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Zugverkehr: FDP will, dass Karben in Genehmigungsverfahren für S6-Ausbau eingreift

Einige Anwohner der Main-Weser-Bahn ärgern sich über Lärm. Nicht so die Menschen in Kloppenheim auf dem Ex-Raiffeisengelände. Vor ihren Häusern verläuft eine Lärmschutzwand. Diese schützt jedoch nicht vor Erschütterungen. Und die sind wohl nachts besonders stark.
Auf der Main-Weser-Bahn fahren Güterzüge. Die bringen den direkten Anwohnern auch Erschütterungen. Auf der Main-Weser-Bahn fahren Güterzüge. Die bringen den direkten Anwohnern auch Erschütterungen.
Karben. 

Vor knapp fünf Jahre ist Hans-Jürgen Stadler umgezogen, von Klein-Karben nach Kloppenheim. Auf dem ehemaligen Raiffeisengelände hat der Vorstands-Beisitzer der örtlichen FDP eines der Häuser bezogen, die dicht an der Bahnstrecke stehen. Bahnlärm ist hier kein Problem: „Die Schallschutzwand hält alles ab“, sagt Stadler.

Dennoch hat der FDP-Politiker mit der Bahn seine Probleme – mit den Güterzügen, und das vor allem in der Nacht. „Die stärksten Erschütterungen gibt es durch die Güterzüge. Man merkt, wie es rappelt, es vibriert richtig.“ Stadler hat im zweiten Stockwerk des Hauses am Hang sein Arbeitszimmer. „Wenn ich dort sitze und ein Güterzug fährt spätabends, schwappt das Wasser aus dem Glas.“ So wie ihm geht es auch einigen Nachbarn. Ihren Aussage zufolge sind die Erschütterungen in den Abend- und Nachtstunden so stark, dass man sich auf seinem Bürostuhl im zweiten Obergeschoss vorkommt „wie in einem Massagestuhl“.

Ingenieurbüro will messen

Den Anwohnern der Reihenhäuser kam es gerade recht, als sich die Vertreter des von der Bahn beauftragten Ingenieurbüros meldeten, um Erschütterungsmessungen vorzunehmen. Diese sind der Bahn vom Regierungspräsidium im Genehmigungsverfahren aufgetragen worden für den zweiten Bauabschnitt des Ausbaus der S-Bahn-Linie S6 – zwischen Bad Vilbel und Friedberg. Bislang basiert die Planung auf hochgerechneten Werten.

Nach der Anhörung Betroffener vor einem Jahr in Dortelweil (diese Zeitung berichtete) zeigte sich, dass das nicht genügt. Das Gutachterbüro will nun zwischen 9 und 16 Uhr konkret messen. Das wundert Stadler jedoch sehr: Warum wird nicht gemessen, wenn die Erschütterungen am stärksten sind?

Antrag fürs Parlament

„Mir ist nicht klar, wie das hochgerechnet werden soll“, sagt er. „Es müssen doch die tatsächlichen Erschütterungen gemessen werden, um zu einem belastbaren Ergebnis zu kommen.“ Ob das so ist, will Stadlers Partei nun klären lassen.

Dafür hat die FDP einen Antrag fürs Stadtparlament lanciert. Demnach soll die Regierung von Bürgermeister Guido Rahn (CDU) mit Bahn und Gutachter Kontakt aufnehmen, „um die Erschütterungsmessungen erneut vorzunehmen“. Laut Vorsitzendem Oliver Feyl bekenne sich die FDP zum viergleisigen Ausbau der Strecke. „Aber bei der Planung muss im Voraus alles getan werden, damit vermeidbare Belästigungen vermieden werden.“

Heute Thema im Ausschuss

Das Thema wird heute (Dienstag) im Parlamentausschuss für Stadtplanung ab 20 Uhr im Clubraum 1 im Bürgerzentrum (Rathausplatz 1) besprochen.

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