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Tag der offenen Tür: Gauchheil schließt die Blüten bei Regen

Von 1998 eröffnet, existiert das Feldflora-Reservat seit 20 Jahren. Damals war die Stadt mit der Biotopverbundplanung beschäftigt. Über einen Kontakt mit Geobotaniker Dr. Erich Haslinger entstand das Reservat, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Schönheit der Ackerbegleitkräuter für nachkommende Generationen zu bewahren. Die Betreuerinnen Mascha Werth und Caroline von Bernuth haben Besucher am Sonntag zum Tag der offenen Tür durch das Reservat geführt.
Die Betreuerinnen Mascha Werth (links) und Caroline von Bernuth betreuen die Pflanzen im Feldflora-Reservat in Nidderau. Die Betreuerinnen Mascha Werth (links) und Caroline von Bernuth betreuen die Pflanzen im Feldflora-Reservat in Nidderau.
Nidderau. 

60 Ackerwildkrautarten und sechs historische Getreidearten sowie weitere Kulturpflanzen wie Lein und Buchweizen werden im Feldflora-Reservat in Nidderau angebaut. Besucher finden von Mitte Mai bis September eine wechselnde Blütenpracht. Viele ehemals häufige Ackerwildkräuter stehen heute auf der „Roten Liste“ oder sind bereits ausgestorben. Das Reservat gibt den Pflanzen ein Refugium, in dem sie für die Zukunft erhalten werden.

Seit 2009 werden Pflanzen in Beeten und auf einer Ackerfläche mit Hafer gezeigt. „Wegen des trockenen Frühjahrs sind in diesem Jahr einige Ackerwildkräuter nicht zu sehen, wie das Adonisröschen oder die Ackerröte“, sagt Betreuerin Mascha Werth. Die Ackerröte könnte allerdings noch kommen. Sie keimt erst spät.

Saat in Plastikdosen

Viele Besucher machen im Reservat Halt, weil sie sich für bestimmte Pflanzen interessieren. Interesse für die Besonderheit der Anlage zeigten kürzlich auch die Naturschutzbeiräte und der Gebietsagrarausschuss des Main-Kinzig-Kreises und des Wetteraukreises während eines Besuchs. Eine Zusammenarbeit besteht mit dem Hessenpark und dem Palmengarten in Frankfurt am Main.

„Der Palmengarten erhält Samen aus dem Reservat, zum genetischen Abgleich des Saatgutes“, sagt Werth. Am Eingang des Reservats in Plastikdosen zeigen die Betreuerinnen verschiedene Getreide-und Kräutersamen wie Mais- und Rapskörner oder Kornrade.

Die Kornrade ist durch die verbesserte Saatgutreinigung verschwunden. Durch die modernen Unkrautbekämpfungsmittel ist die Pflanze fast ausgerottet. Kornblumen sind zu sehen und die Bittere Schleifenblume, die eine positive Wirkung auf den Magen hat.

Beim Venuskamm erinnern die senkrecht und parallel zueinander abstehenden Früchte an einen Kamm. Eine Rarität ist das Großkelchige Mannsschild. Unweit davon entfernt, steht der Gelbe Günsel, der Medizin für die Atemwege ist. Der Samenstand des Lila Bocksbart wirkt im Sonnenlicht fast wie ein Aquarell. Der Acker-Schwarzkümmel, der im Reservat seinen Platz gefunden hat, kommt wild noch südlich von Darmstadt im Dünengebiet vor.

Schmetterlinge fühlen sich auf den Blüten des Kaukasischen Gamanders wohl. Werth deutet auf den Acker-Wachtelweizen. „Die Pflanze ist ein Halbschmarotzer und saugt an den Graswurzeln. Wir haben deshalb einen Trockenrasen angelegt, wo sie eine Wirtspflanze findet“, sagt Werth, die das Reservat im zwölften Jahr betreut.

Nahrung für Ameisen

Caroline von Bernuth ist im zweiten Jahr Betreuerin. Werth und sie bleiben vor einer Pflanze stehen, die als Gauchheil bekannt ist. „Die Wetterpflanze schließt ihre Blüten, wenn Regen im Anmarsch ist“, sagt Werth. Bei Gewitter funktioniere das aber nicht.

Bienen und Hummeln lassen sich dafür immer wieder auf dem Braunen Mönchskraut nieder, dessen Samen ein Eiweißanhängsel besitzen. Und das dient auch Ameisen als Nahrung.

Im Internet schlau machen

Mehr Informationen über das Feldflora-Reservat in Nidderau und die dort gedeihenden Pflanzen gibt es im Internet auf der Homepage der Stadt unter www.nidderau.de.

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