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Klimaschutz-Projekt: Für die Umwelt stark machen: Nidderau testet Lastenrad mit Elektroantrieb

Von Dass der Erste Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) mit seinem E-Bike zur Arbeit fährt, ist in Nidderau bekannt. Jetzt dürfen die Mitarbeiter der Stadt Nidderau indes für das Institut für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) in Berlin ein Lastenfahrrad testen.
Alexander Frei vom Fachdienst Asyl schätzt die hohe Verarbeitung des Lastenrades und den Wegfall der Parkplatzsuche. Alexander Frei vom Fachdienst Asyl schätzt die hohe Verarbeitung des Lastenrades und den Wegfall der Parkplatzsuche.
Nidderau. 

Katja Adams, Leitung des Fachbereichs Umwelt der Stadt und Umweltschutzbeauftragte, freut sich. Die Bewerbung für das Projekt „Ich entlaste Städte“ war erfolgreich. Dabei stellt das DLR Firmen und öffentlichen Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet Lastenräder zur Verfügung. Auch die Stadt Nidderau testet derzeit eines der alternativen Transportfahrzeuge.

„Eigentlich haben wir uns schon im Oktober beworben, sind wegen der Vielzahl der Bewerber aber zunächst nicht berücksichtigt worden. Ende Februar kam dann eine positive Nachricht und kürzlich ist das Rad an uns ausgehändigt worden“, sagt sie. Rund 15 verschiedene Modelle und insgesamt 150 Cargobikes stehen zum Testen zur Verfügung.

Datenerhebung

Ein Schwerpunkt der geplanten Datenerhebung besteht in der Erfassung der mit dem Lastenrad durchgeführten Fahrten. Hierfür aktiviert der Fahrer des Lastenrades bei Fahrtantritt die

clearing

Für die Teilnahme am Projekt fällt eine minimale Nutzungspauschale in Höhe von einem Euro pro Rad und Tag an. Diese Pauschale deckt den Transport zu und vom Standort, Wartung und Reparatur sowie einen umfassenden Versicherungsschutz.

Das Lastenrad mit Elektroantrieb und Aluminiumrahmen, das die Stadt Nidderau testet, hat eine Länge von knapp zweieinhalb Metern und eine Breite von 63 Zentimetern. Es ist mit einer 160 Liter Aluminiumbox ausgestattet, in der diverse Gegenstände transportiert werden können. Die Nutzlast (Zuladung und Fahrer) für das Gefährt liegt bei 143 Kilogramm.

Keine Parkplatzsuche

Für die Testphase, die noch bis zum 12. Juni andauert, haben sich bisher verschiedene Fachbereiche und Fachdienste der Stadtverwaltung gemeldet. Interessiert sind die Fachdienste Asyl und Bauamt sowie der Fachbereich Jugendbetreuung. „Ich habe bisher 43 Kilometer auf dem Lastenrad zurückgelegt. Dazu gehörten Einkaufsfahrten für das Café Asyl und Fahrten zur Erledigung der Post“, sagt Alexander Frei vom Fachbereich Soziales, Fachdienst Flüchtlingsbetreuung. Im Schnitt, sagt Frei, ist er 19 Kilometer pro Stunde gefahren. Das Lastenrad sei hochwertig verarbeitet, jedoch wegen der Länge schon etwas gewöhnungsbedürftig.

Viel Platz bietet die Transportkiste unter dem Lenkrad des Elektro-Lastenrades. Bild-Zoom
Viel Platz bietet die Transportkiste unter dem Lenkrad des Elektro-Lastenrades.

Erster Stadtrat Rainer Vogel (Grüne), der selbst ein eigenes E-Bike statt eines Autos nutzt, schätzt die Tatsache, dass bis 40 Kilogramm Gewicht in die Transportkiste des Rades passen. Laut Rainer Vogel können Botendienste und Einkaufsfahrten mit dem Rad erledigt werden.

Einsatzorte könnten seiner Meinung nach auch der Bauhof, Büchereien und Kindertagesstätten sein. Den Nutzen für die Anschaffung sehen er und Adams im Wegfall der Parkplatzsuche, Vorteile in den Bereichen Kosteneinsparung und Gesundheit und dem besseren Heranfahren an Ziele. Der Anschaffungswert für ein Lastenrad mit Elektroantrieb beträgt je nach Modell rund 4000 Euro. Ein Kauf könnte laut Vogel für 2019 realistisch sein. „Wir werden abhängig von der Investitionsplanung 2019/20 entscheiden, ob wir ein bereits vorhandenes Fahrzeug ersetzen, oder das E-Lastenrad zusätzlich in den Fuhrpark aufnehmen“, sagt Vogel.

Und lässt es sich nicht nehmen, selbst noch einmal eine Proberunde mit dem Lastenrad auf dem Parkplatz des Rathauses zu drehen. Bei dem Forschungsprojekt „Ich entlaste Städte“ werden zu verschiedenen Zeitpunkten diverse Daten erhoben. Auch Online-Fragebögen und Telefoninterviews mit den Studienteilnehmern sind vorgesehen. Das Deutsche Zentrum für Luft-und Raumfahrt verarbeitet alle Daten ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken.

Kostenlose Ladesäule

Die Stadt Nidderau setzt auch für die Zukunft weitere Zeichen für den Klimaschutz. So soll mit dem Renault Zoe ein Elektroauto der Firma Mobile als Anbieter angeschafft werden, dass auch von Bürgern außerhalb der Dienstzeiten in Form eines Car-Sharing-Projektes genutzt werden kann.

Der Anbieter stellt dafür kostenlos eine Ladesäule zur Verfügung. Termine für die Benutzung und die Bezahlung erfolgen per App auf dem Mobiltelefon.

Weiterhin plant die Stadt Nidderau den Kauf eines E-Bikes (Pedelec). Und auf dem Dach des Rathauses wird laut Stadtrat Rainer Vogel noch in diesem Jahr eine Photovoltaikanlage installiert. Eine weitere Photovoltaikanlage für die Kläranlage ist ebenfalls geplant.

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