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VHS-Kurs: Entrümpelungs-Expertin gibt Tipps fürs perfekte Ausmisten

Von Hier eine Kiste, da eine Ecke mit Zeug, dort ein zugestopfter Schrank. Es muss etwas geschehen – doch wie entrümpelt man am besten? In ihrem Kurs an der Volkshochschule Wetterau in Friedberg hat Sabine A. Fischer aus Kelkheim kürzlich zwei Herangehensweisen verraten: eine ist praxisorientiert, eine mental. Das kann man kombinieren.
Sabine A. Fischer berät Menschen, die ihre Räume verändern und umgestalten wollen. Foto: Petra Ihm-Fahle Sabine A. Fischer berät Menschen, die ihre Räume verändern und umgestalten wollen.
Friedberg. 

Wer Sabine A. Fischer sieht, kann sich vorstellen, dass sie wenig Probleme mit Gerümpel hat. Adrett, mit einem Kostüm in Frühlingsfarben und einer Frisur, die perfekt sitzt. Die Wohnraumberaterin strahlt, wenn sie über den Kurs „Feng Shui für Gärten und Räume“ spricht, den sie an der Volkshochschule (VHS) Wetterau gegeben hat. Bestens besucht war der Kurs, wie sie schildert. Denn laut der asiatischen Lehre wirkt sich die äußere Umgebung eines Menschen auf sein Inneres aus.

Immer das Gleiche wollten die Menschen wissen, die sich von ihr zunächst einmal Tipps fürs Entrümpeln erhoffen: „Was kann ich mit diesem Gegenstand tun? Kann ich daraus noch etwas machen, oder muss ich mich wirklich trennen?“ Gerade im Winter sammle sich vieles an, sagt Fischer, weshalb das Frühjahr genau die richtige Zeit für ein Großreinemachen ist.

Sammlung reduzieren

Wenngleich sie auch Menschen mit Messie-Syndrom berät, sei Gerümpel nicht nur das offen Sichtbare. Es gehe auch um die Dinge, die sich in den Schränken, unterm Bett, in kleinen Abstellräumen und auf dem Dachboden befinden.

„Zu allen Dingen haben wir eine persönliche Beziehung“, sagt Fischer. Da liegen vielleicht schöne Fotoalben, eine Münzsammlung, Geschirr. Viele Menschen wollten diese Sammlung reduzieren, wozu es aber einen Prozess des Loslassens braucht. Angehen kann man dies auf zweierlei Weisen: Entweder macht sich der Betroffene erst einmal klar, wie er leben will, was seine Vision eines ansprechenden Wohnumfeldes ist. Denn jeder braucht eine Motivation, wie Fischer erläutert. Dazu gehören Fragen wie: „Wieso will ich so leben? Was behindert mich? Was will ich damit erzielen?“ Oder er greift pragmatisch gleich zu den Kisten, die er nach Kategorien beschriftet: „Das verschenke ich, das verkaufe ich, das schmeiße ich weg.“

Asiatische Lehre

Die asiatische Lehre des Feng Shui besagt, dass der Mensch sich so fühlt, wie er wohnt. Die Wohnung und das Haus sind demnach ein Abbild des eigenen Lebens und dessen, was sich im Inneren

clearing

Die Gegenstände, die es zu prüfen gilt, können wie folgt beäugt werden: „Brauche ich es? Liebe ich es? Bringt es mich zum Lächeln?“ Hat man die Kisten gepackt, werden die Inhalte idealerweise umgehend ihren Bestimmungsorten zugeführt. „Man sollte sich einen Termin setzen, die Kisten prominent hinstellen.“ Nützlich sei es, die Entrümpelung im Team zu vollziehen, denn Helfer können bestärken. Einmal im Jahr empfehle es sich, zu entrümpeln, beispielsweise an einem Wochenende.

Düstere Atmosphäre

Vier „Gerümpel-Typen“ gibt es, sagt Fischer, zunächst das allgemeine Gerümpel, wenn man einfach zu viel von allem hat. Weiterhin das symbolische Gerümpel, alte Kunst aus der Familie, gesammelt oder selbst gefertigt, alte Bücher, Kreuze, Wappen und Wandteller.

„Alles, womit wir uns umgeben, hat eine Wirkung auf uns“, schildert die Fachfrau für schönes Wohnen. Einmal habe sie Leute besucht, die alte Kriegsliteratur im Wohnzimmerregal stehen hatten, was eine düstere Atmosphäre beschert habe. „Da habe ich gesagt, hier gehören eher Bildbände hin.“

Bei einer anderen Klientin hing eine Bilderkollektion schöner Frauen gegenüber dem Esstisch. Das hatte der Sammlerin sprichwörtlich den Appetit verdorben – denn täglich saß sie der „Konkurrenz“ gegenüber. Manchmal reiche es, die Sachen an einen passenderen Ort zu hängen oder einzelne schöne Dinge herauszugreifen und zum Strahlen zu bringen. „Man darf aufräumen“, unterstreicht Fischer. Das erkläre sie auch in Seniorenheimen, wo sie empfiehlt: „Räumt auf, wenn ihr ins Alter kommt. Es sind gelebte Erfahrungen.“

Wichtiges digitalisieren

Und dann gibt es das energetische Gerümpel, womit geistige Konzepte gemeint sind, die nicht mehr aktuell sind. Briefe, Papiere oder Tagebücher gehören beispielsweise dazu. Damit macht Fischer auch in ihren eigenen Räumen jedes Jahr kurzen Prozess, wichtige Dokumente, etwa Skizzen digitalisiert sie.

Entrümpeln sei etwas Individuelles, denn jeder Mensch habe eine andere Vision, sagt Fischer. Gerne vergleicht sie das Aufräumen mit der Natur, denn auch die Pflanzen vergehen und werden zu Humus, woraus Neues entstehe.

Auch für emotionales Gerümpel gilt das, für die Dinge, die man innerlich mit sich herumträgt: „Ansammeln kann Lebensqualität sein“, sagt Fischer – aber das Neugestalten sei der Impuls für den Wandel, für den Aufbruch.

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