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Sachbuchautorin spricht über Scheidung: Für das Glück der Kinder sorgen

Von Glückliche Scheidungskinder – kann es so etwas denn überhaupt geben? Ja, sagt Sachbuchautorin Monika Czernin. Wie sie in ihrem Buch „Glückliche Scheidungskinder“ darlegt, das sie zusammen mit dem Kinderarzt Remo H. Largo verfasst hat, können Eltern dafür einiges tun. Auf Einladung des Wetteraukreises beschreibt Czernin den aus ihrer Sicht richtigen Weg.
Kinderglück kann für die Mädchen und Jungen so vieles bedeuten. Foto: (15497471) Kinderglück kann für die Mädchen und Jungen so vieles bedeuten.
Friedberg. 

Viele Zuhörer, größtenteils Frauen, sind zu dem Vortrag „Glückliche Scheidungskinder“ mit Monika Czernin ins Friedberger Kreishaus gekommen. Dort nennt es Landrat Joachim Arnold (SPD) wichtig, Betroffenen Mut zu machen und vor allem, die Kinder „mitzunehmen“.

Monika Czernin Bild-Zoom Foto: Petra Ihm-Fahle
Monika Czernin

Kornelia Schäfer vom Fachdienst Frauen und Chancengleichheit des Wetteraukreises beschreibt das Wetterauer Netzwerk für Alleinerziehende – es setze sich für bessere Rahmenbedingungen ein. Anschließend ist Czernin an der Reihe, wobei sie klarstellt: „Mein Mitautor Remo H. Largo und ich wollten mit dem Titel ’Glückliche Scheidungskinder‘ nicht die Eltern auffordern, endlich ihre Kinder glücklich zu machen und sich scheiden zu lassen.“ Anliegen sei, Schuldgefühle zu nehmen und gute Wege zu finden.

Nicht das Familienmodell bestimme, ob Kinder glücklich aufwüchsen. Vielmehr spiele eine Rolle, ob ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden und ihre Beziehungen intakt sind oder wieder in Ordnung kommen. „Wenn es Eltern, die auseinandergehen, gelingt, die Paar- von der Elternebene zu trennen und die Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen, geht es den KIndern gut.“

Türen offen halten

Selbst, wenn der Nachwuchs vorübergehend eine Krise durchlebe, seien nach zweieinhalb Jahren ebenso wenige Kinder aus Scheidungsfamilien verhaltensauffällig wie solche aus Nichtscheidungsfamilien. Um die negativen Folgen einer Ehescheidung möglichst gering zu halten, könnten Mütter und Väter schon im Vorfeld einiges tun. „Kommt der Tag X, geraten Kinder oft aus dem Blick, da die Herausforderung der Neuorientierung und die emotionale Krise groß sind.“

Sehr wichtig scheine ihr daher, dass Eltern – sobald sich eine Trennung abzeichne – möglichst früh präventiv überlegen: „Wie mache ich – oder besser noch, machen wir – es mit den Kindern?“ Das funktioniere am besten, wenn sich Paare bewusst seien, dass ihre Partnerschaft zerbrechen kann, die Elternschaft aber unkündbar ist.

Antworten auf Fragen sowie Rat und Hilfe

„Glückliche Scheidungskinder“ war der Auftakt einer Reihe des Wetterauer Netzwerks für Alleinerziehende. Die nächsten Veranstaltungen: Übernachtung für Kinder (7 - 11) im Müfaz-Kinderhotel Bad

clearing

Größter Fehler sei, die Kinder in Streitigkeiten hineinzuziehen und sie dadurch in Loyalitätskonflikte zu stürzen. „Wenn Eltern streiten, hat das Kind das Gefühl, es wird nicht mehr geliebt. Es erlebt einen massiven Einbruch in seiner Geborgenheit. Insofern stimmt es nicht, dass man Ehe oder Partnerschaft um jeden Preis erhalten sollte.“ Fälle, in denen ein Elternteil nicht kooperiert, seien nicht aussichtslos.

„Im Grunde kann man immer nur für sich selbst Verantwortung übernehmen: Sich gut um die Kinder kümmern, nicht schlecht vor ihnen über den anderen Elternteil sprechen und die Türen offen halten“, empfahl die Mutter einer 19-jährigen Tochter. Das sei eine große Herausforderung, aber es helfe, sich vorzustellen, es für sein Kind zu tun. „Was man sich aber auch bewusst machen sollte, ist, dass das Wohlbefinden der Kinder von vielen Faktoren abhängt: Schule, Freunde, Vereine.“ Dieses soziale Umfeld werde mit dem Alter der Kinder immer wichtiger.

Die verschiedenen Betreuungsmodelle würden heftig diskutiert, aber für Czernin gibt es kein Gewinnermodell. Die Kernfrage, die sich Eltern stellen sollten: „Wer will und kann nach der Trennung wie viel Betreuung übernehmen?“ Daraus solle sich ergeben, wo die Kinder wann leben. Es nütze nichts, fürs Wechselmodell zu plädieren, wenn der eine Elternteil nicht genug Zeit dafür hat. Die Nähe der Wohnorte sei ein wichtiger Faktor, um den Kontakt zu beiden Seiten zu erhalten.

Missverständnisse gelöst

Alle Mütter und Väter, aber besonders Alleinerziehende, bräuchten Unterstützung durch Gesellschaft und Politik. Besonders wichtig erscheine der Autorin das Angebot von Beratungsstellen und Vereinen. „Sie geben das Gefühl, nicht allein zu sein.“

Auslöser, das Buch „Glückliche Scheidungskinder“ zu schreiben, war Czernins eigene Trennung. „Die Arbeit mit Remo Largo am Buch beseitigte falsche Schuldgefühle und löste Missverständnisse, über das, was Kinder brauchen.“ Darüber sei sie dankbar. Sie wolle dieses Wissen weitergeben.

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