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Ehemaliges Kasernengelände: Dreharbeiten: Tukur macht Friedberg zum Tatort

Auf dem Friedberger Kasernen- gelände fallen in diesen Tagen Schüsse, Rauchwolken steigen nach Explosionen auf und Polizeisirenen sind weithin hörbar. Müssen sich die Friedberger Sorgen machen? Nein, was hier für Aufsehen sorgt, sind Filmszenen des neuen Hessen-Tatorts mit Ulrich Tukur.
Vor der Kulisse, einem alten NSU RO 80, warten die Schauspieler (von links) Thomas Schmauser, Peter Kurth, Thomas Stuber (Regisseur), Christina Große und Ulrich Tukur auf ihren Einsatz. Vor der Kulisse, einem alten NSU RO 80, warten die Schauspieler (von links) Thomas Schmauser, Peter Kurth, Thomas Stuber (Regisseur), Christina Große und Ulrich Tukur auf ihren Einsatz.
Friedberg. 

Unter dem Arbeitstitel „Der Angriff“ dreht der Hessische Rundfunk (HR) vom 9. August bis 13. September in Frankfurt und Friedberg einen neuen Tatort mit Ulrich Tukur, Peter Kurth und Christina Große in den Hauptrollen. Regie führt Thomas Stuber, der mit seinen preisgekrönten Kinofilmen „Herbert“ und „In den Gängen“ sich zwischenzeitlich ebenfalls einen Namen gemacht hat.

„Dieser Tatort soll wieder etwas Besonderes werden“, erklärt Liane Jessen, die Leiterin Spielfilm im HR. Weil der Sender nicht viel Geld für aufwendige Produktionen hat, versucht sich der Hessen-Tatort durch seine Art von den anderen Sonntagskrimis abzusetzen. Das HR-Team setzt daher auch nicht auf Gags und aufwendige Effekte, sondern mehr auf Tiefgang und Nachhaltigkeit bei der Auswahl der Inhalte.

Detailverliebt wurde das Filmset ausgeschmückt. Bild-Zoom
Detailverliebt wurde das Filmset ausgeschmückt.

Das Drehbuch stammt dieses Mal aus der Feder von Clemens Meyer und Regisseur Thomas Stuber. Die Handlung: Irgendwo in der Peripherie zwischen Frankfurt und Offenbach steht eine alte, einsame Polizeiwache. Mittlerweile ist sie ein Polizeimuseum, wird bald abgewickelt und beherbergt nur noch zwei Polizisten: Walter Brenner (Peter Kurth) und seine Kollegin Cynthia (Christina Große).

Brenner ist ein alter Freund von Felix Murot (Ulrich Tukur). Der beschließt, seinen Ex-Kollegen aus BKA-Tagen zu besuchen. Genau zu dem Zeitpunkt wird das alte Revier zum Tatort, denn in seine bereits leicht angegrauten Räume flüchtet sich nicht nur eine junge Frau, die ihren ermordeten Vater gerächt hat, sondern auch noch die Besatzung eines Gefangenentransports mit Schwerkriminellen, der mit einer Reifenpanne vor dem Revier strandete. Plötzlich wird das Revier beschossen, eine Bande eröffnet das Feuer – die Hölle bricht los!

Zynische Art

Sehr akkurat und mit Liebe zum Detail wurde die alte Panzerhalle in der Kaserne für den Dreh von den Bühnenarbeitern auf alt getrimmt. Alles soll aussehen wie ein typisches Polizeirevier. Doch trotz dieser authentischen Kulisse hat der Star-Schauspieler ein Problem: „Ich habe zunächst gar kein Gefühl für den Film gehabt, weil wir alles nur in kleinen Ausschnitten drehen und der eigentliche Film erst am Schneidetisch entsteht“, berichtet Ulrich Tukur.

Wie das Erste zum Tatort kam

Die Idee zur Krimireihe „Tatort“ stammt von dem kürzlich verstorbenen Gunther Witte, der für den WDR Ende der 60er Jahre eine neue Krimiserie entwickeln sollte.

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Auch in diesem Tatort will er wieder mit seiner etwas ruppigen, manchmal zynischen Art, mit der er Politikern, Lobbyisten und Strippenziehern immer wieder Respekt einflößt, glänzen. Bereits sein Auftreten jagt ihnen oft ein schlechtes Gewissen ein. Anklage kann allein schon sein Blick sein. Da braucht es kein Wort. Das stellt er auch wieder an diesem Drehtag unter Beweis. „Auch wenn wir uns beim Dreh genau an das Drehbuch halten, so sind die Texte doch zuvor im kleinen Kreise auf jeden Einzelnen abgestimmt“, klärt sein Partner Peter Kurth, der im Film den Revierleiter spielt, über die umfangreichen Vorarbeiten auf.

Keine Zuschauer

Aufgabe des jeweiligen Filmschauspielers ist es anschließend, den Text glaubhaft rüberzubringen. „Dann gibt es keine Möglichkeiten mehr für Improvisation und Spontanität“, pflichtet auch Christina Große bei. Begeistert von dem Spielort in der Friedberger Kaserne zeigt sich derweil Regisseur Stuber. „Die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten hat uns für den Dreh freie Hand auf ihrem Gelände gegeben. Und da es sowieso abgesperrt ist, haben wir keine ungebetenen Zuschauer und es stören auch keine Leute.“

Kurth hat sogar eine Idee, wie das Kasernengelände zukünftig am besten nutzbar ist: „Die Stadt soll einfach ein Museum daraus machen und Rundfahrten anbieten.“ Immerhin sei es das Gelände, auf dem Elvis einst seinen Wehrdienst ableistete und das nun zur Filmkulisse für einen Tatort wird.

Wie im Filmgeschäft üblich, haben die Schauspieler nur begrenzt Zeit, sich Fragen zu widmen, der Zeitplan ist eng getaktet. Die Schauspieler müssen noch in die Maske und um Punkt 12 Uhr beginnen die Dreharbeiten. Die sind noch bis Donnerstag in der Kaserne angesetzt. Zu sehen sein wird der Tatort Anfang nächsten Jahres an gewohnter Stelle am Sonntagabend in der ARD.

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