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Instandsetzung des Solmser Schlosses: Hessischer Denkmalschutzpreis: Mit Fingerspitzengefühl saniert

Die Butzbacher Entwicklungsgesellschaft Solmser Hof ist für die Sanierung des Solmser Schlosses mit dem hessischer Denkmalschutzpreis 2017 ausgezeichnet worden. Die Verantwortlichen dürfen sich über eine Urkunde und einen Geldpreis in Höhe von 6000 Euro freuen.
Die Sanierung des Solm’schen Schlosses in der Färbgasse 24 in Butzbach ist mit dem Denkmalschutzpreis ausgezeichnet worden. Die Sanierung des Solm’schen Schlosses in der Färbgasse 24 in Butzbach ist mit dem Denkmalschutzpreis ausgezeichnet worden.
Butzbach. 

Für die fachlich hochprofessionelle und vorbildliche Sanierung des Solmser Schlosses in Butzbach wurde die Entwicklungsgesellschaft Solmser Hof mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2017 ausgezeichnet. Um das Jahr 1479 ließen die Grafen von Solms-Lich einen älteren, an der Stadtmauer von Butzbach gelegenen Fruchtspeicher zu einem repräsentativen Schloss ausbauen: Das Solmser Schloss diente fortan als Amtshaus und Witwensitz. Von 1879 bis 2004 wurde das Gebäude als Amtsgericht von Butzbach genutzt, danach stand es einige Jahre leer.

Im Jahr 2011 jedoch begann der neue Eigentümer, die Entwicklungsgesellschaft Solmser Hof, unter Ulrich Grimminger mit einer Sanierung, die 2014 abgeschlossen werden konnte. Dabei wurden die Ende des 19. Jahrhunderts vorgenommenen Um- und Einbauten soweit wie möglich zurückgebaut.

Originale Ausstattungsstücke und Bauteile wie das beeindruckende Renaissance-Treppenhaus von 1588, das durch einen Wasserschaden schwer beschädigt worden war, wurden restauriert. Die stark verwitterten, steinsichtigen Fassaden wurden saniert, alte Sandsteingewände wieder freigelegt. Besonderes Augenmerk galt dem imposanten gotischen Dachstuhl, der sich über drei Ebenen erstreckt.

Sensibler Umgang

Dieser Dachraum soll fortan als Veranstaltungsraum genutzt werden, Erd- und Obergeschoss stehen für medizinische Schulungen zur Verfügung. Dazu wurde ein „Raum in Raum“-Konzept verfolgt, die erforderlichen Räume wurden als eigenständige Kuben platziert und von der Außenwand gelöst.

Bei der Revitalisierung des Solmser Schlosses, einem Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung, war der sensible Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz die entscheidende Planungsvoraussetzung. Für die Sanierung wurden die renommiertesten Experten zu Rate gezogen, die Instandsetzung erfolgte mit großem Sachverstand und handwerklichem Können. Die Entwicklungsgesellschaft Solmser Hof erhält eine Urkunde und ein Preisgeld in Höhe von 6000 Euro.

Der Hessische Denkmalschutzpreis wurde 1986 von Lotto Hessen gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen ins Leben gerufen. Anlass war die Einführung der Rubellos-Lotterie in Hessen, deren Erträge ausschließlich in die hessische Denkmalpflege fließen. Seitdem wird der Preis jedes Jahr mit 20 000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden denkmalpflegerische Leistungen mit überregionaler Bedeutung auf den Gebieten der archäologischen Denkmalpflege, der Bau- und Kunstdenkmalpflege oder der Gartendenkmalpflege, die über das denkmalschutzrechtlich Gebotene hinausgehen.

Zum Nachahmen anregen

Die Erlöse der hessischen Lotteriegesellschaft kommen ausnahmslos dem Gemeinwohl zugute. Jeder Tipp sorgt für den Denkmalschutz, für den Sport, für Soziales, für die Kultur und seit 2016 auch für die Umwelt in Hessen. Mehr als 135 Millionen Euro kamen allein im vergangenen Jahr zusammen: 27,4 Millionen für die Denkmalpflege, 45,6 Millionen für den Sport, 32,2 Millionen für Kultur und 29,8 Millionen für Soziales.

Der Hessische Denkmalschutzpreis soll Vorbilder für denkmalpflegerisches Handeln einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen und zum Nachahmen anregen. Erstmals wurde in diesem Jahr auch der Ehrenamtspreis als eigene Kategorie in den Hessischen Denkmalschutzpreis integriert. Dieses Preisgeld stellt traditionell die Hessische Staatskanzlei – in diesem Jahr sind es 7500 Euro.

Dass insbesondere Baudenkmäler von jeher mit Lotterien verbunden sind, geht zurück bis ins Spätmittelalter. Bereits 1445 soll es im flandrischen Sluis zur ersten verbürgten Lotterie gekommen sein – mit dem Ziel, ein Stadttor zu finanzieren. Bald schufen Herzöge, Kurfürsten und Könige mit den Erlösen aus den staatlichen Lotterien ganze Schlossanlagen. Friedrich der Große etwa finanzierte damit das Potsdamer Neue Palais.

Auch die hessischen Landesherren griffen das neue Spiel auf, ihre Lotterien schossen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Wiesbaden, Kassel, Darmstadt und Marburg aus dem Boden. Im Dezember 1769 besiegelte Fürst Carl zu Hessen-Nassau die erste hessische Zahlenlotterie.

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