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Sicherheitsexperten bieten Lösungen und Tipps gegen Internetkriminalität an: Hacker stoppen, bevor es zu spät ist

Von Die Hackerangriffe auf das Internet werden immer raffinierter, doch viele Unternehmen sind sich der Herausforderungen nicht bewusst. Die Bad Vilbeler Gesellschaft zur Förderung des Forschungstransfers (GFFT) bringt universitäre Experten und hochkarätige Unternehmen zusammen. Jüngstes Angebot sind Kurzpräsentationen über die neuesten Lösungen gegen Internetkriminalität.
Der Informatiker David Veith rät Unternehmen zu Vorsicht im Umgang mit den Gefahren des Internets – und sucht nach cleveren Lösungen aus der Forschung. Der Informatiker David Veith rät Unternehmen zu Vorsicht im Umgang mit den Gefahren des Internets – und sucht nach cleveren Lösungen aus der Forschung.
Bad Vilbel. 

Wenn der Bildschirm schwarz wird, ist es zu spät. Noch zur Jahrtausendwende waren Hacker oft einzelgängerische Jugendliche, die sich einen Spaß daraus machten, Markt-Monopolisten wie Microsoft mit dem „I love you“-Wurm zu schaden, erinnert sich David Veith. Er leitet das Sicherheits-Team des Bad Vilbeler Vereins Gesellschaft zur Förderung des Forschungstransfers (GFFT) und ist zugleich Doktorand am Lehrstuhl für Algorithm Engineering an der Frankfurter Goethe-Universität.

Heute hingegen ist das Entern von Computern zum Geschäftsmodell geworden: Es geht um Erpressung und Industriespionage, den Angriff auf die Infrastruktur von Krankenhäusern. „Oft sind diese Attacken so gut getarnt, dass es im Durchschnitt 120 Tage und mehr braucht, um sie zu erkennen“, erläutert Bernhard Koch, der Geschäftsführer der GFFT Innovationsförderung.

„IT-Sicherheit ist ein Thema, dass in den Unternehmen brennt“, sagt Veith. Doch reine Insellösungen, das Flicken einzelner Sicherheitslücken, etwa bei E-Mails, reichten nicht aus. Sicherheitskonzepte und Unternehmensprozesse müssten miteinander verzahnt werden. Veith will auch nicht einzelne Virenschutzprogramme empfehlen, eine viel größere Gefahr für die Sicherheit sei der Mensch selbst.

Kontakte zu Universitäten

Ein Beispiel ist die „Schatten-IT“: Da gebe es global aufgestellte Projekte, etwa um ein neues Dokumentenverwaltungssystem zu entwickeln. Die Entwickler sitzen in verschiedenen Ländern, „da zu prüfen, ob sensible Zugriffsrechte gewährt wurden, ist schwierig.“ Mit der immer moderneren Technik habe die Anwenderseite oft nicht mitgehalten, weiß Veith.

Projektleiter Holger Klötzner zeigt auf das QR-Code-Symbol, das am Feinkostladen von Rafael Jiminez hängt und Zugang zur App schafft.
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Um die Anwender in den Unternehmen an den neusten Stand der Technik heranzuführen, tritt die GFFT als Transferplattform auf. Veith nutzt seine Kontakte zu universitären Forschungsprojekten und Angebote von fünf bis zehn spezialisierten IT-Firmen, die Partner der GFFT sind. Etwa am Lehrstuhl für Datenlöschung an der Uni Kassel. Denn „viele Professoren haben kein Vertriebsverständnis“, so Gerd Große, GFFT-Vorstandschef.

Veith stellt ein Portfolio zusammen, „wo wir die besten Ideen aus den Lehrstühlen und Firmen herausfischen“. Das wird dann in einem zweiten Schritt den Unternehmen vorgestellt. „Technology Races“ nennt die GFFT diese 20 bis 30 Präsentationen bei so hochkarätigen Unternehmen wie ThyssenKrupp, Deutsche Bank, Heraeus oder der Deutschen Post. Im Vorfeld wird geklärt, welchen konkreten Handlungsbedarf die Unternehmen für sich sehen. Dann stellt Veith maximal zwölf Lösungsansätze zusammen, welche je sieben Minuten lang zur Diskussion stehen. „Das ist keine Produkt-Show, wir wollen sehen, was den Unternehmen am Herzen liegt“, betont Veith. Am Ende bleiben dann oft ein, zwei Projekte, die umgesetzt werden.

Auf Daten achten

Doch auch im täglichen Umgang mit den Computern gibt es simple Tipps, um mehr Sicherheit zu gewinnen, weiß Veith. Nicht sorglos seine Daten in den sozialen Netzwerken verbreiten, rät er. Und: Nicht alles akzeptieren, was Gratis-Apps in Smartphones an Berechtigungen fordern.

Oft sind Datenpannen geradezu absehbar, sagt Veith im Hinblick auf den Hackerangriff auf britische Krankenhäuser. Dass dort veraltete Software benutzt wurde, sei nicht das größte Problem. Beim Aufbau der Netzwerke sei offenbar alles zusammengesteckt worden. Solange dann Daten wie Blutdruckwerte abrufbar waren, sei man wohl zufrieden gewesen, vermutet er. „Aber man hat nicht groß nachgedacht, ob das auch sicher ist.“

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