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Kompetenzzentrum für Telemedizin: Ex-Bürgermeister Armin Häuser wird Geschäftsführer

Der ehemalige Bad Nauheimer Bürgermeister Armin Häuser hat einen neuen Job: Er ist jetzt Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für Telemedizin und E-Health in Gießen.
Armin Häuser nimmt eine neue Tätigkeit auf. Foto: Petra Ihm-Fahle Armin Häuser nimmt eine neue Tätigkeit auf.
Bad Nauheim. 

Die Überraschung gelang: Bis zum Schluss hielt Armin Häuser dicht. Erst der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) offenbarte den neuen Job des früheren Niddaer Stadtrats und Bad Nauheimer Bürgermeisters. Armin Häuser ist seit 1. April Gründungs-Geschäftsführer des staatlichen Kompetenzzentrums für Telemedizin. Unabhängig davon bleibe er Kreistagsvorsitzender, sagte der 53-jährige CDU-Politiker dieser Zeitung.

An der Gießener Nordanlage organisiert der Bad Nauheimer fortan die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Hessen. Mit zwei Mitarbeiterinnen kümmert er sich um technische Lösungen für eine bessere Patientenversorgung. Den Auftakt machte eine Pressevorführung: Per Live-Schalte sprach die Besatzung eines Rettungswagens aus dem Fahrzeug heraus mit einem Kardiologen über die Akutbehandlung eines fiktiven Patienten. Trägerinnen des neuen E-Health-Kompetenzzentrums sind die Landesregierung, die Technische Hochschule Mittelhessen und die Gießener Liebig-Universität.

Streit in der Partei

Mit Medizin hatte Häuser bisher wenig am Hut. Er war als Bürgermeister zwar Aufsichtsrat des Gesundheitszentrums Wetterau und der Bad Nauheimer Kerckhoff-Klinik, aber: „Ich bin kein Mediziner“, sagt Häuser. Der gelernte Verwaltungsbeamte hatte es von 2001 bis 2006 zum Ersten Stadtrat von Nidda gebracht. Er wechselte dann in gleicher Position nach Bad Nauheim und war da von 2011 an Bürgermeister. 2016 kündigte er an, dass er nicht wieder kandidiere. „Ich wollte mal was Neues machen“, sagte Häuser gestern. Zudem kriselte es zwischen ihm und den heimischen Christdemokraten, vor allem wegen eines Streits um die Zukunft der Therme. Die Parteifreunde nehmen ihm noch heute übel, dass er 2017 keinem CDU-Kandidaten, sondern dem parteilosen Amtsleiter Klaus Kress den Aufstieg zum Bürgermeister anbahnte.

Häuser entschied sich später auch gegen einen Wechsel ins Kreishaus. Zur Landratswahl und zur noch 2018 anstehenden Wahl eines Kreisbeigeordneten kandidierte er nicht. Im Februar kam heraus, dass der 53-Jährige in den Landtag wollte. Norbert Kartmann schlug ihn als Ersatzkandidat für die Wahl am 28. Oktober vor. Wenn der 69-jährige Kartmann in ein oder zwei Jahren zurückträte, dann würde Häuser dessen Landtagsmandat ohne Wahlkampf erben. Das vereitelten die CDU-Delegierten beim Rockenberger Parteitag. Sie machten den Bad Nauheimer Manfred Jordis zum Ersatzkandidaten.

Zusätzliche Einnahmen

Der neue Job in Gießen ist wohl die Antwort darauf. Die Vermutung, dass er über die Parteischiene einen Versorgungsposten bekommen habe, ist laut Häuser gegenstandslos. Seine Stelle sei vom Präsidium der am Projekt beteiligten Technischen Hochschule Mittelhessen vergeben worden. Und vorher habe es eine Ausschreibung gegeben. Für Häuser bringt der neue Job auch zusätzliche Einnahmen. Dem Ex-Bürgermeister steht bereits eine Sofortpension in Höhe von mindestens 35 Prozent seiner früheren Amtsbezüge zu.

Armin Häuser ist nicht der erste Kreispolitiker, der in eine staatliche Firma wechselt. 2006 wurde der Erste Kreisbeigeordnete Bertram Huke (CDU) Geschäftsführer der öffentlich-rechtlichen Ekom 21 – eines Software-Dienstleisters für Gemeinden. 2008 und 2018 wechselten die Landräte Rolf Gnadl und Joachim Arnold (beide SPD) in den Vorstand des Stromversorgers Ovag. Auch Gnadls früherer Stellvertreter Rainer Schwarz (CDU) ging in den Ovag-Vorstand.

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