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Landwirtschaftsbetrieb geehrt: Dottenfelderhof überzeugt Minister

Der Dottenfelderhof in Bad Vilbel setzte schon vor Jahrzehnten auf Bio und nachhaltige Landwirtschaft – und erntet nun den Erfolg dafür.
Der Dottenfelderhof aus der Vogelperspektive: Der landwirtschaftliche Betrieb aus Bad Vilbel liegt bundesweit an der Spitze. Der Dottenfelderhof aus der Vogelperspektive: Der landwirtschaftliche Betrieb aus Bad Vilbel liegt bundesweit an der Spitze.
Bad Vilbel. 

Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt die Sieger des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau 2018 geehrt. Durch besonderes Engagement, überzeugende Konzepte und außergewöhnliche Ideen haben sich das Naturland Weingut am Stein in Würzburg, der Bioland-Hof Strootdrees in Harsewinkel und die Demeter Landwirtschaftsgemeinschaft Dottenfelderhof KG in Bad Vilbel gegen die Konkurrenz durchgesetzt.

Anlässlich der Preisverleihung erklärte Bundesminister Christian Schmidt: „Die Siegerbetriebe setzen die Prinzipien einer nachhaltigen Landwirtschaft aus Überzeugung um – und dies wird von den Verbraucherinnen und Verbrauchern auch honoriert.“ Eine nachhaltige, tiergerechte Erzeugung und wirtschaftlicher Erfolg ließen sich miteinander vereinbaren, die Konzepte der prämierten Betriebe hätten Vorbildcharakter, so Schmidt weiter. „Wir brauchen den ökologischen Landbau neben dem konventionellen Landbau als eine wichtige Säule der Land- und Ernährungswirtschaft. Mit meiner Zukunftsstrategie Ökolandbau verfolge ich deshalb das Ziel: 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland. Die Siegerbetriebe geben auch in diesem Jahr Impulse für andere Betriebe, auf Ökolandbau umzustellen.“

7500 Euro Preisgeld

Die ausgezeichneten Betriebe erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 7500 Euro. Insgesamt haben sich 24 Betriebe für den Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2018 beworben. Seit dem Jahr 2001 ehrt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Preis Betriebe, die mit wegweisenden Konzepten besonders erfolgreich ökologisch wirtschaften.

Für den Dottenfelderhof KG entschied sich die Jury aufgrund seines großen Engagements und zahlreicher wertvoller Ergebnisse in der ökologischen Züchtungs- und Pflanzenbauforschung. Seit über 40 Jahren führt die Einrichtung praxisnahe Studien durch, für die von Anfang an die Flächen des Dottenfelderhofs und anderer Betriebe eingebunden wurden. Der hohe Nutzen der Ergebnisse beruht zudem auf einer engen Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Forschungseinrichtungen und auf einer professionellen Vermittlung über Fachartikel, Praxisseminare und Workshops. Bisher haben bereits sechs reine Biogetreidesorten des Dottenfelderhofs die Zulassung erhalten, vielversprechende weitere ökologische Weizen-, Gersten- und Hafersorten befinden sich aktuell im Prüfungsanbau. Schon 1968, als in Deutschland noch niemand an einen Bioboom zu denken wagte, schlossen sich in Bad Vilbel mehrere Familien zusammen, um ihre gemeinsame Fläche von 150 Hektar biologisch-dynamisch zu bewirtschaften. Die Landwirtschaftsgemeinschaft Dottenfelderhof war geboren. Aus dieser Gemeinschaft heraus entstand zehn Jahre später im Rahmen der Landbauschule Dottenfelderhof die „Forschung und Züchtung Dottenfelderhof“, ehemals IBDF.

Der Forschungsbereich des Dottenfelderhofes entwickelte sich in Biokreisen schnell zu einer Instanz bei vielen Fragen zum ökologischen Pflanzenbau, insbesondere bei Züchtungsfragen. Das Ansehen beruht bis heute vor allem auf dem engen Praxisbezug der Studien, für die von Anfang an stets Flächen der Betriebsgemeinschaft und anderer Praxisbetriebe der Region genutzt wurden. „On-farm“-Forschung war hier von Anfang an selbstverständlich.

Fachleute gefragt

Zusätzliches Gewicht verleiht den Dottenfelder Forschungsergebnissen eine traditionell enge Zusammenarbeit mit Fachleuten anderer Forschungseinrichtungen und Universitäten. Außerdem legt man großen Wert darauf, dass die erarbeiteten Ergebnisse gut aufbereitet werden und auch tatsächlich bei den Landwirten ankommen. Deshalb gehört auch eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit zur Einrichtung.

Die Experten der „Forschung und Züchtung“ Dottenfelderhof konzentrieren sich vor allem auf die Entwicklung neuer Sorten, die den besonderen Anforderungen im Ökolandbau entsprechen. Wichtige Zuchtziele sind etwa eine hohe Konkurrenzkraft, eine optimale Pflanzengesundheit und vor allem eine hohe Ernährungsqualität. Aufgrund der Erfahrungen, die in mehr als 40 Jahren der Angewandten Forschung gesammelt werden konnten, nimmt die „Forschung und Züchtung“ Dottenfelderhof heute einen bedeutsamen Platz in der Forschungslandschaft des Öko-Landbaues ein.

Aber auch pflanzenbaulichen und tierhalterischen Fragestellungen wird am Dottenfelderhof nachgegangen. Derzeit untersucht das Forscherteam in einem Langzeitversuch das Potenzial von Grünschnittkomposten als Nährstofflieferant im ökologischen Landbau sowie Fragen der muttergebundenen Kälberaufzucht. Darüber hinaus sind noch weitere Studien zu aktuellen Herausforderungen des Ökolandbaus in Planung.

(red)

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