E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Vilbel 20°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Kreisverwaltung: Empfangsdame Ingrid Pfister geht in Ruhestand

45 Jahre, elf Monate und zehn Tage gab Ingrid Pfister der Kreisverwaltung des Wetteraukreises ein Gesicht. Am Empfang wies sie den Besuchern den Weg und gab kompetent Auskunft. Jetzt ist die beliebte Kollegin in den Ruhestand getreten.
45 Jahre, elf Monate und zehn Tage gab Ingrid Pfister der Kreisverwaltung des Wetteraukreises ein Gesicht. 45 Jahre, elf Monate und zehn Tage gab Ingrid Pfister der Kreisverwaltung des Wetteraukreises ein Gesicht.
Wetteraukreis. 

„An meinen ersten Arbeitstag kann ich mich erinnern, als wäre es gestern“, sagt Ingrid Pfister. Es war der 8. Mai 1972. „Es war der Tag, an dem die ,neue’ Telefonanlage in Betrieb genommen wurde. Mit den Anlagen von heute hatte das nicht zu tun.“

Die Hörer aus schwarzem Bakelit lagen schwer wie Blei in der Hand, dazu eine Wählscheibe statt Tasten, erzählt sie. „Die Anlage war eigens abgestimmt auf meinen blinden Kollegen. Eingehende Gespräche konnte man an Stiften erfühlen, die aus einer Tastatur hervorsprangen. Vier Wochen wurde ich angelernt, dann ging der Kollege in Kur, und ich musste alleine klarkommen.“

Das war in den frühen 70er-Jahren freilich noch etwas leichter als heute. Damals hatte der Landkreis Friedberg keine 200 Verwaltungsmitarbeiter, verteilt auf das alte Landratsamt, das Mathildenstift, wo heute das Sparkassengebäude steht, und eine Etage im Volksfürsorgehaus in der Kaiserstraße 128. Als weitere Außenstelle kam die Bildstelle in der Friedberger Burg hinzu.

Gefeiert und gearbeitet

„Viel Hilfe hatte ich von Kollegen. Überhaupt waren wir eine große Familie damals, und es wurde durchaus auch ordentlich gefeiert, aber genauso wurde auch hart gearbeitet, wenn es erforderlich war“, erinnert sich Ingrid Pfister, die damals 17 Jahre alt war.

Ihr ganzes Berufsleben, mit Ausnahme einer kurzen Episode in der Registratur, hat Ingrid Pfister am Empfang und in der Telefonzentrale gearbeitet. „Sieben Landräte habe ich erlebt. Der Tag der Amtseinführung des achten wird mein letzter Arbeitstag sein“, sagt sie.

Und erinnert sich noch gut an ihren ersten Landrat: Erich Milius (SPD) stand schon mal am Morgen vor dem Eingang, um die zu spät Kommenden persönlich und mit hochgezogenen Augenbrauen zu begrüßen. „Da konnte man sicher sein, dass die so Empfangenen in der nächsten Zeit höchst pünktlich am Arbeitsplatz waren“, erinnert sich Pfister.

100 000 Anrufe im Jahr

Heute hat die Kreisverwaltung 1300 Beschäftigte, 250 davon in Schulsekretariaten, auf Hausmeisterstellen und im Reinigungsbereich. Durchschnittlich 60 Mal in der Stunde klingelt das Telefon. Wenn jemand irgendetwas wissen will, dann ist er bei Ingrid Pfister bestens aufgehoben. 100 000 Anrufe im Jahr – in einem ganzen Berufsleben kommen da Millionen Anrufe zusammen.

In Zukunft wird es für Ingrid Pfister ruhiger. „Ich lasse jetzt alles auf mich zukommen. Ich hab’ nichts geplant außer einem Urlaub an der Müritz.“

(red)

Zur Startseite Mehr aus Wetterau/Main-Kinzig

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen