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Bauliche Lösungen: Für jedes Kind einen Betreuungsplatz in Nidderau

Von Die Schulbetreuung an den Grundschulen der Nidderauer Stadtteile Heldenbergen und Windecken wird ausgebaut. Ziel ist es, Plätze für alle Kinder zu schaffen, die dies benötigen. Das beschloss das Stadtparlament einstimmig bei seiner jüngsten Sitzung in der Mehrzweckhalle in Erbstadt.
Andreas Bär, Fraktionschef der SPD, Vorsitzender des Förderkreises der Kurt-Schumacher-Schule und betroffener Vater setzt sich für den Ausbau der Schulbetreuung ein. Der Antrag von SPD und Grünen führt zu einem einstimmigen Ergebnis pro Ausbau. Foto: Petra Ihm-Fahle Andreas Bär, Fraktionschef der SPD, Vorsitzender des Förderkreises der Kurt-Schumacher-Schule und betroffener Vater setzt sich für den Ausbau der Schulbetreuung ein. Der Antrag von SPD und Grünen führt zu einem einstimmigen Ergebnis pro Ausbau.
Nidderau. 

SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Bär ist Vater eines Sohnes (7), der die Kurt-Schumacher-Schule in Windecken besucht. Und auch als Vorsitzender des Förderkreises der Grundschule ist dem 35-Jährigen das Problem nur zu gut bekannt: Die Hortplätze in den Kindertagesstätten sollen abgeschafft werden, da der Bedarf an Kita-Plätzen durch Zuzüge stark gestiegen ist. Eltern stellt das vor Probleme. Bei der Stadtverordnetenversammlung am Freitagabend erklärte Bär: „Kinder sind schon ab dem ersten Lebensjahr durch Tagesmütter und Kitas mit Betreuungsplätzen gut versorgt. In den weiterführenden Schulen ist dies durch AGs ebenfalls gut abgedeckt.“

Woran es aber mangele, seien Betreuungsangebote für Grundschüler. Deshalb beantragte die SPD gemeinsam mit der Grünen-Fraktion, den Magistrat wie folgt zu beauftragen: „An den Grundschulen in Heldenbergen und Windecken sollen bauliche Schritte in die Wege geleitet werden, mit dem Ziel, die Zahl an Betreuungsplätzen auf das erforderliche Maß zu erhöhen.“ Die Stadt soll Verhandlungen mit potenziellen Trägern über die Trägerschaft und Finanzierung der zusätzlichen Plätze schaffen. „Dabei sind seitens der Stadt insbesondere die notwendigen Mittel für die Personalausstattung bereitzustellen.“

1 Millionen Euro übrig

Zudem soll sichergestellt werden, dass auch Eltern, deren Kinder einen bestehenden Hortplatz verlieren, einen neuen Betreuungsplatz erhalten. Zur Finanzierung schlug Bär vor, Mittel zu verwenden, die beim Ausbau der Konrad-Adenauer-Allee eingespart worden seien. Hier sei ungefähr eine Million Euro übrig. Erich Lauer (CDU) meldete sich zu Wort, „mit großer Freude hat unsere Fraktion diesen Antrag zur Kenntnis genommen“, meinte er süffisant.

Die CDU sei aber auch erstaunt über den Finanzierungsvorschlag. „Es war meine Fraktion, die das Thema überhaupt erst ins Rollen gebracht hat“, unterstrich Lauer. Auch wenn die CDU nicht die „Souffleuse“ sein wolle, werde sie aber zustimmen. Annette Abel (FWG) erklärte ebenfalls, alles zu begrüßen, was die Kinderbetreuung verbessere. „Aber zuständig sind Kreis und Land“, unterstrich sie.

Bär widersprach beiden: „Zu behaupten, dass die CDU der Leuchtturm der Familienpolitik ist, ist etwas übertrieben.“ Abel schlug er vor, sich nach den Sommerferien vor die Schulen zu stellen und den Eltern zu erklären: „Wir entlasten doch nicht den Kreis.“ Wie Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) schilderte, sei der Bedarf an Betreuungsplätzen gestiegen, „der Zuzug in der Neuen Mitte geht schneller als geplant voran“. Da die Albert-Schweitzer-Schule in Heldenbergen und die Kurt-Schumacher-Schule ihr Ganztagsangebot erst in einigen Jahren realisieren würden, wolle die Stadt zu baulichen Lösungen zur Schulbetreuung kommen. Einstimmig beschloss das Hohe Haus den Antrag.

Keine Lösung für Defizite

Diskussionen gab es zu den Jahresabschlüssen für 2015/16. Klaus Knapp (CDU) beanstandete die Fehlbeträge in 2015 (6,8 Millionen Euro) und 2016 (2,88 Millionen Euro). „Wie sollen wir denn künftig die bestehende Infrastruktur gewährleisten?“, fragte er. Knapp forderte ein „leistungsfähiges und aussagekräftiges Berichtswesen“ durch einen externen Rat. CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Frenzel wies auf die hohen Kassenkredite und den Fehlbetrag von 1,5 Millionen Euro im Etat 2017 hin: „Wie wollen Sie denn vor diesem Hintergrund 2018/19 noch gestalten können?“

Jan Jakobi (SPD) konterte: Die CDU kritisiere, habe aber keinerlei Haushaltsanträge zur Lösung der finanziellen Probleme gemacht. Rathauschef Gerhard Schultheiß (SPD) wies auf die geringeren Gewerbesteuereinnahmen zurück und kündigte eine konservativere Planung an. Laut Erstem Stadtrat Vogel hat er den Main-Kinzig-Kreis angeschrieben und um Erstattung des Defizits von 880 000 Euro aus der Flüchtlingsbetreuung gebeten. Wie er schilderte, wolle der Kreis seine Finanzen überprüfen und schauen, ob diesbezüglich „noch Luft“ sei.

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