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Bad Vilbeler Zentrale für Informationstechnik: Eine Richter leitet die IT-Justiz

Ingrid Richter ist die neue Präsidentin der zentralen Informationstechnik-Stelle (IT-Stelle) der hessischen Justiz mit Hauptsitz in Bad Vilbel. Besser bekannt ist die Stelle aber als Fußfesselzentrale. In einer Feierstunde führt die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann die Staatsanwältin in das Amt ein.
Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU, links) gratuliert der neuen Präsidentin der Informationstechnik-Stelle der hessischen Justiz in Bad Vilbel, Ingrid Richter, zur Amtsübernahme. Richter übernimmt das Amt von Manfred Beck. Foto: Kurt Sänger Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU, links) gratuliert der neuen Präsidentin der Informationstechnik-Stelle der hessischen Justiz in Bad Vilbel, Ingrid Richter, zur Amtsübernahme. Richter übernimmt das Amt von Manfred Beck.
Bad Vilbel. 

Bereits im April 2016 wurde Manfred Beck zum Präsidenten des Landgerichtes in Limburg an der Lahn berufen – und damit als Leiter der Fußfesselzentrale abberufen. Die vakante Stelle des Präsidenten wurde bis zur jetzigen Amtseinführung von Ingrid Richter von dem Regierungsdirektor Patrik Wagner als kommissarischer Vizepräsident geführt.

Hintergrund: Bundesweit zuständig für Fußfesseln

Seit Januar 2012 besteht die Informationstechnik-Stelle (IT-Stelle) der hessischen Justiz mit Hauptsitz in Bad Vilbel. Sie ist in allen IT-Bereichen der hessischen Justiz zentral zuständig, so

clearing

Die Feierstunde im Justizgebäude an der Friedrich-Ebert-Straße, dem einstigen Vilbeler Amtsgericht, gleicht eher einer nüchternen Konferenz unter Juristen. Anwesend sind Hessens oberste Köpfe der Justiz, Präsidenten und Staatsanwälte sowie Gäste aus der Politik, die Landtagsabgeordneten Hartmut Honka (CDU) und Karin Müller (Grüne) und Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU).

Die Not des Kapitäns

Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) dankt Beck für seine „hervorragende Pionierarbeit im Bereich der E-Justiz“. Die Umstellung auf den elektronischen Rechtsverkehr sei eine der herausforderndsten Aufgaben, die die Justiz zu vergeben habe, betont Kühne-Hörmann. „Sachverhalte werden internationaler, komplexer und vielschichtiger“, so die Ministerin, „es geht darum, Verfahren und Programme reibungslos und effizient in den Ablauf der Justiz zu integrieren“.

„Am Anfang hatten wir keine Erfahrung, nur Skepsis“, räumt Manfred Beck in seinen Abschiedsworten ein. Aber nichts sei so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen sei, zitiert er Victor Hugo und fügt schmunzelnd zu den Anfängen die Not eines alten Kapitäns hinzu, sich stets auf einem Spickzettel im Tresor zu vergewissern, dass Backbord die rechte Seite und Steuerbord die linke Seite sei.

Mit der IT-Stelle seien heute hessenweit rund 13 000 Arbeitsplätze verbunden, die von Bad Vilbel aus technisch betreut werden. Im Rückblick habe sich die IT-Stelle als eine „Erfolgsgeschichte und mutige Entscheidung“ erwiesen, sagte Kühne-Hörmann. Diese Erfolgsgeschichte weiterzuführen und die Zusammenarbeit mit allen Justizstellen zu bündeln, obliege nun der neuen Präsidentin Ingrid Müller.

Die 1966 in Regensburg geborene Juristin studierte Rechtswissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt. Ihr erstes juristisches Staatsexamen legte sie 1991 ab. Den juristischen Vorbereitungsdienst begann Richter 1992 im Landgerichtsbezirk Frankfurt. 1995 legte sie die zweite Staatsprüfung ab und wurde zur Richterin auf Probe bei der Staatsanwaltschaft in Görlitz berufen und dort 1998 zur Staatsanwältin ernannt.

Ab 2000 erfolgte die Rückkehr nach Hessen, zunächst an die Zweigstelle Wetzlar der Staatsanwaltschaft Limburg, danach an die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main. 2012 erfolgte die Abordnung an die IT-Stelle in Bad Vilbel, zunächst mit einem Arbeitsvolumen von 80 Prozent, sie wurde zugleich als stellvertretende Leiterin der Abteilung Informationstechnik und Modernisierung, Justizcontrolling, Organisation und Liegenschaften beim hessischen Justizministerium berufen.

Zu wenig Frauen

Für viele Menschen aber auch innerhalb der Justiz sei die IT-Arbeit nach den gängigen Maßstäben nicht sogleich zu ermessen, betonte die neue Präsidentin. Insbesondere „sind Frauen in der IT unterrepräsentiert“, kritisiert Richter. Die Arbeitsweisen in der Justiz veränderten sich, doch „es ist erschreckend festzustellen, wie gering das Interesse von Frauen an der IT-Justiz ist.“

Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) stellt in seiner kurzen Ansprache die Standortvorteile der Stadt heraus. Das Kulturangebot und die Burgfestspiele sowie das Vilbeler Wasser seien unverkennbare Markenzeichen in der Region. „Mit der IT-Stelle passt das alles gut zusammen“, unterstreicht Stöhr, wenn auch mit einem launigen Unterton über den Verlust des einstigen Amtsgerichtes.

Das Einleben in Bad Vilbel „am Südzipfel der Wetterau mit seinen herrlichen Streuobstwiesen“ ist der neuen Präsidentin schon mal gelungen. Nicht nur ist die neue Herausforderung, die „Justiz in die Moderne zu führen“ für Richter eine „spannende Arbeit hier mitzuwirken“. Entsprechend der spannenden Arbeit überbrachte Bürgermeister Stöhr zum Dienstantritt der in Vilbel nunmehr Mitwirkenden neben den Grüßen der Stadt zugleich ein Präsent aus den Vilbeler Wingerten und Streuobstwiesen: einen Apfelwein-Prosecco.

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