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Hilferufe aus dem Jenseits

Wer Angst hat zu schlafen, kommt selten zur Ruhe. Wer den Traumstimmen in Jennifer Hauffs neuem Roman zuhört, vielleicht auch nicht. Die Autorin bereitet für die Bad Nauheimer Eisenbahnfreunde gerade eine szenische Lesung in einem Zug vor, die es in sich hat.
Jennifer Hauff Jennifer Hauff
Bad Nauheim. 

Jennifer Hauff schreibt Märchen. Ob sie mit ihrem Namensvetter Wilhelm Hauff verwandt ist, weiß sie nicht genau. Sicher ist: Mit dem Schreiber dieser Zeilen ist sie nicht verwandt. Der berühmte Vorfahr namens Wilhelm würde heute wohl auch nicht mehr vom Kalifen Storch oder Zwerg Nase erzählen – sondern ebenfalls Urban-Fantasy-Romane schreiben.

„Mein größter Wunsch ist es, andere Menschen mit Geschichten zu unterhalten“, sagt die Frau mit grünen Augen. Inzwischen sei Schreiben nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken. Sie hat es (neben zwei halben Jobs) zu ihrem Beruf gemacht. Mit strahlend grünen Augen und einem klaren Faden für das Gespräch mit dem Reporter sitzt Hauff in einem Café, um für ihr neues Buch zu werben: Das dreht sich um eine Teenagerin, die ganz normal sein möchte. Die 17-Jährige Hanna hat jedoch ein Problem.

Vor vier Jahren begann sie damit, im Schlaf mit einer Stimme zu sprechen, die einer alten Frau gehört. Sie hat Angst, ihre Sinne könnten sie verlassen, ihre Träume das Leben aus den Fugen bringen.

Traum vom Bestseller

Nach einem Besuch bei einer Therapeutin keimt in ihr der Verdacht, sie werde von einer Verstorbenen heimgesucht, die im Jenseits keine Ruhe findet. Aber sind das nicht Hirngespinste? Als Hanna sich überreden lässt, im Haus ihres Freundes zu übernachten, hat sie schließlich eine seltsame Begegnung – und fragt sich, ob die Traumforscherin recht haben könnte. Die Idee zu ihrem realistischen Märchen kam der 30-jährigen Autorin im Gespräch mit der Mutter. Zusammen redeten sie eines Morgens über verstorbene Verwandte, die manchmal im Traum auftauchten. „Alles geschieht aus einem Grund“, meint Jennifer Hauff. Ihr Buch wird jedem gefallen, den Dinge faszinieren, die nicht sofort erklärbar sind. Sie reizten auch die Autorin von „Traumstimmen“.

Im Unterschied zu ihrer Romanfigur traut sich Jennifer Hauff aber, auf Unheimliches zuzugehen. Sie formt daraus spannende Szenen, recherchiert gründlich und träumt davon, möglichst bald einen erfolgreichen „Pageturner“ zu schreiben – einen Bestseller, dessen Seiten sich wie von selbst weiterblättern.

Reisen ist eine der größten Leidenschaften der Frankfurterin. Was ihren Wohnort angeht, sei sie allerdings nicht sonderlich weit gekommen, gesteht die gelernte Hotelkauffrau. „Seit einigen Jahren wechselt mein Autokennzeichen zwischen dem F für Frankfurt und dem MTK für Main-Taunus-Kreis hin und her“.

Im Orbit der Bembelstadt zu bleiben, hat sich aber gelohnt. Auf der Frankfurter Buchmesse fand Jennifer Hauff vor vier Jahren einen Berliner Verlag, der eine neue Reihe mit Jugendromanen plante. „Ich hatte einfach unverschämtes Glück“, sagt sie selbst. Zu diesem Erstling, einige Jahre nach ihrer Hotellehre, hatte ihre 15-jährige Schwester den Anstoß gegeben. Gemeinsam zimmerten beide aus Einfällen der Jugendlichen den ersten Fantasy-Roman: „Herzverwandt“. Den jetzigen Nachfolger hat Jennifer Hauff alleine verfasst.

Oma lutscht Bonbons

Um für „Traumstimmen“ zu werben, klopfte die Autorin bei den Bad Nauheimer Eisenbahnfreunden an. Deren Theaterwagen liefert die Kulisse für eine Lebensreise, die sich in Hannas Traum abspielt. Hanna wird in diesem Zugabteil anderen Seelen begegnen, die noch etwas klären müssen, bevor sie Ruhe geben. Hauff beauftragte einen Fotografen damit, Bilder dieser Menschen zu schaffen. Die geheimnisvollen, aber auch lustigen Fotos, die am 1. November während einer szenischen Lesung auf einer Leinwand aufscheinen, leuchten tatsächlich wie verlorene Seelen.

Nicht fehlen darf die seltsame Oma, die immer Schokobonbons lutscht und alles sehr aufregend findet. Jennifer Hauff wird eine echte Schaffnerfigur anlegen, in der Pause hat sie für einen Bistrowagen gesorgt, der süße Knabbereien serviert. Spaß und Spannung sind also programmiert.

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