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Genusserie: Eine Mission, 250 Möglichkeiten

Von Schon längst kein Geheimtipp mehr ist die Genusserie in Bad Vilbel. Wer den Keller in der Nähe des Alten Rathauses betritt, wähnt sich auf Zeitreise. Dabei gibt es auch überaus Modernes im Lokal von Alexandra und Tim Wegge. Und Superlative.
Edel und hochwertig: Alexandra und Tim Wegge vor der Rum-Auswahl in der Bad Vilbeler Genusserie. Bilder > Edel und hochwertig: Alexandra und Tim Wegge vor der Rum-Auswahl in der Bad Vilbeler Genusserie.
Bad Vilbel. 

„Es ist uns wichtig, dass sich unsere Gäste hier fallenlassen können“, beschreibt Tim Wegge seine gastronomische Mission. Als er und seine Frau Alexandra im Dezember 2012 auf das vormalige spanische Lokal in der Frankfurter Straße stießen, war ihnen sofort klar, dass sie aus dem Ambiente mit einem Gewölbekeller aus dem 17. Jahrhundert etwas machen können. Die Mühe hat sich gelohnt: An Wochenenden ist es ohne Reservierung schwer, einen Platz zu bekommen, zu den speziellen Veranstaltungen sollte man sich im Vorlauf anmelden.

Service: Internet und Telefon

Die Genusserie in der Frankfurter Straße 1 hat dienstags bis donnerstags von 19 bis 1.30 Uhr geöffnet, freitags und samstags von 19 bis 2.30 Uhr.

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Denn das Konzept der Genusserie basiert – wenn auch nicht ausschließlich – auf einem Getränk: Rum. Wer jetzt an den Party-Klassiker mit der Fledermaus auf dem Etikett denkt, ist schief gewickelt. „Man darf aber nicht schlecht über Bacardi reden, denn der war wichtig für die Geschichte des Rums“, schränkt Wegge gleich ein.

 

Der Geschmack des Edlen

 

Doch das wohl älteste gebrannte Getränk der Welt hat eine unfassbare Bandbreite. Tim Wegge muss es wissen: Der Barkeeper und „Genussologe“ mit über 15 Jahren Erfahrung hat sich schon vor einigen Jahren auf Rum spezialisiert, das „Gold der Karibik“ hat es ihm angetan. Auslöser waren Reisen in die Karibik und nach Lateinamerika sowie einige Gespräche mit dem engen Freund und Zigarren-Experten Klaus Ricci Riegelhuth (siehe Bericht unten).

Dabei ist Karibik ganz und gar untertrieben: „Rum gibt es auf der ganzen Welt, rund 3000 Destillen“, schildert Wegge. Darunter befinden sich auch Exoten, etwa aus Nepal. Aber auch in Indien und auf den französischen Inseln im Indischen Ozean gibt es das Getränk. „Jeder Rum schmeckt anders, weil jeder anders beginnt“, erklärt Wegge, der sich ein beinahe enzyklopädisches Wissen dazu angeeignet hat. Daran lässt er seine Gäste auch gerne teilhaben, berät Neulinge bei ihrer ersten Safari durch die Welt des Rums – und reicht dazu auch noch die passende Schokolade.

Denn Schokolade und Zigarren – aber auch ein Espresso – gehen die perfekte Symbiose zum Rum ein. Deswegen haben die Wegges eine spezielle Veranstaltung ins Leben gerufen, das Rum-Tasting, zu haben für 80 Euro. Vorneweg gibt es einen ausbalancierten Rum, der jede Geschmacksrichtung gleichermaßen bedient. Doch die folgenden sieben Probiergläschen haben es in sich. Sie zeigen die komplette Bandbreite, von süß und schokoladig bis hin ins Knackige und Scharfe. Danach gibt es – für jene, die möchten – noch die passenden Zigarren aus dem Hause Riegelhuth und ein kreolisch-spanisches Büffet. „Alles selbst gemacht, alles ohne Geschmacksverstärker. Wir wollen kein Pulver, auch die Garnelen sind frisch“, wie Alexandra Wegge versichert.

Und wer noch einmal vergleichen möchte, kann sich an den Rum-Flaschen, die dann auf den Tisch kommen, probieren. „Es geht dabei aber nicht darum, sich abzufüllen, sondern die Bandbreite wahrzunehmen.“ Denn während etwa in Spanien und England der Rum als Digestif durchaus geschätzt werde, sei dies in Deutschland eher unbekannt.

Ein natürlicher Umstand kommt dabei der völligen Konzentration auf die Geschmacksknospen zugute. „In unserem Keller gibt es kaum Handy-Empfang, keinen Fernseher, unsere Gäste unterhalten sich, anstatt auf kleine oder große Bildschirme zu schauen“, sagt Tim Wegge lachend. Musikalische Untermalung gibt es aber, meist im Stil der 20er- und 30er-Jahre. Das sagt den Wegges zu.

Auch die Kunden entdeckten wieder mehr und mehr den Geschmack des Edlen, bemerken die Wegges. „Das kommt uns als Perfektionisten entgegen“, sagen die beiden, die nur wenig Urlaub machen, während andere ihr Lokal oft lange alleine ließen. Denn nicht nur mit ihren über 250 Rum-Sorten – wohl die meisten in einer Bar in Deutschland, wie Tim Wegge schätzt – können sie glänzen. Mit einem 85-seitigen Getränkebuch stürzen die beiden ihre Kunden in die Qual der Wahl. Darunter gibt es natürlich die Klassiker, aber auch viele Namen, die die Neugier wecken und einige Getränke, die man sich zunächst in dieser Zusammensetzung gar nicht vorstellen kann.

 

Trend weitergeben

 

„Wir haben Spaß an unserer Arbeit und wollen unseren Gästen den schönen Trend hochklassiger Cocktails weitergeben“, sagt Tim Wegge, der unter anderem als Barchef in der Il-Sorriso-Cocktaillounge in Bad Vilbel tätig war. Und auch dort den Rum salonfähig gemacht hat.

Für seine Passion fuhr Wegge schon einmal in einen Großhandel nach Italien, weil es vieles hier nicht gab. Inzwischen aber haben die Wegges drei Händler gefunden, die ihre Sonderwünsche erfüllen können. So etwa auch den nach einem Havanna Club Maximo mit einem Alter von 35 bis 40 Jahren. 1300 Euro kostet die Flasche. Erschrecken muss der Gast deswegen nicht. „Bei uns geht es bei etwa vier Euro los, auch dafür gibt es schon gute Sachen“, schildert Tim Wegge. Doch natürlich geht es auch teurer, gerade wenn Jahreschargen von Privatleuten mit viel Geld aufgekauft werden, Wegge aber unbedingt eine Abfüllung haben möchte.

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