E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Vilbel 27°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Maskottchen: Familie fiebert olympischen Winterspielen in Pyeongchang entgegen

Von Die südkoreanische Community im Rhein-Main-Gebiet freut sich auf die Olympischen Winterspiele in ihrer Heimat und mit ihnen die Familie Gauterin aus dem Karbener Stadtteil Petterweil. Sie wünscht sich vor allem eine Friedens-Olympiade im geteilten Korea und ein ganz besonderes Wintermärchen.
Geflaggt: Familie Gauterin (von links) Albrecht Gauterin, Florian Gauterin,Gija Gauterin, Eckhard Gauterin halten die südkoreanische Fahne hoch.. Foto: Anne-Rose Dostalek Geflaggt: Familie Gauterin (von links) Albrecht Gauterin, Florian Gauterin,Gija Gauterin, Eckhard Gauterin halten die südkoreanische Fahne hoch..
Karben. 

Die südkoreanischen Fahnen hat sich Gija Gauterin bereit gelegt – und auch die beiden offiziellen Maskottchen der Olympischen Winterspiele: Soohorang den weißen Tiger und Bandabi, den Braunbären. Die beiden Plüschtiere in ihrer Plastikanmutung lassen die aus Südkorea stammende Gija Gauterin und ihre beiden Söhne Albrecht (27) und Florian(25) zwar nicht in Begeisterung ausbrechen, aber die Bedeutung der beiden Tiere kennen sie sehr wohl. Der Tiger steht in der Sagenwelt für Vertrauen und Schutz, der Braunbär für Entschlossenheit und Stärke.

„Wir freuen uns sehr auf die Olympischen Spiele und werden unsere Sportler anfeuern“, sagt Gija Gauterin und schaut in die Runde. Sohn Albrecht lächelt und erklärt sich bereit, die beiden Plüschtiere in den Arm zu nehmen. Ehemann Eckhard Gauterin und der zweitgeborene Sohn Florian nicken. Sie alle kennen ihre begeisterungsfähige Mutter und lassen sich gerne mitziehen.

Teil des Familienlebens

Die Verbundenheit mit der südkoreanischen Heimat ihrer Mutter ist Teil des Familienlebens und auch ein Eckpfeiler des Familienbetriebes. Auf dem Hofgut Gauterin in Petterweil wird Gemüse gezogen und verkauft, das in der koreanischen Küche unverzichtbar ist. Chinakohl, die Grundlage für das Traditionsgericht Kimchi, asiatischer Rettich, Sesamblätter und ähnliches. Bekannt ist das Hofgut besonders durch die Golfrange, einem weitläufigen Abspielplatz. Gija Gauterin, promovierte Juristin, ist vor mehr als 30 Jahren als Studentin nach Frankfurt gekommen und feierte schon 1988 die olympischen Sommerspiele von Seoul, damals noch im Studentenheim. Sie blieb der Liebe wegen, ihr Mann wurde Eckhard Gauterin aus einer alteingesessener Petterweiler Famile.

Stehen für Winterspiele 2018: Tiger Soohorang und Bär Bandabi. Bild-Zoom Foto: Anne-Rose Dostalek
Stehen für Winterspiele 2018: Tiger Soohorang und Bär Bandabi.

„Diese olympischen Winterspiele sind etwas ganz Besonderes für uns, eine Friedens-Olympiade, nachdem wir in den letzten Monaten so viel Eskalation und Kriegsdrohung erlebt haben“, erklärt Gija Gauterin. In ihrer Stimme schwingt die Sehnsucht nach Entspannung und Frieden in ihrer Heimat mit, die seit 1948 geteilt ist. „Wir haben wochenlang gezittert und Angst gehabt, dass es zum Krieg kommt“, sagt sie. Sohn Albrecht , der in Frankfurt Politik studiert und sich kommunalpolitisch als christdemokratischer Stadtverordneter in Karben engagiert, stimmt zu.

Er wünscht sich ebenso ein friedliches Wintermärchen für Südkorea. „Ich stelle es mir wie das Sommermärchen 2006 vor, als in Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde“, sagt er. In seinen Augen sind es Zeichen der Hoffnung, dass Nordkoreas Machthaber Kim Yong Un eine Sportdelegation entsandt hat und sogar seiner Schwester Kim Yo Jong dabei ist Albrecht Gauterin hat im letzten Jahr Südkorea besucht im Rahmen einer internationalen Konferenz von Auslandskoreanern , zu der deutscher Mandatsträger mit koreanischen Wurzeln eingeladen waren.

Gastfreundliches Volk

Seoul hat er als quirlige, moderne Großstadt erlebt und den Konferenzort Jeju als Inselparadies. Nicht kennen gelernt hat er die Wintersportorte Pyeongchang (Wettbewerbe auf Schnee) und Gangneoung (Wettbewerbe auf Eis), die beide etwa 130 Kilometer von Seoul entfernt liegen. „Die Koreaner sind ein sehr gastfreundliches Volk“, sagt er. Mit offenen Armen würden die Besucher empfangen und könnten mit einem Service rechnen, wie er hier nicht bekannt sei. Ein Sommermärchen für ihre Heimat Südkorea wünscht sich Giaja Gauterin, doch an den Temperaturen kann sie nichts ändern. „Es wird sehr kalt werden“, sagt sie und erzählt von einer Freundin, die mit Thermowäsche und Fellschuhen das Olympiastadion besucht hat und trotzdem vor Kälte zitterte. „Hände und Füße, alles war eingefroren bei minus 20 Grad“, sagt sie.

Warm werden wird es den Gauterins und vielen anderen aus der koreanischen Community, wenn sie gemeinsam vor dem Fernseher den Wettbewerben zuschauen und sich freuen über Erfolge ihrer Sportler. „Es wird koreanische Abende bei uns geben“, versichert Giaja Gauterin, die schon öfters Gastgeberin für Feste auf dem Hofgut war. Eine Vorliebe für bestimmte Sportarten haben die Gauterins nicht. Aus eigener Erfahrung kennen die beiden Söhne nur das Skifahren. Dass Südkorea im Eissport gut aufgestellt ist, wissen sie und erinnern sich an Kim Yu-Na, die 2014 in Sotschi die Goldmedaille gewann. Auf den 16. Februar freut sich Gija Gauterin besonders, denn dann wird bei einer großen Feier in Frankfurt das koreanische Neujahrsfest begangen. „Wir werden unsere Nationalfahnen schwingen und Spaß haben “, sagt sie lächelnd.

Zur Startseite Mehr aus Wetterau/Main-Kinzig

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse