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Politik in Karben: Ekatarina Giannakaki will Wert auf Kommunales legen

Von Ekaterini Giannakaki ist zur neuen Vorsitzenden des Karbener Ausländerbeirates gewählt worden. Sie übernimmt das Amt der langjährigen Vorsitzenden Jetty Sabandar.
Bei der Arbeit im Garten: Ekatarina Giannakaki ist die neue Vorsitzend des Karbener Ausländerbeirates. Foto: Susanne Krejcik Bei der Arbeit im Garten: Ekatarina Giannakaki ist die neue Vorsitzend des Karbener Ausländerbeirates.
Karben. 

Ekaterini Giannakaki (56) steht im Garten und schneidet welke Äste und Blüten an den Blumen ab. „Demnächst koche ich mit einem weiteren Mitglied des Ausländerbeirates beim Projekt ,Karben is(s)t bunt’“, erzählt die neue Vorsitzende des Ausländerbeirates voller Vorfreude. Giannakaki hat verschiedene Interessen und engagiert sich in vielen Bereichen. Die Förderung von Kindern und Frauen mit Migrationshintergrund liegen ihr besonders am Herzen.

Jetty Sabandar, langjährige Vorsitzende, hat das Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt und Giannakaki wurde in einer außerordentlichen Wahl zur Vorsitzenden gewählt. Die nächste turnusgemäße Wahl findet im November 2020 statt. „Nun bin ich erstmal bis zum Ende dieser Legislaturperiode Vorsitzende“, sagt Giannakaki.

Sie ist in einem Dorf im Norden Griechenlands geboren, aufgewachsen und hat dort Abitur gemacht. „Eigentlich wollte ich Lehrerin für Deutsch in Griechenland werden“. Sprachen hätten sie schon als junge Frau interessiert, erzählt Giannakaki. Über eine Tante, die damals in Frankfurt gewohnt hat, „bin ich 1979 nach Deutschland gekommen“, erinnert sie sich. Sie hat in den ersten Jahren bei der Tante gewohnt.

Flüchtlingen helfen

„Erstmal habe ich die deutsche Sprache gelernt und mein Englisch verbessert“, sagt sie. Dann hat sie Germanistik studiert. Nach dem Studium hat sie zunächst verschiedene Jobs gemacht, auch Nachhilfe gegeben. Heute ist sie bei einer internationalen Firma im kaufmännischen Bereich tätig.

Ihren Ehemann Mehran Haghshenas hat sie während des Studiums in Frankfurt kennengelernt. Haghshenas ist gebürtiger Iraner, hat Informatik studiert und ist als PC-Ingenieur und Programmierer tätig. Die Eheleute haben zwei erwachsene Töchter. „Mein Mann ist Moslem, ich gehöre der christlich-orthodoxen Kirche an. Das funktioniert, indem wir den Glauben des anderen respektieren“, hebt Giannakaki hervor.

Kochen mit Griechin und Bulgarin

Mit der Reihe „Karben is(s)t bunt“ bringen das Diakonische Werk Wetterau und der Ausländerbeirat Karben Zugewanderte, Einheimische und Menschen aus anderen Ländern, die schon länger in Karben leben, an einen Tisch.

clearing

Haghshenas ist Mitglied beim Deutsch-Ausländischen Freundschaftskreis (DAF) und war zwei Jahre lang dessen Vorsitzender. Vor allem über das Engagement für ihre Kinder seien sie zu den verschiedenen Mitarbeiten in Gremien gekommen. „Als unsere Töchter die Kurt-Schumacher-Schule besucht haben, war ich im Schulelternbeirat tätig.“

Auch in ihrem Engagement für die in Karben lebenden Flüchtlinge sind sich die Eheleute einig. „So haben wir im März mit Flüchtlingen in der Unterkunft in Okarben das Neujahrsfest gefeiert“, erzählt Giannakaki. Auch unterstützten sie die Flüchtlinge bei Behördengängen und beim Schriftverkehr.

Dem Ausländerbeirat als Interessenvertretung der Ausländer auf kommunaler Ebene gehört Giannakaki seit zwölf Jahren an. Der Ausländerbeirat kooperiert mit verschiedenen Gruppen und Vereinen, um sich für die Belange der hier lebenden Migranten, aber auch für ein friedliches Miteinander einzusetzen. So stellen Ausländerbeirat und DAF seit Jahren gemeinsam den Tag des Flüchtlings jeweils am 1. Oktober auf die Beine.

Wie die monatlichen Sitzungen des Ausländerbeirates künftig gestaltet werden, kann sie im Detail noch nicht genau sagen. „Ich möchte den Schwerpunkt stärker als bisher auf Kommunales legen. So finde ich die Idee von Patenschaften für Flüchtlinge gut.“ Ohnehin liege ihr die Unterstützung von Flüchtlingen und von Frauen und Kindern mit Migrationshintergrund besonders am Herzen. „Es ist sehr wichtig, dass sie zunächst Deutsch lernen“, sagt Giannakaki auch mit Hinblick auf ihre eigenen Erfahrungen. „Ohne Bildung keine Integration“, betont sie. Zudem möchte Giannakaki die Zusammenarbeit etwa mit der türkischen Ditib-Gemeinde intensivieren.

Mit Begeisterung dabei

Bei allem Engagement finden die Eheleute Freude und Entspannung beim Obst- und Gartenbauverein Klein-Karben. „Als eine unserer Töchter auf der Suche nach einem Verein mit Gardetanz war, sind wir auf den OGV gestoßen“. Die Töchter sind inzwischen erwachsen, doch die Eheleute Ekaterini Giannakaki und Mehran Haghshenas sind mit großer Begeisterung beim OGV geblieben; sie als Mitglied und er im Vorstand.

„Wir sind dort die einzigen mit ausländischen Wurzeln“, sagt Giannakaki und schmunzelt. „Wir fühlen uns hier integriert, und der OGV ist für uns zur zweiten Heimat geworden“, hebt sie hervor.

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