Ansonsten sei der Verlust von einem halben Liter Blut kein Problem, wenn man sich danach etwas Ruhe gönne: „Für den Körper ist das gut zu verkraften“, sagt sie.

Völlig schmerzlos

Karlheinz Schloßer bestätigt das. Zum 100. Mal hat der Frankfurter, der sich zurzeit mit seiner Frau in Gronau um die Schwiegereltern kümmert, an diesem Tag Blut gespendet und erhält deshalb eine Ehrung des DRK. Ein Zufall sei es gewesen, der ihn darauf gebracht habe, erzählt er: „Ich bin früher in Frankfurt regelmäßig mit der Straßenbahn am Blutspendezentrum vorbeigefahren und hab mir irgendwann gedacht, dass ich das mal probieren könnte.“ 40 Jahre ist das her, und Schloßer ist dabei geblieben. Man habe eben ein gutes Gefühl dabei, sagt er: „Schließlich kann man mit jeder Blutspende Leben retten. “

Das sagt auch Joachim Rasch, der sich gerade auf eine der zehn blauen Liegen gelegt hat und einer Mitarbeiterin des DRK-Blutspendedienstes seinen rechten Arm präsentiert. Routiniert führt die Frau die Kanüle in Raschs Vene ein, und schon läuft das Blut des Dortelweilers in den Beutel, der neben der Liege auf einer Waage ruht. Der Apparat kontrolliert den Spendevorgang, überwacht beispielsweise die Durchflussgeschwindigkeit und wippt in regelmäßigen Abständen hin und her, um eine Gerinnung zu verhindern.

Info: Immer donnerstags

Jeden ersten Donnerstag im Monat bietet das DRK Bad Vilbel Blutspendetermine an: jeweils von 15.45 bis 20 Uhr im Kultur- und Sportforum Dortelweil.

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Für Joachim Rasch keine neue Erfahrung: Er spende gerade zum 17. Mal, erzählt er, immer ohne Probleme: „Das merkt man gar nicht, es ist völlig schmerzlos. Auch das Einführen der Kanüle wurde super gemacht.“

Einige Minuten dauert es, dann zeigt die Waage an, dass genügend Blut in den Beutel geflossen ist. Automatisch wird der Schlauch zugeklemmt. Fünf Minuten muss Rasch noch liegen, sich dann vorsichtig aufrichten und weitere fünf Minuten sitzen, damit sich sein Kreislauf langsam an den Blutverlust gewöhnen kann. Währenddessen behalten ihn die DRK-Haupt- und Ehrenamtlichen, die an diesem Tag im Einsatz sind, immer im Auge. Kreislaufprobleme kämen hin und wieder vor, weiß Silke Zuschlag. Auch deshalb werden die Spender beim Aufstehen grundsätzlich von einem Ehrenamtlichen begleitet, die die ersten Schritte wachsam beäugen. Bei dem Dortelweiler ist die Vorsichtsmaßnahme überflüssig.

Kollegen und Nachbarn

Ebenso bei den jungen Männern vom Sportclub Dortelweil, die sich mit ihrem Vorstandsmitglied Hans Wrage zu diesem Blutspendetermin eingefunden haben. „Wir haben überlegt, was wir außerhalb des Platzes für die Allgemeinheit machen könnten, um was Gutes zu tun“, sagt Wrage. Einer sei auf die Idee mit dem Blutspenden gekommen. Deshalb sind die Kicker nun hier, „die Freundin eines Spielers ist auch gleich mitgekommen“.

Ein Engagement, das Silke Zuschlag begeistert: Dass Kollegen oder Nachbarn grüppchenweise auftauchten, das erlebe sie oft, erzählt sie. Aber gleich eine 20-köpfige Vereinsgruppe, das sei etwas Neues. Damit die Spender nicht zu lange warten müssen, habe man extra die Zahl der Liegen auf zehn aufgestockt.

Eine gute Sache sei diese Aktion, finden die SC-Fußballer Jakob und Valentin Assheuer und Marcel Bittner. „Normalerweise haben wir am Donnerstagabend Training, stattdessen spenden wir heute eben Blut“, sagt Marcel Bittner, und die beiden anderen nicken zustimmend. „Blutspende statt Training – das ist doch ein super Slogan“, lacht Jakob Assheuer.

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